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Gast
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Verfasst am: 16 Jan 2008 23:29 Titel: EU - Falsches Spiel (im Fall Nokia)?! |
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Jedem sollte ja mittlerweile bekannt sein, dass Nokia seine Niederlassung in Bochum schließen will und dafür lieber die Flatter nach Rumänin macht. Das ist ja nichts Neues, und Nokia ist da auch sicher nicht die erste Firma die so ihre Produktionskosten senken will. Schön und gut soweit...
Aber was ich da gerade in den Tagesthemen gehört habe, sprengt ja mal absolut den Rahmen des guten Geschmacks:
Nach außen behauptet die EU, Nokia seine Standortverlagerung nicht mit Subventionen schmackhaft gemacht zu haben. Was jetzt jedoch rauskommt ist, dass die EU seit 2002 Subventionen in Höhe von mehereren dutzend Mio Euro in den Industriepark fleißen lässt, in dem sich Nokia künftig niederlassen will. Wohin diese Subventionen also in Wirklichkeit fließen dürfte jedem nun einleuchten...
Aber nochmal auf gut Deutsch: Die EU zahlt für eine Standortverschiebung von Nokia von Bochum nach Rumänin ordentlich Asche!
Das ist ja wohl mal eine riesen Sauerei wie ich finde. Was soll denn der Käse bitte? Will man jetzt den Industriestandort Deutschland schwächen oder was??
Und dann stellt sich der Baroso heute in Brüssel auch noch schön an sein Rednerpult und macht einen auf heile Welt. Unfassbar...
Und zu Nokia selbst: Diese Firma sollte man wirklich meiden in Zukunft!! Streichen erstmal rund 88 Mio Euro (!!) Subventionen vom deutschen Staat in den letzten Jahren ein, aber hauen nun einfach ab und setzen über 2300 Menschen auf die Strasse (Zulieferer noch gar nicht mit ein gerechnet^^)!
Und schreiben dann auf ihrer Website auch noch irgendeinen Sch*** über ethnische Werte in ihrer Firma! 
Zuletzt bearbeitet von Gast am 17 Jan 2008 00:50, insgesamt einmal bearbeitet
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Gast
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Verfasst am: 17 Jan 2008 00:19 Titel: |
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Hallo in der Welt von heute
was kümmert es die chefs von nokia was mit den menschen passiert? deren bankkonto wächst um eine weitere stelle an und das finden die gaanze toll.
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Gast
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Verfasst am: 17 Jan 2008 00:22 Titel: |
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es geht doch weniger um die entscheidung von nokia, als vielmehr um das verhalten der eu. Das ist ne riesengroße sauerei. Zahlt die eu als ausgleich jetzt die 80 mio die deutschland in nokia gesteckt hat zurück?
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Gast
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Gast
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Verfasst am: 17 Jan 2008 00:31 Titel: |
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| TRF hat folgendes geschrieben: |
| es geht doch weniger um die entscheidung von nokia, als vielmehr um das verhalten der eu. Das ist ne riesengroße sauerei. Zahlt die eu als ausgleich jetzt die 80 mio die deutschland in nokia gesteckt hat zurück? |
Um welches? das sie kleinere Länder unterstützen, auch zu wachsen, dun daher "große" firmen unterstützt die sich dort niederlassen wollen? sehe ich nichts schlimmes dran, dass das auf kosten deutschlands geht ist natürlichs cheiße aber nicht zu ändern.
Sehe das "Fehlverhalten" nunmal eher bei Nokia als bei der EU, die bestimmt nichts dran verdient dabei. Im Gegensatz zu Nokia, die erstens enorm viele kosten einsparen+das ganze geld in den arsch geschoben bekommen.
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Gast
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Verfasst am: 17 Jan 2008 00:32 Titel: |
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Ja, was will man dazu noch sagen?
Wie man mit den Mitarbeitern dort umgegangen ist zeigt wirklich nur einmal mehr wo das wirkliche Interesse eines solchen Unternehmens liegt. Klar, sie müssen irgendwo vernünftig wirtschaften. Aber die Menschen derart im Regen stehen zu lassen ist wirklich das letzte...
