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Gast
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Verfasst am: 31 Dez 2007 00:33 Titel: Dem Tatort werden die Aleviten gelesen |
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Vielleicht hat es der eine oder andere mitbekommen, inzwischen ist das Thema ja groß in den Medien. die in Deutschland lebenden Aleviten sind entrüstet, weil in einem Tatort ein Inzestfall mit alevitischem Täter begangen wurde. Die Empörung ist so groß, weil die alevitische Glaubensgemeinschaft jahrelang verfolgt und u.a. dadurch diskriminiert wurde, dass ihnen inzestuöse Praktiken unterstellt wurden.
Zeitungsberichte zum Thema gibt es überall, u.a. hier oder hier.
Da gut integrierte Ausländer ja hier im OT immer ein beliebtes Thema sind, dachte ich, der Fall der Aleviten, (die man in Anbetracht ihrer hohen Anerkennung demokratischer Werte auch flapsig als eine Art Muster-Moslems bezeichnen könnte  ) würde hier vieleicht auf Interesse stoßen. Könnt ihr ihre Aufregung verstehen? Oder haltet ihr sie für übertrieben Hysterie?
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Gast
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Gast
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Verfasst am: 31 Dez 2007 01:10 Titel: |
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Hab den Tatort damals gesehen .
Da wurde sogar extra vor Beginn eingeblendet das man hier nichts gezielt gegen Aleviten hat und die Story frei erfunden ist .
Ich schließe mich meinem Vorredner an.
"Grundsätzlich sollte es wohl gestattet sein, so etwas zu drehen, sofern es in einem anständigen Rahmen bleibt. Sonst könnte man ja auch keine fiktiven Geschichten über andere "Gruppen" erfinden"
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Gast
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Verfasst am: 31 Dez 2007 02:06 Titel: |
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Die Überschrift hab ich mir natürlich höchstselbst ausgedacht, ist ein bisschen reißerisch, ein bisschen albern - mit Speck fängt man Mäuse
Ich muss gestehen, dass ich vorher mit dem Begriff Aleviten auch nicht viel anfangen konnte. Ich habe mir heute aber die ganze Geschichte von zwei türkischen Kolleginnen ein bisschen erklären lassen. Die hatten beide Verständnis daür, dass das Thema Inzest bei den Aleviten sehr heikel ist, obwohl sie selbst keine Aleviten sind. Unter den Osmanen wurden die Aleviten wohl als Heiden heftig verfolgt und unterdrückt, klang für mich ein bisschen nach den Christen unter den Römern (mag aber auch meine falsche Vorstellung sein).
Natürlich bin ich wie ihr der Meinung, man sollte grundsätzlich zu jedem Thema Filme machen dürfen. Allerdings finde ich es zB auch immer unangenehm, wenn in ausländischen Filmen (in denen es nicht um den 2. Weltkrieg geht  ) deutsche als Nazis porträtiert werden. Von daher sehe ich schon die Problematik des Tatorts ein. Schade ist nur, dass er offensichtlich im Zuge des Medienrummels gar nicht so genau unter die Lupe genommen wurde.
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Gast
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Verfasst am: 31 Dez 2007 11:45 Titel: |
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Also ich finde es generel schwachsinnig sich über irgendwelche Filme oder Parodien aufzuregen solange diese nicht unter die Gürtelinie gehen, solche Filme gibt es zu jedem Volk oder jeder Kultur, nur die Teppichfurzer machen da wider Stress (Hab kein Problem mit Leuten dieser Glaubensrichtung, kenn viele Personen die aus dieser Gegend stammen und die sich wie Tony Yeboah wie durchschnittliche deutsche Staatsbürger verhalten. Gibt doch genug Filme die z.B
die USA bzw. "The American Dream", das dritte reich oder sonst irgendwas verhöhnen was nicht so gut, aber seit Eva Herrmann wissen wir ja das nicht alles in dieser Zeit schlecht war...Gab gestern übrigens auf 3sat "Nuhr 2007" wo Dieter Nuhr ganz lustig ein Jahresrückblick gezogen hat, demzufolge ist auch im Iram oder im Hinduismus nicht alles schlecht. Nochmal zu dem Filmen, als ein gewisser Herr Chaplin den Film "Der große Diktator" gedreht hat war die Begeisterung hier und in den USA nicht so groß, der >Film sollte da zwar nicht genehmigt werden, aber es wurden keine Botschaften oder Bibliotheken gestürmt. Also zusammengefasst finde ich es relativ schwacsinnig sich über sowas aufzuregen, auch wenn man sich jetzt vllt. angegriffen fühlt, andere Kulturen kommen damit auch klar
EDIT: Fonzie for Bayerischer ähhhMinisterpräsident. Ganz großes Tennis
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Gast
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Verfasst am: 31 Dez 2007 12:07 Titel: |
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| Mr.Searni hat folgendes geschrieben: |
Also ich finde es generel schwachsinnig sich über irgendwelche Filme oder Parodien aufzuregen solange diese nicht unter die Gürtelinie gehen, solche Filme gibt es zu jedem Volk oder jeder Kultur, nur die Teppichfurzer machen da wider Stress (Hab kein Problem mit Leuten dieser Glaubensrichtung, kenn viele Personen die aus dieser Gegend stammen und die sich wie Tony Yeboah wie durchschnittliche deutsche Staatsbürger verhalten. Gibt doch genug Filme die z.B
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Für die Beleidigung gibts gelb.
