Gast
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Verfasst am: 21 März 2007 14:32 Titel: Antrag zur Kriegsdienstverweigerung |
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Also ich war im Dezember bei der Musterung und möchte aber nun doch nicht zum Bund.
Nachdem was ich schon erfahren habe muss man sich bei der Verweigerung auf die Gewissensentscheidung nach Artikel 4 Abs. 3 Satz 1 des Grundgesetzes, d.h. der Kriegsdienst an der Waffe kann nur aus Gewissensgründen verweigert werden, beziehen.
Eine Frist scheint es ja nicht zu geben, dennoch bin ich am Überlegen welcher Zeitpunkt der günstigste ist, da ja auch nur noch jeder Zweite zur Bundeswehr einberufen wird.
Könnt ihr mir vielleicht einige erfolgsversprechende Tipps geben bezüglich Formulierung, Länge, Zeitpunkt des Absendes etc. geben?
Vielen Dank im Vorraus
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Gast
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Verfasst am: 21 März 2007 14:34 Titel: |
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Ich kann dir mal meinen als Muster zeigen...War erfolgreich, also sollte er dir helfen (wenn du ihn nicht gerade 1:1 übernimmst):
Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit möchte ich unter Berufung auf das Grundrecht der Kriegsdienstverweigerung nach Artikel 4, Absatz 3, Satz 1 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland, den Dienst an der Waffe verweigern.
Darlegung der Beweggründe für meine Kriegsdienstverweigerung:
Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland legt in Artikel 4, Absatz 3, Satz 1 fest:
Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden.
Von diesem Grundrecht möchte ich Gebrauch machen und ihnen meine Beweggründe dafür darlegen. Von frühester Kindheit an wurde ich von meinen Eltern und meiner Umwelt zu gewaltfreiem Leben erzogen! Mir wurde stets beigebracht, dass man jeden Konflikt ohne die Anwendung von Gewalt lösen kann. Ich habe gelernt, dass kein Mensch auf dieser Welt das Recht hat, über ein anderes Leben zu richten. Denn nicht umsonst heißt es im ersten Artikel des Grundgesetzes, – nach dem wir uns ja bekanntlich alle richten sollen – dass die Würde des Menschen unantastbar ist. Daher frage ich sie: Wer soll mir die Legitimation erteilen, von Waffen Gebrauch zu machen, mit dem Ziel, sie gegen Menschen einzusetzen? Die Pflicht einen Wehrdienst zu absolvieren erscheint mir sowieso äußerst fraglich. Der Dienst an der Waffe dient – wie bereits erwähnt – dazu, den Einsatz dieser Waffe gegen Menschen vorzubereiten. Doch gerade dies ist ein Handeln gegen das Grundgesetz. Ich lehne deshalb jede Form von Gewalt und deren Mittel grundsätzlich ab.
Wozu der Missbrauch von Waffen führen kann, hat man ja an etlichen Beispielen jugendlicher Amokläufer gesehen. Auch diese dachten wohl, dass eine Waffe ein Spielzeug wäre und sie über andere richten können. Ein solches Verhalten ist in keinster Weise akzeptabel oder entschuldbar, und entstammt nur irgendwelcher Organisationen ihrer Art, die den Gebrauch von Waffen legitimieren.
Ich frage mich, warum soll ich das Prinzip des Krieges unterstützen, bei dem viele Menschen leiden müssen – oft sogar Menschen, die gar nicht in den Konflikt involviert waren – wenn es statt dessen noch den gewaltfreien Weg gibt, bei dem niemand leiden muss, schon gar nicht ein unschuldiges Wesen.
Gewalt kann niemals Frieden erzeugen, denn Gewalt bewirkt immer nur eines: Gegengewalt. Auch wenn es im ersten Moment gelingt, den Gegner durch Gewalt zu schlagen, so ruft jede Gewaltanwendung immer eine Gegenreaktion hervor. Ein dauerhafter Frieden kann nur dann erreicht werden, wenn Konflikte rücksichtsvoll im gegenseitigen Dialog behoben werden.
Schon in der Bibel ist davon die Rede. Man soll Gewalt eben nicht mit Gewalt beantworten. Ein christlicher Mensch lebt außerdem nach den zehn Geboten, wovon eines schließlich lautet: Du sollst nicht töten. Wenn ich mich also zum Dienst an der Waffe verpflichten würde, würde ich gegen sämtliche Richtlinien meines christlichen Lebens verstoßen! Und das kann niemand von mir verlangen!
Ich hoffe, meine Gründe zur Kriegsdienstverweigerung verständlich dargelegt zu haben, und bitte darum, meinen Antrag auf Verweigerung des Kriegsdienstes aus Gewissensgründen gemäß Artikel 4, Absatz 3, Satz 1 des Grundgesetzes anzuerkennen.
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