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Comunio-Talk: Doping im Fußball

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PostPosted: 17 Jul 2012 16:43   Post subject: Reply with quote

Wenn man nichts gegen Doping unternimmt, ist dies nicht nur wegen des "Betrugseffekts" schlimm. Wird Doping in einer Sportart quasi stillschweigend gedultet, entwickelt sich ein Klima, in dem junge Sportler fast schon gezwungen sind zu dopen, wollen sie in ihrem Sport weiterkommen. Das ist deswegen problematisch, weil Doping Nebenwirkungen hat.
Man denke an die behinderten Kinder von Spielern der algerischen Nationalmannschaft, die Krebserkrankungen im italienischen Fußball oder auch an Fälle von plötzlichem Herztod.
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PostPosted: 17 Jul 2012 23:18   Post subject: Reply with quote

Schmerzmittelissbrauch im Sport

Schwerpunkt Fußball. Ivan Klasnic, Jens Nowotny, Zlatan Ibrahimovic oder Jerome Boateng als bekannte Namen, die thematisiert werden. Wer in welchem Umfang und Zusammenhang lasse ich mal offen um die Neugier zu steigern.

Doping im Spitzensport
Einige wenige schwarze Schafe in der weißen Herde, oder doch nur weiße Schafe in der schwarzen Erde?

Geheimsache Doping.
Interessante Dokumentation über DEN Dealer des Spitzensports. Angel Heredia. Hat extrem viele Top-Stars mit Doping-Mitteln und Einnahme-Plänen versorgt. Sehenswert!

Ebenfalls mit ihm ein starkes Spiegel-Interview mit ihm zum Thema: Der Dealer Olympias

Dort spricht er unter anderem an, dass auch Fußballer ein großes Interesse an der Thematik haben... aber lest selbst!
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PostPosted: 19 Jul 2012 07:25   Post subject: Reply with quote

@Rauuuuuuuuuuuuuuuuuuul...

Ich seh das überhaupt nicht Problematisch an.

Die Jungs sind meistens reif genug um zu wissen was sie sich da antun. Es ist kein Geheimniss das ein Fussballer mit 35 spätestens Arbeitslos wird. Und das hat ja in der Regel nichts mit dem Alter zu tun, sondern mit dem Körperlichen verschleiß.

Wer eine Profikarriere im Fussball anstrebt weiß ganz genau worauf er sich einlässt und das er seinem Körper schadet. Ob mit oder Ohne Doping. Hochleistungssport ist IMMER schädlich.

Eine Moralische Debatte würde ich mir gefallen lassen, aber überall wo Geldbeträge im 6 und mehrstelligen bereich fließen ist Moral absolute nebensache.

So what.. who cares...
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manuvili
2. Bundesliga
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PostPosted: 19 Jul 2012 07:36   Post subject: Reply with quote


Leon_K. wrote:
Hochleistungssport ist IMMER schädlich.

Die Beispiele, die Rauuuuul ausgewählt hat, lassen diese Aussage etwas zynisch rüberkommen....
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PostPosted: 19 Jul 2012 08:04   Post subject: Reply with quote


Exel2 wrote:
Schmerzmittelissbrauch im Sport

Schwerpunkt Fußball. Ivan Klasnic, Jens Nowotny, Zlatan Ibrahimovic oder Jerome Boateng als bekannte Namen, die thematisiert werden. Wer in welchem Umfang und Zusammenhang lasse ich mal offen um die Neugier zu steigern.

Doping im Spitzensport
Einige wenige schwarze Schafe in der weißen Herde, oder doch nur weiße Schafe in der schwarzen Erde?

Geheimsache Doping.
Interessante Dokumentation über DEN Dealer des Spitzensports. Angel Heredia. Hat extrem viele Top-Stars mit Doping-Mitteln und Einnahme-Plänen versorgt. Sehenswert!