Zuerst lässt man die Belegschaft Überstunden bis zum gehtnichtmehr kloppen um sie anschließend auf die Straße zu setzen. Da passt es absolut ins Bild, dass scheinbar niemand von den dafür verantwortlichen Personen die Traute hat, das den Leuten von Angesicht zu Angesicht zu sagen. Nein, man lässt während der Pausen irgendwelche dämlichen Flyer in denen die Schließung des Standortes angekündigt wird verteilen. Genau dieser Stil im Umgang mit den Leuten ist ist, der einen noch sehr viel mehr erschreckt.
Wie gesagt: Dass das Hauptinteresse eines Unternehmens darin liegt wirtschaftlich zu arbeiten ist klar und das weiß auch jeder. Aber das hier geht echt weit über das vertretbare hinaus. Für mich zeugt das von nichts anderem als völliger Ignoranz, nicht vorhandenem Verantwortungsbewusstsein und fehlendem Feingefühl.
Man bemüht sich ja echt, nicht in irgendeine Polemik zu verfallen aber wenn man solche Meldungen wie die heute hört fällt einem echt nichts mehr ein.
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Gast
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Gast
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Verfasst am: 17 Jan 2008 00:44 Titel: |
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Ich finde es natürlich auch schlimm, was da in Bochum abläuft. Allerdings sollte man auch mal kritisch betrachten, dass dieser Nokiastandort überhaupt erst durch Subventionen nach Deutschlang geholt wurde. Also wurden da quasi auch irgendwo anders Arbeitsplätze "abgeworben".
Die Subventionen in Rumänien sind insofern problematisch, als das die EU da tatsächlich keine Subventionen an Nokia zahlt, sondern den Standort an sich subventioniert. Nokia macht sich das jetzt natürlich zu Nutze, ausschlaggebend für den Umzug werden aber wohl doch letzten Endes eher die niedrigen Lohnkosten etc, in Rumänien sein.
Ist in jedem Fall eine ziemlich vertrackte Situation und verstärkt mal wieder meine Vorurteile gegenüber Unternehmern an sich...
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Gast
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Verfasst am: 17 Jan 2008 00:46 Titel: |
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| Fonzie hat folgendes geschrieben: |
| Ich finde es natürlich auch schlimm, was da in Bochum abläuft. Allerdings sollte man auch mal kritisch betrachten, dass dieser Nokiastandort überhaupt erst durch Subventionen nach Deutschlang geholt. Also wurden da quasi auch irgendwo anders Arbeitsplätze "abgeworben". |
Nein! Nokia hat damals expandiert. Es wurde kein anderes Werk geschlossen für das Werk in Bochum!
Und damals hat der deutsche Staat Gelder locker gemacht um Nokia nach Deutschland zu holen. Dieses mal macht es die EU, und genau das ist eben der springende Punkt!
Das ist nicht weiter als Wettbewerbsverzerrung...
Und wann Nokia seine finnisches Werk zu macht, ist auch nur noch eine Frage von Monaten...
Übrigens sind wir mittlerweile bei einer vermutetetn Arbeitslosenzahl von 4300 (!!) Leuten angelangt. Das nur als Zahl nebenbei^^
Zuletzt bearbeitet von Gast am 17 Jan 2008 00:49, insgesamt 2-mal bearbeitet
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Gast
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Verfasst am: 17 Jan 2008 00:46 Titel: |
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naja, die bekommen diese problematik ja auch mit, die wissen genausogut zum einen, das die aktion von nokia "assi" ist und wenn rauskommt, dass die eu nokia noch unterstützt dabei, dann wäre es, wie hier zu sehen ist, nunmal so, dass alle auf der eu rumhacken.
Jedoch denke ich, dass jede firma subventionen kriegen würde, und das nciht mit nokia ausgehandelt wurde o.ä. deshalb hätte es wohl auch probleme gegeben, würde die eu sagen "ihr bekommt nix", denn warum sollen sie nix bekjommen obwohl sie "das gleiche" machen wie andere firmen, in wirtschaftsschwache Länder wechseln. Dieses thema konnte für die EU wohl nur "schelcht" ausgehen.
Inwieweit du mehr darinsteckst glaube ich dir, auch das ziemlich viel geld verprasst wird. Nur kann man nunmal auch nicht plötzlich sagen "es gibt nichts mehr weil ihr das nicht richtig benutzt".
