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was fürn genre??
wenns mal nicht um oper geht, läd er oft sehr bekannte wissenschaftler ein, intressante gesprächspartner halt. auf xxp kommen dann die langen diskussionen, die sind eindeutig besser als die kurzen ausschnitte.
Alexander Kluge:
"Ich versuche, in den Kulturmagazinen vor allem den Originalton der verschiedenen Kulturbereiche zu treffen. Das ist das, was ich unter Vielfalt verstehe.
Das Fernsehen hat die Eigenart, alles in der Welt in eine einheitliche TV-Sprache zu bringen (zu "homogenisieren). Oper, Avantgarde-Film, Autoren wie Heiner Müller, Durs Grünbein, Franz Kaffka, Dr. Josef Vogl sind aber gerade deswegen sendenswert, weil jeder einen ganz verschiedenen, unverwechselbaren Ausdruck besitzt. Das ist in den Interviews mein Interesse.
Das ist aber auch in der Musik (von Opern bis Techno) oder bei den Bildern so: nur die Vielfalt interessiert mich. Selbstverständlich weiß ich, daß das nicht die Mainstream-Auffassung im TV ist. Das kann sich aber in den neuen Zielgruppen des digitalen Pay-TV sehr rasch ändern.
Im Kino des 20. Jahrhunderts hat der "Autorenfilm", zu dem ich gehöre, eine besondere Bedeutung. Er hat vermutlich mehr zur Filmgeschichte beigetragen als der Konfektionsfilm, auch wenn sich seine Erfolge über die Filmgeschichte verteilen.
Warum soll es nicht ein "Fernsehen der Autoren" geben können? Wenigstens in homöopathischer Dosis, wie in den Kulturmagazinen der dctp? Es sind übrigens die einzigen Kulturmagazine im privaten TV. Sicher keine Überdosierung..."
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