Ebenfalls mit ihm ein starkes Spiegel-Interview mit ihm zum Thema: Der Dealer Olympias

Dort spricht er unter anderem an, dass auch Fußballer ein großes Interesse an der Thematik haben... aber lest selbst!


irgendwie sind die links alle komisch von dir, mein Browser ist voll abgespackt!
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PostPosted: 19 Jul 2012 09:37   Post subject: Re: Comunio-Talk: Doping im Fußball Reply with quote


Wish wrote:

Alo Atog wrote:
Seid ihr einer Meinung mit Sammer und Klopp, dass es im FUßball kein Doping gibt oder gibt es im Fußball bisher keine Doping-Skandale, weil das von den Verbänden so gewollt ist?


Also ich glaube weder das eine noch das andere. Könnte mir schon vorstellen, dass hier und dort mit "leistungssteigernden Stimulanzen" experimentiert wird.....

Nur denke ich eben auch, dass Doping in Mannschaftssportarten eine eher zu vernachlässigende Rolle spielt, da Kraft & Ausdauer eben nur einen Teil des Erfolges begründen - im Gegensatz zu Einzelsportarten in der Leichtathletik, Radfahren u.ä., wo sich der Erfolg quasi ausschließlich darüber definiert.

Ein Felix Magath kann für sich in Anspruch nehmen, vermutlich immer die fittesten Teams an den Start gebracht zu haben. Daraus lässt sich aber nicht wirklich ableiten, warum seine Teams mal mehr und mal weniger Erfolg hatten. Dafür spielen einfach zu viele andere Faktoren eine Rolle.

Long story short: ich will das Thema zwar nicht verbagatellisieren, finde es aber im Fußball bzw. in ähnlichen Mannschaftssportarten deutlich weniger "spannend" als beim Radfahren, wo einem schon der gesunde Menschenverstand sagt: ohne Doping gibt es dort doch eigentlich keine Siegchancen in der Weltspitze....


Klar die reine Laufleistung wird man wahrscheinlich auch ohne Doping abhalten können, allerdings sind diese Mittel ja nicht rein fördernd was Muskeln etc angehen, sondern sie verschaffen dir auch einen Vorteil bei der Regeneration. Sprich ein Spieler regeneriert schon auf den Platz schneller und ist für den nächsten Vollsprint dann wieder voll da. Dementsprechend denke ich das auch im Fußball durchaus gedopt wird, ob das nun flächendeckend geschieht, ist ne andere Sache. Das kann und will ich beurteilen, allerdings ist das Level in den letzten Jahren gerade was die Athletik angeht so dermaßen gestiegen, das ich mir kaum vorstellen kann das es komplett ohne Doping abläuft.
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PostPosted: 25 Jul 2012 11:16   Post subject: Reply with quote

Sicher wird da gedopt. Wo Leistungssteigerungen möglich sind und wo die Kohle dazu da ist, wird auch zugeschlagen. Allerdings hoffe ich, dass es nicht ganz die Dimensionen des Radsports hat. Der ist für mich seit einigen Jahren tot, wegen Dopingmeldung über Dopingmeldung.
Mal sehen, ob da im Fußball auch mal was raus kommt. Geheim bleibt nichts für ewig.
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Alo Atog
Moderator
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PostPosted: 30 Jan 2013 11:23   Post subject: Reply with quote

Fußball, Tennis, Leichtathletik: Doping-Wegbereiter Eufemiano Fuentes gesteht beim Prozess in Madrid, dass er nicht nur bei Radfahrern Bluttransfusionen durchführte



Quote:
"Betrafen die Transfusionen nur Radfahrer", fragte die Anklage. - "Nein, auch andere Sportarten." Zuvor hat er bereits ausgesagt: "2006 habe ich Sportler aus vielen Bereichen betreut: Fußballer, Boxer, Leichtathleten." Auch Tennis erwähnte er. Das ist eigentlich ziemlich interessant und ein bisschen mehr als das, was man ihm an Offenbarung zugetraut hat. Aber die Staatsanwaltschaft verfolgt diese Spur nicht. Keine Nachfragen. Nichts.