Und wie gesagt natürlich ist das scheiße gegenüber deutschland, aber wie gesagt, was sollten sie machen? subventionen nicht geben? denke da gäbe es nunmal probleme mit der thematik, dass es nunmal "gang und gebe" ist, dass firmen in so einer situation(in ein solches land zuw echseln) subventioniert werden. Und deshalb können sie denke ich dort nicht einfach "nein" sagen.
ABer lasse mich gerne eines besseren belehren, habe leider nur erdkunde leistung anstatt sozialkunde, wo soetwas wohl mehr beachtung fände
edit: bin jetzt auchmal raus, werde mich morgen abend mal einlesenw as ihr so schreibt
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Gast
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Verfasst am: 17 Jan 2008 00:52 Titel: |
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| Milani$ti hat folgendes geschrieben: |
| Nein! Nokia hat damals expandiert. Es wurde kein anderes Werk geschlossen für das Werk in Bochum! |
Hätten aber doch beim expandieren auch eins in Finnland aufmachen können? Finde nicht, dass mein Argument da ins Leere geht. Im Grunde läufts doch darauf hinaus, dass eine Firma nach rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten agiert, ohne einen Funken Ethik.
(Für die letzte Aussage werde ich so vermutlich spätestens morgen von irgendwelchen WiWis zum weltfremden Spinner oder linken Aktivisten erklärt... Also: Es geht mir hier nicht drum, dass wirtschaftliche Gesichtspunkte keine Rolle mehr spielen sollen, aber eine gewisse Geschäftsmoral stünde vielen Unternehmen ganz gut)
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Gast
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Verfasst am: 17 Jan 2008 00:59 Titel: |
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Verdammt, warum reden jetzt hier alle über Nokia?!
Es geht doch nur um die Schweinebacken von der EU. Dass Nokia damals schon wusste, dass in Deutschland nicht sehr billig produziert werden kann, und sie nur die Subventionen einstreichen wollten, das ist denke ich mal allen schon beusst.
Es geht ja nur darum, dass die EU Nokia offenbar in ihren Vorhaben noch fördert^^
Naja ich geh pennen, sonst schalf ich morgen in der Uni ein. Morgen mehr zum Thema. Vielleicht gibt der Barroso ja noch ein aufschlussreicheres Interview als den Driss von heute...
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Gast
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Verfasst am: 17 Jan 2008 01:44 Titel: |
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| Milani$ti hat folgendes geschrieben: |
| Es geht ja nur darum, dass die EU Nokia offenbar in ihren Vorhaben noch fördert^^ |
Offenbar sind rund 33 Millionen Euro von Seiten der EU an öffentlichen Subventionen nach Rumänien geflossen und genau hier liegt doch der springende Punkt. Es kann doch nicht sein, dass die EU zusieht wie Deutschland nach und nach Geld in den Konzern Nokia (rund 80 Millionen Euro Subventionen) pulvert, um dann mit eigenen Subventionen den Umzug Nokia's an einen deutlich kostengünstigeren Standort fördert und somit quasi den Staat Deutschland das Geld für die Kosten (Lohnkosten, Produktionskosten etc.) in Rumänien zahlen lässt.
Soweit ich in den Nachrichtenberichten folgen konnte, plant die Bundesregierung eine Klage gegen den Konzern Nokia bezüglich einer Rückzahlung der Subventionen, da diese nicht mehr der deutschen Wirtschaft, sondern der rumänischen dienen.
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Gast
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Verfasst am: 17 Jan 2008 09:46 Titel: |
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Also ich finde man kann der EU da (fast) keinen Vorwurf machen.
Wir profetieren von EU Mitteln im gleichen Maße wir andere EU Länder.
Warum sollte die EU den Ausbau der Wirtschaft in Ländern wie Rumänien nicht fördern? Ohne einen subventionierten Aufbau der Wirtschaft in diesen "Billiglohnländern" werden wir das Problem "Dumpinglöhne" innerhalb der EU niemals in den Griff bekommen.
Und leider sind die Lohnkosten in Deutschland leider tatsächlich so hoch, dass in Sektoren wie Massenproduktion (wie Handys) nicht wirklich rentabel gearbeitet werden kann.
Wir müssen uns von dem Gedanken veranschieden solche Produktionsstätten in D halten zu können. (vgl. Bosch, BenQ, Motorola, Siemens, etc.)