Gruß 11
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-larsen-
Europameister

Anmeldungsdatum: 19.08.2005 Beiträge: 3044
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Verfasst am: 31 Dez 2007 12:31 Titel: |
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| Fonzie hat folgendes geschrieben: |
| Schade ist nur, dass er offensichtlich im Zuge des Medienrummels gar nicht so genau unter die Lupe genommen wurde. |
Ich habe den Tatort auch letzte Woche verfolgt und fande ihn etwas gewöhnungsbedürftig, weil es mal um ein anderes Thema ging. Vorher habe ich das Wort "Aleviten" noch nie gehört, geschweige denn ich wusste die Bedeutung. Im Film wurde es ja erklärt, ob die Aleviten "richtige" Türken sind oder nicht. Daher hat man durch diesen Film durchaus etwas gelernt und es war nicht nur "Ballerballer - Mann tot - Täter suchen - Täter finden".
Da Tatort wie schon erwähnt, vor dem Filmstart geschrieben hat, dass es nur eine fiktive Story ist und daher nicht gezielt auf die Aleviten draufgeschmettert werden sollte.
Ich habe Fonzies' Aussage quotiert, weil ich es eigentlich okay finde, dass aus dem Tatort jetzt nicht der große Skandal gemacht wurde, weil ich auf der einen Seite Tatort gerne gucke und es auch weiterhin gucken möchte ( ) und auf der anderen Seite, weil ich das Problem durchaus wahrgenommen habe, aber jetzt nicht als Skandal aufgefasst habe. Tatort wollte mal etwas anderes drehen, aber es war auf keinen Fall so, dass sie die Aveliten durch den Film fertigmachen wollten bzw. andere türkische Glaubensrichtungen.
Also ich weiß nicht wie es in ausländischen Filmen ist, aber wenn man in 1,2 bestimmte Länder als Deutscher fährt, wird man durchaus des Spaßes wegen auch von kleinen Kindern als "Nazis" beschimpft, weil sie es von ihren Eltern nicht anders kennen. Okay, dass ist jetzt wieder ein anderes Thema, aber ich finde das wenn man beides vergleicht, ist es so, dass uns Deutschen immernoch die Vergangenheit hinterhergesagt wird, aber ich habe noch nie mitbekommen, dass ein Deutscher einen Türken wegen seiner Glaubensrichtung dermaßen fertig macht, daher denke ich, dass es auch keine Absicht von Tatort war, wenn man die Aveliten jetzt etwas anderes betrachtet (man weiß ja auch gar nicht welcher Türken Avelit ist).
Jetzt zum Vergleich mit den Deutschen wieder. Ich denke nicht, dass man sagen kann, dass jeder Deutscher ein Nazi ist und war. Genauso ist es bei den Aveliten. Nicht jeder Avelit vergewaltigt seine Töchter etc.
Unterm Strich lässt sich festhalten, dass das es nur eine fiktive Geschichte war, die man aber durchaus in der Zukunft mit seinen Freunden, Arbeitskollegen besprechen könnte, weil man jeder dazu vielleicht seine eigene Meinung hat.
Gruß
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Gast
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Verfasst am: 31 Dez 2007 16:45 Titel: |
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So ernst das thema auch für die Betroffenen sein mag, aber ich persönlich halte es für sehr stark übertrieben aufgrund einer fiktiven Geschichte in einer Fernsehsendung so nen Aufstand zu machen. Sorry, aber wenn man jeder Anfeindung oder fragwürdige Anschauung von Völkern oder Gruppen derer aus TV-Sendungen so aufspielen würde, hätten wir einen "TV-Skandal" nach dem anderen. Meiner Meinung nach viel Lärm um nichts...
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Gast
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Verfasst am: 31 Dez 2007 18:32 Titel: |
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| Don Chris hat folgendes geschrieben: |
| So ernst das thema auch für die Betroffenen sein mag, aber ich persönlich halte es für sehr stark übertrieben aufgrund einer fiktiven Geschichte in einer Fernsehsendung so nen Aufstand zu machen. Sorry, aber wenn man jeder Anfeindung oder fragwürdige Anschauung von Völkern oder Gruppen derer aus TV-Sendungen so aufspielen würde, hätten wir einen "TV-Skandal" nach dem anderen. Meiner Meinung nach viel Lärm um nichts... |
Sehe ich genauso....besonders wenn im Voraus genau dies gesagt wird. Es hätte doch jeden andere Minderheit treffen können...
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muhadieb
1. Bundesliga

Anmeldungsdatum: 27.04.2006 Beiträge: 812
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Verfasst am: 31 Dez 2007 18:39 Titel: |
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Ich finde, das total übertrieben was dort wieder angezettelt worden ist!