Warum sollte die spanische Justiz auch einer Sache nachgehen, die evtl dazu führt, dass ihre Helden des Betrugs entlarvt werden...
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Käviehn
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PostPosted: 30 Jan 2013 11:38   Post subject: Reply with quote

Ich denke das Doping bei weitem nicht das Ausmaß hat wie bspw. im Radsport, aber es wird sicherlich Doper geben !

Ich denke aber das gerade der Mißbrauch von Schmerzmitteln ein rießen Thema sein wird!
Und nicht nur weil man halt immer irgendeine Kleinigkeit hat, sondern das ist ja auch Leistungsfördernt und halt kein Doping!

Ich kenne selber in unteren Klassen Leute, die sich vor wichtigen Spielen wo man weiß es wird wohl an die körperliche Belastungsgrenze gehen mal eben 2 Ibru 600 einwerfen...
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25 Mai 2013 London Calling!!!!
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PostPosted: 30 Jan 2013 13:26   Post subject: Reply with quote


Käviehn wrote:
Ich denke das Doping bei weitem nicht das Ausmaß hat wie bspw. im Radsport, aber es wird sicherlich Doper geben !

Ich denke aber das gerade der Mißbrauch von Schmerzmitteln ein rießen Thema sein wird!
Und nicht nur weil man halt immer irgendeine Kleinigkeit hat, sondern das ist ja auch Leistungsfördernt und halt kein Doping!

Ich kenne selber in unteren Klassen Leute, die sich vor wichtigen Spielen wo man weiß es wird wohl an die körperliche Belastungsgrenze gehen mal eben 2 Ibru 600 einwerfen...


Jup, ich habe in unteren Klassen selber erlebt, dass man dank V*ltaren-Tabletten trotz vermurkster Kreuzbänder noch auflaufen kann...
...wenig später gehts dann natürlich zur Arthroskopie.
IIRC gab's doch schon mal eine Diskussion in den Medien zu V*ltaren im Spitzensport?
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Alo Atog
Moderator
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Joined: 08 Feb 2006
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PostPosted: 30 Jan 2013 14:01   Post subject: Reply with quote

Also Diclofenac (der Wirkstoff von Voltaren) zwar verschreibungspflichtig, doch ein sehr gängiges Schmerzmittel im Amateurbereich, genau wie auch IBU 600 das in die gleiche Wirkstoffklasse fällt.


Quote:
Am Rande der Euro 2008 wurde berichtet, dass Fußballspieler vollgepumpt mit dem Schmerzmittel Diclofenac auf das Spielfeld laufen. Manche nehmen es therapeutisch gegen bestehende Schmerzen, andere schlucken es prophylaktisch. Die Doping-Protokolle, die Fußballspieler bei der WM ausfüllen mussten, zeigten, dass jeder Zehnte vor jedem Spiel Schmerzmittel einnahm. „Natürlich steht Diclofenac und andere Schmerzmittel nicht auf der Doping-Liste“, erklärt Benetka: „Es wirkt nicht leistungssteigernd.“ Auch der Sportmediziner Paul Haber berichtet: „Sportler wie Leichtathleten oder Sprinter nehmen oft monatelang Schmerzmittel.“

Vollgepumpt, aber doch nicht gedopt?

Ich hatte früher sogar einen Mitspieler, der wegen seiner Bandscheibe jede Woche eine Spritze bekommen hat... Finde ich sogar noch heftiger. Und in der Bundesliga liest man ja hin und wieder, dass ein Spieler "fitgespritzt wird".

Sowas ist ja quasi "legales Doping", da es nicht Leistungssteigernd ist. Aber auch dadrüber hinaus kann man auch im Mannschaftssport sinnvoll dopen! Es gibt Mittel, die die Regeneartionsphasen verkürzen (wichtig z.B. bei vielen englischen Wochen) und natürlich Mittel, die die Ausdauer steigern. Wenn jeder deiner Spieler 10% mehr laufen kann, dann macht das am Ende im Prinzip "einen Spieler mehr" auf dem Feld.
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PostPosted: 30 Jan 2013 14:04   Post subject: Reply with quote

Ich vermute, wenn man im Profifußball genau so penibel suchen würde, wie im Radsport, würde so manchem Fan die Kinnlade herunterfallen.