Das ist zwar bitter, aber die Realität. In hoch spezialisierten Fachgebieten wie z.B. Maschinenbau wird keine Firma seine Produktion in Billigländer verlegen.
Wirklich fragwürdig finde ich da Einstreichen von Subventionen durch Nokia, aber auf der anderen Seite finde ich, dass auch kritisch zu betrachten ist, dass D 88 Mio. Euro an Subventionen fließen lässt um Nokia hierzubehalten.
Allerdings ist mir nicht ganz klar, ob nicht auch Teile dieses Geldes aus EU Töpfen stammen und lediglich umgeschichtet wurden.
Weiter denke ich, dass sich die Konzernführung sehr ungeschickt anstellt und in D ein enormer Imageverlust droht.
Aber das kann Nokia in Zeiten einer globalisierte Welt wohl nahezu egal sein, da D nur ein minimalen Teil des Weltmarktes bedient.
Es gilt also Deutschland für andere Wirtschaftssektorn attraktiver zu gestalten und in die Zukunft zu investieren, und nicht Geld in Wirtschaftszweige zu blasen, die hier einfach nicht Kokurrenzfähig arbeiten könne.
Dies ist zwar eine recht "ökonomische" Ansicht, aber sie entspricht galube ich annähernd der Realität.
Ich kann durchaus die Wut und die Enttäuschung mitfühlen, und auch mein Bild von Großkonzernen wird durch derartige Aktionen nicht besser.
Aber ich denke wir sollten versuchen trotz Allem optimistisch in die Zukunft schauen (auch wenn das für die Leute die jetzt auf der Straße stehen wirklich hart ist) und neue Märkte erschließen, bzw. unser Wissen und Potential auf anderen Gebieten mehr ausschöpfen.
Im übrigen denke ich nicht, dass D Geld zurück erhalten wird, sonder dass lediglich Druck auf Nokia aufgebaut werden soll, um eine möglichst "sozialen" Freistellung der Mitarbeiter zu erreichen, also um z.B. möglichst hohe Abfindungen auszuhandeln.
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Gast
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Verfasst am: 17 Jan 2008 10:27 Titel: |
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Dass da irgendwelche Gelder zurückgefordert werden können wage ich mal stark zu bezweifeln.
Nokia hat diese Subventionen ja unter der Bedingung bekommen, dass das Unternehmen diese nun gefährdeten Arbeitsplätze bis zu einer bestimmten Frist sicher stellt. Diese Frist ist allerdings abgelaufen. Soweit ich weiß lag die irgendwo im Herbst letzten Jahres.
Insofern kann man wohl kaum von einem wirklichen Rechtsbruch sprechen - so sehr ich diese Maßnahme bedauere und trotz aller wirtschaftlich vielleicht nachvollziehbaren Gründe ungeheurlich finde.
Natürlich wird man prüfen ob irgendwelche Vertragsdetail von Nokia da nicht eingehalten wurden. Allerdings messe ich dem nahezu gar nichts an Erfolgsaussicht bei. Vielmehr erscheint mir diese Prüfung auch als eine Maßnahme die angekündigt wird um seitens der Politik das Gesicht zu wahren und Solidarität mit den betroffenen zu Ausdruck zu bringen, was prinzipiell ja zumindest mal nicht verwerflich ist, einem aber vorkommt wie das Pfeifen im Walde.
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Gast
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Verfasst am: 17 Jan 2008 10:36 Titel: |
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Allgemein vorweg: Ich würde das auf Seiten aller Beteiligten als normales Wirtschaftsgebahren abstempeln. Eigentlich ist das keiner weiteren Betrachtung wert. Eigentlich.
Aber: Der Gedankengang, von der EU geprellt zu werden, liegt ziemlich nahe - und ist doch recht interessant:
Deutschland ist Hauptgeldgeber der EU.
Nun lockt Deutschland eine Firma ins Land, um Arbeitsplätze zu schaffen.
Die EU fördert ein wirtschaftsschwaches Mitgliedsland u.a. mit deutschen Geldern.
Die gleiche Firma riecht den Braten - und profitiert durch geschicktes Management nach Förderung a) durch Deutschland auch noch von der durch Deutschland mitgeleisteten Förderung b).
Fazit: Es wurden in Deutschland Arbeitskräfte geschaffen und zugunsten Rumäniens wieder vernichtet. Bezahlt hat das der Steuerzahler.
