Unterschätzt nen Zeckenbiss nicht anhand der Region!
ich komme aus Nordfriesland, also nördlichstes Deutschland.
Ich lag mal 2 Wochen im Krankenhaus, nur wegen einem Zeckenbiss. Ich war vorher auch Jahrelang nicht im Süden, nur einmal in Paris. Und dass ich mir dort die Zecke geholt habe ist doch eher unwahrscheinlich.
Naja, ich leidete (zum Glück) nicht an FSME, sondern an Boreliose.
Das machte sich so bemerkbar, dass ich den gesamten Sommer 2002 an irgendwelchen Krankheiten leidete. Ich hatte ca. 3-4x die Woche nen steifen Hals (was mir der Körper wohl vorgemacht hat, zum. konnte kein Arzt was sehen), was dann dauerhaftes Tragen von Halskrausen etc. nach sich zog. Dann fings auch an, dass ich plötzliche Fieberschübe jenseits der 40° bekam.
Auch zwischendurch hatte ich immer beschwerden, wenn ich z.B. Rad gefahren bin (ja, damals war ich gerade 6 Monate vorm Führerschein, man fuhr noch Rad!

) hab ich sofotr bei unebenheiten auf der Straße einen Schmerz im Nacken verspürte.
Das krasse war allerdings, dass ich ca. 9 Wochen von Arzt zu Arzt gefahren bin und keiner etwas finden konnte. Sowohl Neurologen, Orthopäden, Allgemeinmediziner. Keiner konnte etwas finden (und ich hatte die wildesten Therapien.
Der schlimmste kam aber zum Beginn des 12. Schuljahres, als ich am Montag Abend plötzlich bemerkte, dass meine Backe taub wurde. In den folgenden Tagen wurde meine komplette linke Gesichtshälfte komplett taub (konnte weder Lippen noch groß bewegen (nur hoch ziehen und n sprechen, aber anspitzen etc. ging nicht) als auch die Stirn z.B. nicht kraus machen). Meine Augenlider hingen auch nach unten.
Naja, ab zum Arzt, wieder zum Neurologen, danach ab in den Computertomographen... immernoch nix gefunden (und da vergingen schon 1 Woche).
Dann kam meinem Arzt eine Vermutung, als alles erfolglos verging.
Er vermutete einen Zeckenbiss, wollte erst mitm Chefarzt im Martin-Luther-Krankenhaus in Schleswig rücksprache halten, und eine Woche danach wurde ich (zunächst eingewiesen).
Gleich zu Beginn wurden mir 30 tropfen Rückemark entnommen (sehr ekelhaft so eine Dünne Nadel in die Wirbelsäule zu bekommen) worauch ich 24h am Stück auf dem Rücken liegen musste. Hinzu bekam ich alle 8h (auch Nachts) eine 0,5l Infusion mit Antibiotikum.
Kurz vor derm Krankenhausbesuch begann dann auch meine 2. Gesichtshälfte taub zu werden. Daher wurde beschlossen, dass ich eine Woche im Krankenhaus bleiben müsste. Ich lag immerhin auf der Kinderstation, so gabs 7 Menüs zur AUswahl pro Mahlzeit (halbes Hähnchen etc., sehr lecker!). War zwar fies für die anderen, die nur Suppe schlürfen durften, aber mir tats gut
Hatte 2 Wochen nen eigenen Fernseher und durfte egtl. alles machen im Krankenhaus, keine Einschränkungen. War sog. ganz angenehm.
Aber nach einer Woche bekam ich die Nachricht, dass ich noch eine Woche bleiben müsste, war natürlich sehr deprimierend.
Aber da ich merkte, dass es langsam besser wurde, wars im Endeffekt okay.
Vor allem, wenn man bedenkt, dass der Neurologe meinte, dass ich wohl 6 Monate Gesichtsanspannungsübungen machen sollte, ehe es anfängt wegzugehen. Heute merke ich noch ein wenig, dass ich nicht 100% lächeln kann, sieht ein wenig unorthodox aus, obwohls Freundinnen von mir nicht schlimm finden. Aber ich merks noch, auch dass die Nasenflügel gerne mal n wenig taub werde.
Also, nicht immer nen Zeckenbiss so leicht nehmen, war zwar bei mir nicht gefährlich (bis aufs Fieber), aber unangenehm, da der gesamte Sommer im Arsch war. Aber zur erleichterung, ich war innerhalb von 4 Jahren erst der 2. Fall in Schleswig-Holstien, weiß net wie es heute aussieht.
in diesem Sinne, schönes beißen lassen