Auch wenn es kein reiner Ausdauersport ist, so kann man mit mehr Puste / Regeneration / Physis vieles wettmachen.
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PostPosted: 30 Jan 2013 14:07   Post subject: Reply with quote

Ob im Fussball jetzt genauso viel wie in anderen Sportarten gedopt wird, ist sicherlich schwer zu beantworten. Das der Fussball allerdings ein Dopingproblem hat, kann man wohl kaum verschweigen. Da gibt es eine Omerta ähnlich wie im Radsport. Artikel dazu gibt es ja immer wieder, auch wenn sie keine große Beachtung finden:

http://www.laola1.at/de/sport-mix/mehr-sport/sonstiges/doping-fuszball-indizien-beweise/page/39875-320-107-189-.html
http://www.focus.de/sport/radsport/radsport-radfahrer-engel-im-vergleich-zu-fussballern_aid_868835.html


Quote:
"There was a player who had transfusions to improve their performance and is idolised today," Pereiro told Cadena Cope. "There was a player who used a growth hormone and is idolised today. If we give the same treatment to cyclists and to those in other sports, one is doped up to their eyeballs and the other is someone who works for their club. It's not about defending cycling and throwing s**t at other sports, but I wish you [the media] would give the same treatment to other sports when you recognize certain things."

http://soccernet.espn.go.com/news/story/_/id/1307220/former-cyclist-oscar-pereiro-accuses-footballers-of-drug-use?cc=5739

sowie Allgemein die Seite: http://fussballdoping.derwesten-recherche.org/

Die ganze "Generation Gold" in Spanien kommt auch nicht aus dem nichts. Vor allem fällt dort auf, dass Spanier im Breitensport im Gegensatz zu den Medienpräsenten Sportarten kaum etwas reissen. Im Medallienspiegel bei Olympia 2012 kamen sie grade einmal auf Platz 21.
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PostPosted: 30 Jan 2013 14:31   Post subject: Reply with quote

""Gibt Schlimmeres"
BVB-Trainer Klopp hat Mitleid mit Lance Armstrong

Dortmunds Trainer Jürgen Klopp plädiert für eine faire Bestrafung des Dopingsünders Lance Armstrong: "Wir haben alle stillschweigend akzeptiert, dass da was nicht mit rechten Dingen zugehen kann."
Ob die Nachricht bis in die USA an die Ohren von Lance Armstrong dringt, ist eher unwahrscheinlich. Freuen würde sich der gefallene Radstar über den Zuspruch sicherlich, denn aufmunternde Worte bekam der König der Doper nach seiner großen Beichte in den vergangenen Wochen ja eher wenig......
Klopps Begründung: "Ich glaube nicht, dass man als Betrüger auf die Welt kommt. Betrogen haben im Sport schon viele. Der eine mehr, der andere weniger. Das ist aber auch uns allen geschuldet, die die Fahrer nach Alpe d`Huez hochnageln sehen wollen. Wir wollen keinen sehen, der das Rad da hochschiebt. Wir haben alle stillschweigend akzeptiert, dass da was nicht mit rechten Dingen zugehen kann."

Meisterschaft abgehakt

Was allerdings nicht hieße, dass Armstrong straffrei bleiben solle. Laut Klopp müsse aber alles ein Maß haben: "Ich möchte kein Verständnis für ihn aufbringen – ich will nur alles ein wenig gerade schieben", sagte der Trainer: "Er muss zweifellos bestraft werden. Aber auch in einem fairen Maße. Wenn er sich später das Leben nimmt, fragen wir uns alle, was wir getan haben. Es gibt schlimmere Straftaten auf der Welt als das, was Armstrong getan hat."...."
http://www.welt.de/sport/fussball/bundesliga/borussia-dortmund/article113236242/BVB-Trainer-Klopp-hat-Mitleid-mit-Lance-Armstrong.html

Ob das jetzt hier OT ist, kann ja jeder für sich entscheiden.
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*Sancho*
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PostPosted: 30 Jan 2013 14:51   Post subject: Reply with quote


rauuul wrote:
""Gibt Schlimmeres"
BVB-Trainer Klopp hat Mitleid mit Lance Armstrong


Nö, das passt in meinen Augen schon hier rein. Und Kloppo hat da in meinen Augen auch Recht. Bei all der (angebrachten) Kritik sollte man schon auch im Hinterkopf behalten, warum das überhaupt gemacht wurde und dass es durchaus auch schlimmere Taten gibt!