Da lässt sich doch wunderbare Polemik drauf aufbauen, oder?
P.S.: In der Summe finde ich den ganzen Vorgang sogar unterhaltsam (so pervers das sein mag, betrachtet man die Menschen, mit denen da "gespielt" wird). Ich bin mal gespannt, wie viel Wind darum noch gemacht wird - und ob und welche Parteien sich darüber zu profilieren versuchen.
P.P.S.: Der letzte, dem man da irgendeinen Vorwurf machen kann, ist Nokia. Die haben sich einfach nur unglaublich geschickt angestellt. Das finde ich in keiner Weise verwerflich.
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Gast
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Verfasst am: 17 Jan 2008 10:44 Titel: |
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| Fonzie hat folgendes geschrieben: |
| Milani$ti hat folgendes geschrieben: |
| Nein! Nokia hat damals expandiert. Es wurde kein anderes Werk geschlossen für das Werk in Bochum! |
Hätten aber doch beim expandieren auch eins in Finnland aufmachen können? Finde nicht, dass mein Argument da ins Leere geht. Im Grunde läufts doch darauf hinaus, dass eine Firma nach rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten agiert, ohne einen Funken Ethik.
(Für die letzte Aussage werde ich so vermutlich spätestens morgen von irgendwelchen WiWis zum weltfremden Spinner oder linken Aktivisten erklärt... Also: Es geht mir hier nicht drum, dass wirtschaftliche Gesichtspunkte keine Rolle mehr spielen sollen, aber eine gewisse Geschäftsmoral stünde vielen Unternehmen ganz gut) |
Ich denke da gehst du etwas zu weit. Wirtschaftliche Unternehmen sind logischerweise auf solche Kostenersparnisse aus und versuchen ihre Produktion möglichst effizient zu gestalten. Ich denke durchaus, dass es in Unternehmen noch einen Funken Ethik gibt und auch ein Firmenboss kein homo economicus ist, der nur nach Wirtschaftlichkeit handelt. Über den Grad lässt sich natürlich streiten.
Die Länder sind nun einmal die Spielfläche und die Unternehmen die Spielsteine, die sich je nach Vorteilen (Subventionen, Infrastruktur, Image, Arbeitskräften) ansiedeln oder bei Nachteilen umsiedeln. Die gewollte Förderung schlechter entwickelter Regionen und das Zusammenrücken der Welt führen zu einem erhöhten Wettbewerb, der, da er ja durchaus gewollt ist, auch "ausgetragen" werden muss.
Nichtsdestotrotz ist bei dieser geförderten Standortverlegung einiges schief gelaufen und deutsche Gelder indirekt als Enticklungshilfe für Rumänien genutzt werden. Spannend, wie sich das entwickelt. "Lustig" ist ja auch, dass von den 30 Mio. Subventionen der EU an Rumänien sicherlich einiges von deutscher Seite kommt. Das Ganze ist quasi doppelt gemoppelt.
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Gast
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Verfasst am: 17 Jan 2008 11:07 Titel: |
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| Ebi B04 hat folgendes geschrieben: |
P.P.S.: Der letzte, dem man da irgendeinen Vorwurf machen kann, ist Nokia. Die haben sich einfach nur unglaublich geschickt angestellt. Das finde ich in keiner Weise verwerflich. |
Du nennst es geschickt, ich nenne es unmoralisch. Wenn das Werk in Bochum unrentabel gewesen wäre, sähe die Sache für mich anders aus, aber soweit ich weiß, wurden dort schwarze Zahlen geschrieben.
| HSarpei hat folgendes geschrieben: |
| Ich denke da gehst du etwas zu weit. Wirtschaftliche Unternehmen sind logischerweise auf solche Kostenersparnisse aus und versuchen ihre Produktion möglichst effizient zu gestalten. Ich denke durchaus, dass es in Unternehmen noch einen Funken Ethik gibt und auch ein Firmenboss kein homo economicus ist, der nur nach Wirtschaftlichkeit handelt. Über den Grad lässt sich natürlich streiten. |
Da bin ich froh, dass du noch so viel Glauben an das Gute im Unternehmer hast mir fehlt der leider. In diesem Vorgehen Nokias kann ich den Funken Ethik beim besten Willen nicht erkennen
Was ich nicht so ganz finde, ist, dass die EU in diesem Fall der Buhmann ist. Welche Firma sich in dem Industriepark ansiedelt, konnten sie ja nicht wissen. Außerdem wird hier in meinen Aussagen das Verhalten der Bundesregierung zu positiv gesehen, das war nämlich (großzüig ausgelegt) sehr naiv.