Hier merkt man wieder , dass das Feingefühl bei einigen Menschen sehr dünn ist! Sie fühlen sich leider immer angegriffen! Wenn jede Nationalität oder Religion so reagieren würde, hätten wir so gut wie jede Woche ne Demo!
Jetzt soll keiner auf dumme Gedanken kommen, ich bin selber Mischling und meine beiden Elternteile sind selbst aus 2 verschiedenen Religionen!
Und dat klappt super!
Wünsche allen einen guten Rutsch ins neue Jahr!
gruß _________________ Wenn die Menschen nur über Dinge reden würden, von denen sie etwas verstehen - das Schweigen wäre bedrückend!
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Gast
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Verfasst am: 1 Jan 2008 22:45 Titel: |
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| muhadieb hat folgendes geschrieben: |
| Hier merkt man wieder , dass das Feingefühl bei einigen Menschen sehr dünn ist! Sie fühlen sich leider immer angegriffen! Wenn jede Nationalität oder Religion so reagieren würde, hätten wir so gut wie jede Woche ne Demo! |
Die Aleviten gelten aber im Algemeinen als sehr gemäßigt, liberal und weltoffen, in einem Maße, dass sich da manche christliche Glaubensgemeinschaften noch eine Scheibe abschneiden könnten.
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Gast
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Verfasst am: 1 Jan 2008 23:35 Titel: |
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Als ich diese "Aleviten-Tatort-Sache" das erste Mal gelesen hab, hab ich mir erstmal gedacht: Was soll die Scheiße denn??
Da lamentiert eine in Deutschland in der Öffentlichkeit so gut wie unbekannter türkisch-kurdischer Volksstamm lauthals darüber, dass man sie in einer Krimi-Sendung mit einem hierzulande noch weitaus unbekannterem Vorurteil darstellt.
Also bitte, wie blöd kann man denn sein?
Wenn sie sich dazu nicht geäußert hätten, wäre die Folge und damit der Begriff "Aleviten" schon wieder aus den Köpfen der Tatort-guckenden Deutschen verschwunden.
Oder wenn die sich da irgendwie bei der Redaktion beschwert hätten (wenns denn überhaupt sein muss) - schön und gut. Aber in der Öffentlichkeit so ein Theater abzuziehen??
Ich meine, jetzt kennt man hier die Aleviten. Und in welchem Zusammenhang? Tatort-Beschwerde und Kindesmissbrauch-Vorurteil.
Eigentor mit Ansage - Bärendienst nennt man sowas, glaub ich.
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Gast
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Verfasst am: 1 Jan 2008 23:58 Titel: |
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| Marwinho hat folgendes geschrieben: |
Da lamentiert eine in Deutschland in der Öffentlichkeit so gut wie unbekannter türkisch-kurdischer Volksstamm lauthals darüber, dass man sie in einer Krimi-Sendung mit einem hierzulande noch weitaus unbekannterem Vorurteil darstellt. |
Es gibt 600.000 Aleviten in Deutschland, ganz so klein sind die nicht und es handelt sich um eine Religionsgemeinschaft und keinen Volksstamm.
| Marwinho hat folgendes geschrieben: |
| Ich meine, jetzt kennt man hier die Aleviten. . |
Du scheinbar immer noch nicht.
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Gast
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Verfasst am: 2 Jan 2008 09:08 Titel: |
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| HSarpei hat folgendes geschrieben: |
| Marwinho hat folgendes geschrieben: |
| Ich meine, jetzt kennt man hier die Aleviten. . |
Du scheinbar immer noch nicht. |
Genau das bestätigt doch meine Aussage.
Volksstamm war natürlich das falsche Wort (mir ist letzte Nacht nix Besseres eingefallen).
Aber gut, ich wusste zwar vorher schon, dass es die Aleviten gibt, hatte (und habe) aber keine Ahnung von religiösen und kulturellen Merkmalen, Besonderheiten, Größe etc.
Alles, was ich jetzt von den Aleviten weiß - wie Du ja selbst bemerkt hast - ist, dass ganz offensichtlich aus einer bestimmten Richtung ein bösartiges Vorurteil gegen sie lanciert wurde.
Und auch, wenn es für mich nicht den geringsten Anlass gibt dieser Unterstellung irgendeinen Glauben zu schenken - was ist das denn bitte für ein erster Eindruck? Und zwar jetzt nicht in erster Linie für mich, sondern auch für alle anderen, die diese Gruppierung bislang nicht kannten.
Um das mal zu veranschaulichen. Stell Dir vor, jemand kommt in ein Vorstellungsgespräch und sagt: "Hallo, mein Name ist XY. Ich wurde vor zwei Jahren zu Unrecht wegen eines bewaffneten Raubüberfalls (um ein anderes Verbrechen zu nehmen) angeklagt..."
Selbst wenn dieser jemand tatsächlich vor Gericht von allen Anschuldigungen freigesprochen wurde, bin ich mir sicher, dass er in 9 von 10 Fällen - unabhängig davon, was er sonst noch so erzählt - keine Chance auf den Job hat. Denn für den Personalchef ist er der Typ mit dem Raubüberfall.
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