Lediglich diesen Absatz mußt Du mir genauer erklären:


rauuul wrote:

Meisterschaft abgehakt


Soll das eine unterschwellige Botschaft sein?!
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PostPosted: 30 Jan 2013 15:17   Post subject: Reply with quote

So sehr ich Klopp schätze, teile ich seine Meinung in dem Punkt absolut nicht.

Armstrong hat systematisch gedopt und das ganz offensichtlich nicht lediglich in der Absicht mithalten zu können. Er hat sich damit Toursieg um Toursieg eingesackt. Dass seine Einstellung zum Thema Doping im Radsport eher ne geläufige denn eine Einzelmeinung ist mag sein, machts aber auch nicht wirklich besser.

Hinzu kommt, und das ist für mich weitaus schwerwiegender, sind seine Falschaussagen unter Eid.

Und auch jetzt noch geht es ihm einzig und allein darum, seinen Arsch zu retten, ohne dass auch nur Ansatzweise so etwas wie Einsicht eingekehrt ist.
Warum lässt er sich demonstrativ unter seinen gelben Trikots ablichten?
Warum nennt er im Zuge seines Geständnisses nicht Ross und Reiter?
Warum verweigert er sich einer Zusammenarbeit mit der USADA?


Meinetwegen unterstellt mir mangelndes Einfühlungsvermögen, aber die Konsequenzen, die jetzt folgen werden, hat er sich selbst zuzuschreiben. Angesichts der immer noch zur Schau gestellten Arroganz Armstrongs fehlt mir da jegliches Mitleid.
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*Sancho*
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PostPosted: 30 Jan 2013 15:28   Post subject: Reply with quote


M. Eláno wrote:
So sehr ich Klopp schätze, teile ich seine Meinung in dem Punkt absolut nicht.

Armstrong hat systematisch gedopt und das ganz offensichtlich nicht lediglich in der Absicht mithalten zu können. Er hat sich damit Toursieg um Toursieg eingesackt. Dass seine Einstellung zum Thema Doping im Radsport eher ne geläufige denn eine Einzelmeinung ist mag sein, machts aber auch nicht wirklich besser.

Hinzu kommt, und das ist für mich weitaus schwerwiegender, sind seine Falschaussagen unter Eid.

Und auch jetzt noch geht es ihm einzig und allein darum, seinen Arsch zu retten, ohne dass auch nur Ansatzweise so etwas wie Einsicht eingekehrt ist.
Warum lässt er sich demonstrativ unter seinen gelben Trikots ablichten?
Warum nennt er im Zuge seines Geständnisses nicht Ross und Reiter?
Warum verweigert er sich einer Zusammenarbeit mit der USADA?


Meinetwegen unterstellt mir mangelndes Einfühlungsvermögen, aber die Konsequenzen, die jetzt folgen werden, hat er sich selbst zuzuschreiben. Angesichts der immer noch zur Schau gestellten Arroganz Armstrongs fehlt mir da jegliches Mitleid.


Ich sehe Klopps Aussage nicht als Versuch, Lance Armstrong in irgend einer Form zu verteidigen.
Viel mehr geht es Kloppo in meinen Augen darum, das alles in Relation zu anderen Vergehen/Verbrechen zu sehen und dementsprechend zu bewerten.