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Gast
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Verfasst am: 17 Jan 2008 11:20 Titel: |
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| Zitat: |
Du nennst es geschickt, ich nenne es unmoralisch. Wenn das Werk in Bochum unrentabel gewesen wäre, sähe die Sache für mich anders aus, aber soweit ich weiß, wurden dort schwarze Zahlen geschrieben. |
Es ist sowohl geschickt, als auch unmoralisch - aber vieles in der Wirtschaft, was wirklich viel Geld bringt (bzw einspaart, kommt auf das Gleiche drauf hinaus) ist äußerst unmoralisch und ethisch verwerflich. Es hat schon so seinen Grund, dass viele Deutschen Münteferings "Heuschreckenvorwurf" verständlich fanden und diesem zustimmten. Nokia geht es hier nur um noch mehr Profit - mit dem Argument - man würde sonst nicht mit der Konkurenz mehr mithalten - Stichwort Globalisierung.
Um auf das eigentliche Thema zurück zu kommen: für mich als nicht-BWLer stieß es mir schon sehr bitter auf, als ich hörte, dass Nokia mit (teilweise deutschem) EU-Geld nach Rumänien gelockt wurde. Das sollte nicht Sinn und Zweck einer solchen Gemeinschaft sein. Eine Gemeinschaft sollte eben den Zweck haben, sich gegenseitig zu unterstützen - ohne mit der bekommenen Unterstützung dem anderen Mitgleid etwas "abzujagen". Wäre ein Nokia-Standort in einem Nicht-EU-Land geschlossen wurden, hätte wohl kaum jemand etwas gesagt.
Rumänien jedenfalls wird sich freuen - und es wird Rumänien auch gut tun - ist es wohl eines - wenn nicht gar (mit) das ärmste Land der EU.
Aber diese ganze Situation lässt noch eine weitere Diskussion aufflammen - war der EU-Betritt Rumänien nicht vll doch etwas ser viel zu früh?
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Gast
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Verfasst am: 17 Jan 2008 11:27 Titel: |
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| Ebi B04 hat folgendes geschrieben: |
| P.P.S.: Der letzte, dem man da irgendeinen Vorwurf machen kann, ist Nokia. Die haben sich einfach nur unglaublich geschickt angestellt. Das finde ich in keiner Weise verwerflich. |
Absolute Zustimmung! Jede andere Firma wäre froh in der Haut Nokia's zu stecken. Durch die vielen Subventionen seitens der EU und Deutschland hat sich Nokia nun einen deutlichen Wettbewerbsvorteil den anderen Telekommunikatonskonzernen gegenüber geschaffen ohne auch nur gegen eine Bestimmung der EU zu verstoßen und kann dies weiterhin durch die deutlich niedrigeren Produktions- und Lohnkosten ausschöpfen.
Nokia ist wohl einer der Weltmarktführer auf ihrem Gebiet und da wird sich der Vorstand bzw. der gesamte Konzern es nicht erlauben können, wegen einer Standortverlagerung gegen jegliche Rechte der EU zu verstoßen und somit empfindliche Strafen in Kauf zu nehmen. Dem Konzern kann es letzlich egal sein was mit den Arbeitnehmern aus Deutschland passiert. Nokia sucht, wie jedes andere Unternehmen auch den eigenen Vorteil und dagegen spricht überhaupt nichts.
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Gast
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Verfasst am: 17 Jan 2008 11:40 Titel: |
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| Ebi B04 hat folgendes geschrieben: |
P.P.S.: Der letzte, dem man da irgendeinen Vorwurf machen kann, ist Nokia. Die haben sich einfach nur unglaublich geschickt angestellt. Das finde ich in keiner Weise verwerflich. |
Sehe das da genau wie Fonzie. Natürlich gibt es solche Spielräume die der markt hergibt. Und natürlich kann man auch sagen, dass Nokia sich da aus Unternehmersicht nicht blöd anstellt sondern diese Spielräume für sich zu nutzen weiß.