Armstrong hat systematisch gedopt, ist kaum einsichtig und mit Sicherheit alles andere als ein Unschuldsengel. Trotzdem darf man bei aller Kritik nicht übersehen, wie sein Vergehen im Vergleich zu anderen Dingen einzuordnen ist. Nichts anderes sagt Jürgen Klopp - und da bin ich absolut seiner Meinung. Es gibt eine Vielzahl von Vergehen, die deutlich schlimmer sind als das was Armstrong getan hat. Und möglicherweise sind bei den ganzen Kritikern auch Leute dabei, die genügend (oder vielleicht auch mehr) Dreck am eigenen Stecken haben. Wenn ich mit dem Finger auf jemanden zeige, zeigen automatisch vier Finger auf mich selbst. Das sollten wir alle auch ein wenig im Hinterkopf behalten!
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PostPosted: 30 Jan 2013 16:13   Post subject: Reply with quote


M. Eláno wrote:
So sehr ich Klopp schätze, teile ich seine Meinung in dem Punkt absolut nicht.

Armstrong hat systematisch gedopt und das ganz offensichtlich nicht lediglich in der Absicht mithalten zu können.


Und ich bin fest überzeugt, dass ebenso systematisch beim FC Barcelona gedopt wurde und wird. Und ebenso systematisch wird es auch bei Dortmund, den Bayern - und bevor mir hier jemand was vorwirft - auch bei meinen Leverkusenern sein.

Es wäre bei der aktuellen Verfolgung grob fahrlässig. Es herrscht im Fußball ja scheinbar ein Gentlemans Agreement, nicht ernsthaft zu testen. Für die Show, für die Einnahmen...
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PostPosted: 30 Jan 2013 17:16   Post subject: Reply with quote


*Sancho* wrote:
Nö, das passt in meinen Augen schon hier rein. Und Kloppo hat da in meinen Augen auch Recht. Bei all der (angebrachten) Kritik sollte man schon auch im Hinterkopf behalten, warum das überhaupt gemacht wurde und dass es durchaus auch schlimmere Taten gibt!


Schlimmere Taten gibt es immer, (zumindest so lange niemand Hitler sagt ), das ist kein taugliches Argument. Ich finde mit Herrn Armstrong wird vollkommen angemessen umgegangen.

Ich fand Klopps Aussagen eher im Hinblick auf die konkrete Überschrift des Freds interessant.
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PostPosted: 30 Jan 2013 18:52   Post subject: Reply with quote

Im Bezug auf Doping würde ich Klopp noch recht geben.

Wenn man allerdings die Medien und Juristischen Kampangen sieht, die er gegen jeden getätigt hat, der die Wahrheit gesagt hat, dann sieht man, dass Armstrong noch zu gut wegkommt. Er hat versucht Leute systematisch zu zerstören, die ihm gefährlich wurden...
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SteffenII
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Joined: 07 May 2012
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PostPosted: 30 Jan 2013 20:16   Post subject: Reply with quote

Tolles Thema:

Nur kurz von mir! Wir beliefern einige Fussball Vereine und Tennis Spieler mit Injektionen und Infusionen! Alles im erlaubten Rahmen! So darf ein Sportler nach Richtlinien der NADA keine Infusionen über 20 ml erhalten ohne dies zu melden! Allerdings darf sich ein Sportler Injektionen geben lassen! Wenn dies mit Körpereigenen Substanzen geschieht muss er dies nichtmal melden! Hierzu zählen z.B. Aminosäuren und Spurenelemente! Auch ein Push mit Vitamin C als Kurzinfusion ist gerne genommen!
Der Renner momentan sind Organpeptide! Aus tierischen Organen gewonnene Substanzen! Diese kann man trinken und fallen deshalb nicht unter das Anti-Doping-Gesetz!

Es gibt also immer Mittel und Wege NADA konform zu "dopen"!
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SteffenII
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Joined: 07 May 2012
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PostPosted: 30 Jan 2013 20:20   Post subject: Reply with quote

Auch gerne genommen momentan: Anale Ozontherapie! Viel Spaß!
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PostPosted: 4 Feb 2013 18:03   Post subject: Reply with quote


Quote:
Der spanische Fußball-Erstligist Real Sociedad San Sebastián soll laut seines früheren Vereinschefs in den neunziger Jahren Dopingmittel gekauft haben. Es könne sein, dass der Dopingarzt Eufemiano Fuentes der Lieferant gewesen sei, sagte Iñaki Badiola in einem Interview mit der Sportzeitung "As".