Allerdings stellt Dein Absatz hier es ja gerade so dar als wäre Nokia ja da in eine Rolle gedrängt, in der sie sich vollkommen passiv bewegen und keine andere Wahl gehabt hätten. Und um es vorweg zu sagen: Das Argument, ein Unternehmen müsse solche Schritte in die Wege leiten um konkurenzfähig zu bleiben und nicht am Ende um die Existenz des Unternehmens kämpfen zu müssen kaufe ich einfach nicht ab. In meinen Augen ist das ein schon fast an den Haaren herbeigezogener Vorwand, der bestenfalls auf die absolute Minderheit der Unternehmen zutrifft.
Ich kann mir durchaus vorstellen, dass man mir mit dieser Meinung eine gewisse Naivität, wenig Überblick über solche Dinge der Marktwirtschaft habe aber trotzdem steht doch außer Frage, dass der Standort in Bochum rentabel arbeitet. Man schreibt doch dort schwarze Zahlen. Warum macht man also den Standort dicht, versucht in Rumänien größeren Gewinn zu erwirtschaften um am Ende zu behaupten man hätte keine andere Chance gehabt um insgesamt rentabler zu sein und zu überleben?
Dazu kommt dieser in meinen Augen schon wirklich - man verzeihe mir das Wort aber man kann ja gerne mal die genaue Bedeutung nachschlagen - asoziale Umgang mit der Belegschaft. Wo da irgendwo auch nur ein Hauch von ethischem Bewusstsein erkennbar sein soll, den sich auch Nokia auf die Fahne schreibt ist mir schleierhaft. Die Art und Weise wie dieser Schritt bekannt wurde zeugt mE davon, dass dem Unternehmen persönliche Schicksale gänzlich egal sind. Nur wird natürlich niemand dort von offizieller Seite genau das zugestehen.
Nun ist es ja keineswegs so, dass Nokia mit solchen Schritten alleine dasteht. Standortverlegungen nach ähnlichem Muster sind ja bereits mehr als zu genüge in der Öffentlichkeit bekannt geworden.
Aber Nokia hier gewissermaßen als Unschuldslamm hinzustellen geht finde ich an der Wahrheit weit vorbei. Nokia hat diese Entscheidung im Sinne der eigenen Profitsteigerung forciert. Das Unternehmen - und niemand anderes - hat letztendlich den Standort dicht gemacht. Also kann ich doch nicht allen ernstes behaupten, dass sie gewissermaßen in der Mitopferrolle stecken und den schwarzen Peter allein dem Bund und der EU zuschieben.
Meinetwegen werft mir Naivität vor oder sagt, dass meine Posts in populistischster Weise formuliert sind. Aber ein Weltbild in dem man unternehmerische Interessen aus reinem Selbstzweck über das Schicksal von Menschen stellt, die zumindest in dieser Hinsicht am allerwenisgten Schuld an ihrem Schicksal sind kann und will ich einfach nicht vertreten.
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Gast
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Verfasst am: 17 Jan 2008 12:15 Titel: |
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Aber da frage ich mich doch, wie naiv eigentlich deutschlands Politiker sein können, die, eigentlich schon durch andere Pleiten und Abwanderungen gewarnt, trotz Allem 80 Mio!!! € in das Anlocken und Erhalten von, für eine Firma ökonomisch suboptimalen Arbeitsplätzen pulvern?
Natürlich ist Nokia kein "Unschuldslamm", aber auf der anderen Seite kann man damit rechnen, dass eine Großkonzern zu heutigen Zeiten seinen Gewinn optimiert / maximiert. Und wenn dir "Subventionsverteiler"(s.o), entschuldigt die Äußerung, so blauäugig dumm ist, noch an das Gute in Großbetrieben zu glauben, kann man nicht helfen.
Dann müssten Subventionsverträge so hieb- und stichfest formuliert sein, dass eine solche "Abzocke" seitens der Industrie nicht möglich ist.
Und wenn man nun das ausgelutschte "Hedge-Fonds-Argument" anführt, die z.B. Kredite von Banken aufkaufen, die Häuser der Kreditnehmer pfänden, eine riesen Rendite verzeichenen und an individuellen Schicksalen weniger als kein Interesse zeigen, erscheint mir Nokia fast harmlos. Nur das das mediale Interesse größer ist.