Vor seiner Amtszeit von Januar bis Dezember 2008 hätten die damaligen Vereinsärzte sechs Jahre lang verbotene Mittel erworben und mit Geldern aus einer schwarzen Kasse bezahlt. Dabei soll es sich insgesamt um 327.000 Euro gehandelt haben. Badiola habe diese Praxis nach seinem Amtsantritt unterbunden, sagte er: "Unser Aufsichtsrat hat 2008 die beiden Mannschaftsärzte Eduardo Escobar und Antxon Gorrotxategi angezeigt."
[...]
Einer der Amtsvorgänger von Badiola war José Luis Astiazarán. Er stand von 2001 bis 2005 an der Spitze des Vereins und ist heute der Präsident der spanischen Fußball-Profiliga (LFP). Er wies die Dopingvorwürfe zurück und erklärte, in seiner Amtszeit sei von solchen Praktiken nichts bekannt gewesen.


http://www.spiegel.de/sport/sonst/erstligist-san-sebastian-soll-dopingmittel-von-fuentes-gekauft-haben-a-881381.html

Durchaus interessant. Real Sociedad war 2003 übrigens Vizemeister, als aktive Spieler sind heute noch Joseba Llorente, Barkero und Xabi Alonso im Profifussball unterwegs.
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Alo Atog
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PostPosted: 5 Feb 2013 12:05   Post subject: Reply with quote

Nachdem ich mir den Kader von damals angeschaut habe erinner ich mich inzwischen wieder ein wenig. Eine wirklich starke Truppe hatte man damals nicht. Ok, man hatte mit dem jungen Xabi Alonso ein riesen Talent und mit Nihat und Kovacevic ein damals überragendes Sturmduo, welches aber anschließend nie wieder diese Form erreichen konnte. Dazu dann noch der alternde Russe Valeri Karpin.

Aber Überraschungsmannschaften gibt es immer wieder. Und dazu gehört Real Sociedad damals auf jeden Fall. Man belegte 3 mal in Folge Platz 13, dann wird man Vizemeister, aber auch nur, weil man an drei letzten Spieltagen nur 4 Punkte holt, während Real Madrid durch 7 Punkte noch an ihnen vorbei zieht und anschließend landet man wieder auf den Plätzen 15, 14 und 16. Das man sich da nur für eine Saison an die Spitze gedopet hat denke ich daher nicht. Es hat damals vermutlich eher alles einfach gepasst.


Dennoch eine sehr interessante Aussage von Badiola, der ich definitiv mehr Vertrauen schenke, als der von José Luis Astiazarán, der durch seine aktuelle Position auch nichts anderes behaupten kann.
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Alo Atog
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PostPosted: 3 May 2013 09:51   Post subject: Reply with quote

Rettig: ''DFL begrüßt Einführung von Blutkontrollen''


Quote:
Im deutschen Profi-Fußball werden im Kampf gegen Doping möglicherweise noch in diesem Jahr erstmals Bluttests durchgeführt. "Der Profi-Fußball begrüßt grundsätzlich die Einführung von Blutkontrollen und setzt sich damit intensiv auseinander. Das Thema ist bereits mit den Managern der Klubs und im Ligavorstand besprochen worden", sagte DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig auf SID-Anfrage. Die Gesamtzahl der Tests und damit der Aufwand solle konstant bleiben. Rettig: "Gleichzeitig wäre aber durch den stellenweisen Einsatz von Blut- anstelle von Urintests eine verbesserte Kontrolle möglich."


Definitiv ein Fortschritt, aber schade, dass die Anzahl der Tests konstant bleiben sollen und nicht ausgebaut werden. Mich würde es sehr freuen, wenn man über die komplette Saison einmal jeden Verein abklappert und allen Spielern eine Blutprobe abnimmt!
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