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alex27
2. Bundesliga

Anmeldungsdatum: 26.07.2003 Beiträge: 462
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Verfasst am: 17 Jan 2008 12:48 Titel: |
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Von diesem Gutmenschdenken sollte man sich mal verabschieden. An dem ganzen Vorgang ist nichts verwerfliches:
zu Nokia: Die Unternehmensleitung ist in erster Linie nicht der Belegschaft, schon gar nicht der deutschen (auch wenns für die bitter ist) verpflichtet, sondern den Aktionären, denn denen gehört das Unternehmen. Stellt euch doch mal vor, Ihr hättet Nokia-Aktien und bekommt dann ein Schreiben, dass ihr dieses Jahr keine Ausschüttung bekommt, weil sich das Managment entschieden hat, im Sinne seiner sozialen Vertantwortung entschieden hat, einen weniger oder nicht rentablen Standort beizubehalten. So läuft es einfach nicht. Nebenbei werden dadurch auch neue Arbeitsplätze geschaffen, nur eben in Rumänien.
zu den Subventionen: Es wurden in den 90er Jahren, so wie ich es gelesen habe, Subventionen an Nokia gezahlt, damit die in Bochum ein Werk eröffnen. Dabei wurde vereinbart, dass der Standort bis mindestens September 06 beibehalten wird. Wenn er nun nach Fristablauf aufgegeben wird, hat das weder mit Dummheit der Regierung noch Hinterhaltigkeit von Nokia zu tun. Es wurden immerhin über einen Zeitraum von über 10 Jahren Arbeitsplätze geschaffen, das muss man auch mal sehen. Die Regierung wird damals schon so kalkuliert haben ( das unterstell ich einfach mal), dass sich die Subventionen während der Mindestlaufzeit rechnen. Sicher wäre es schön gewesen, wenn das Werk nicht geschlossen wird (sie haben es immerhin nicht am 01.Oktober 2006 getan), aber Deutschland ist nun mal kein idealer Standort für die Handy-Produktion.
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Gast
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Verfasst am: 17 Jan 2008 12:58 Titel: |
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| Heier84 hat folgendes geschrieben: |
| Meinetwegen werft mir Naivität vor oder sagt, dass meine Posts in populistischster Weise formuliert sind. Aber ein Weltbild in dem man unternehmerische Interessen aus reinem Selbstzweck über das Schicksal von Menschen stellt, die zumindest in dieser Hinsicht am allerwenisgten Schuld an ihrem Schicksal sind kann und will ich einfach nicht vertreten. |
Das wirft dir auch sicherlich keiner vor und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Ebi das alles so gemeint hat, wie es jetzt rüber kommt^^
Oder sitzt er vielleicht heimlich im Vorstand von Nokia?
Ich zitiere hier mal Nokia, was sie auf ihrer HP über sich selbst schreiben:
| Zitat: |
| Jenseits der Kerngeschäftsaktivitäten beschreitet der Konzern mit Investitionen in die Gesellschaft über sozialausgerichtete oder umweltbezogene Programme einen weiteren wichtigen Weg, um die Philosophie und die Werte unseres Unternehmens sowie das generelle Verantwortungsbewusstsein zum Ausdruck zu bringen. |
Wie geil ist das denn bitte?!
Auch wenn es hier ja eigentlich nicht um Nokia selbst geht, so ist das schon ziemlich harter Tobak wie ich finde. Da soll mir nochmal einer erzählen, dass es in Rumänien nicht genauso laufen wird wie in Bochum, dass sie dort nicht nur die Subventionen einstreichen und dann nach ein paar Jahren Richtung China abhauen. Einfach lächerlich...
Und was die meisten hier vergessen: Die EU hat diese Subventionen ja nicht an das Land Rumänien gezahlt, sondern bewusst mit dem Zweck sie in den neuen Industriepark (der rund um Nokia aufgebaut werden soll) ausgeteilt. Das waren also meines Wissens nach extra Subventionen zzgl. zu dem Geld, welches Rumänien sowieso schon (zu Recht) erhält!
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Gast
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Verfasst am: 17 Jan 2008 13:05 Titel: |
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die lohnkosten machen bei der produktion von handys bei nokia laut WAZ nur 5% aus, dass kann also nicht der grund sein!
peace
Zuletzt bearbeitet von Gast am 3 Jul 2008 14:26, insgesamt einmal bearbeitet
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