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Comunio-Talk: FC Bayern und Katar - Ein skrupelloser Deal?

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W.Zevon
Weltmeister
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Joined: 12 Jul 2005
Posts: 6349
Location: Berlin-Capital of Talents
PostPosted: 30 Jan 2016 15:13   Post subject: Reply with quote


Fonzie wrote:
Ich sehe das auch eher wie da18.

Beim BVB würde ich mich deutlich mehr über Katar als Hauptsponsor aufregen, als ich es jetzt bei Bayern tue. Überspitzt könnte man sagen, dass es da ja eher in mein subjektives Bild vom unmoralischen Verbrecherclub passt. Mit dem BVB identifiziere ich mich und umso härter würden mich Handlungen, mit denen ich mich absolut gar nicht arrangieren kann, ärgern.


Aber genau das tun wir aber ja auch. Muss man doch nur mal die Tageszeitungen oder Google mit Stichwörtern füttern. Aber augenscheinlich reicht das manch einem nicht. Stattdessen werden dann einzelne Ausschläge nach oben oder unten stets pauschal als "alle Bayern" konotiert. Und das nervt. Dann hat man einfach auch keine Lust mehr dem Anprangernden und Fingerzeigenden bei jeder sich bietender Möglichkeit Rede und Antwort zu stehen...
_________________
Schluss mit der Spoxal Noten-Qual!


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PostPosted: 30 Jan 2016 15:53   Post subject: Reply with quote

Sagen wir es mal so: Hier handelt es sich keineswegs um eine der üblichen FC-Bayern-Geschichten, über die sich die verschiedenen Fanlager aufregen. Der FC Bayern hat durch den Deal mit Katar eine neue Dimension betreten und muss sich nun daran messen lassen. Das hat keineswegs was mit der üblichen "Bayern bäääh"-Mentalität zu tun, die Du hier anderen vielleicht ein wenig unterstellen möchtest.

Und wenn der VfB den Sponsorendeal abgeschlossen hätte, dann wäre ich vermutlich innerlich die Wände hochgegangen. Nur mal so am Rande.
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PostPosted: 30 Jan 2016 16:20   Post subject: Reply with quote


Austriaco wrote:

Determin wrote:
Immer diese Hetze. Ach wie einfach es ist auf dem großen FC Bayern rumzuhaken. Es gibt vllt. Menschenrechtsverletzungen in Katar und DESHALB ist jedes Unternehmen in Katar genau so und lebt dieses so aus? Einfach lächerlich. Wirtschaftlich gesehen sehe ich bei diesem Deal absolut keine Bedenken und das hat nunmal oberste Priorität für eine AG. Wer nun mit Argumenten kommt, dass es in Katar nicht "ordnungsgemäß" zugeht, der sollte erstmal hinterfragen wie so etwas in Deutschland aussieht. Natürlich ist hier alles "ein wenig" menschenrechtlicher geregelt, aber Ausbeutung gibt es auch hier. Es gibt diverse Zeitarbeitsfirmen, Leiharbeiter, 3-Schicht-Betrieb und die Unternehmensstrategie von Discounter-(Lebensmittel-)ketten ist auch nicht gerade ohne.
Verkauft man also als Deutscher seine Seele, wenn man bei Ama-Zone, Pri-Marke oder Discounter-Läden einkauft oder generell Produkte mti "Made in Taiwan/ China". Ich denke nicht!
Aber vllt. bin ich ebenfalls skrupellos, was das angeht.


Rhetorisch und argumentativ ist dein Post leider unterste Schublade. Es geht nicht darum auf dem FC Bayern rumzuhacken, es geht um den Verkauf von Werten auf Kosten von Menschenleben (buchstäblich). Tu nicht so als ob es diese kritischen Stimmen nicht auch bei anderen Vereinen geben würde bzw. gibt (Paris, Barca).

Gerade weil die Menschenrechtsverletzungen in Katar bekannt sind, kann man eben nicht so einfach von der Unschuldsvermutung ausgehen, sondern muss einen solchen Vertrag mit einem katarischen Unternehmen vor diesem Hintergrund vorab prüfen und absichern. Aber gehen wir mal davon aus, dass das die Bayern schon gemacht haben. Dennoch haben sie, wie Muppets richtig schreibt, es verpasst die Situation zu nutzen um einen Beitrag eben gegen die Umstände in dem Land zu leisten. So was nennt man auch Unterlassungssünde.


Determin wrote:
Wirtschaftlich gesehen sehe ich bei diesem Deal absolut keine Bedenken und das hat nunmal oberste Priorität für eine AG.


Das ist ein Blankoscheck für skrupelloses Verhalten. Warum nicht gleich Kinderarbeit und Menschenhandel offen unterstützen, wenn es sich wirtschaftlich gesehen lohnt?


Determin wrote:
erstmal hinterfragen wie so etwas in Deutschland aussieht.


Auch das ist kein Argument. Ein Unrecht kann doch kein Freibrief für weiteres Unrecht sein. Und nur weil man nicht von heute auf morgen eine perfekte Welt schaffen kann, sollte man es gleich ganz bleiben lassen? Irgendwo muss man nunmal anfangen. Nebenbei gesagt finde ich es eine Unverschämtheit eine deutsche 3-Schicht-Strategie mit der Sklavenarbeit in Katar gleichzustellen!


Determin wrote:
Verkauft man also als Deutscher seine Seele, wenn man bei Ama-Zone, Pri-Marke oder Discounter-Läden einkauft oder generell Produkte mti "Made in Taiwan/ China". Ich denke nicht!
Aber vllt. bin ich ebenfalls skrupellos, was das angeht.


Wenn man mal so drüber nachdenkt - ja, in gewissem Maße schon. Wer sich keine Gedanken drüber macht ob für seine 10-Euro Jeans "made in Taiwan" Kinder arbeiten und sterben mussten, der Verkauft seine Seele. Aber zum Glück kannst du dank deiner gelobten Skrupellosigkeit Nachts ruhigen Gewissens schlafen gehen.


Danke! Du sprichst mir aus der Seele. Perfekt auf den Punkt gebracht.
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ledl
Verwarnt
Verwarnt 

Joined: 17 Jun 2005
Posts: 2938
Location: München
PostPosted: 31 Jan 2016 18:55   Post subject: Reply with quote


mistap3 wrote:

Ke01 wrote:
Ich möchte nur kurz folgendes einwenden:
Der FC Bayern steht im europäischen Wettbewerb ganz und gar nicht "marktbeherrschend" da. An der Bundesliga wird die sportliche Führung nicht mehr gemessen, was wirklich zählt ist die Champions League. (Kein Meister und dafür CL-Sieger > Meister und keine CL)

Somit ist man wirtschaftlich betrachtet zu solchen Deals gezwungen.

Darüberhinaus könnte man den Gedanken der Globalisierung direkt über Bord werfen, wenn man ihn an seine eigenen Werte knüpft. Nicht alles was in unserer Kultur für richtig angesehen wird, muss auch zwingend für andere richtig sein. Außerdem müsste man dann jedes andere, international agierende Unternehmen so behandeln wie du es forderst.

Mit Uli Hoeneß und KHR hat das meiner Meinung nach überhaupt nichts zu tun. Vielmehr muss man eben Wege finden um trotz nationaler Solidarität mit internationalen Spitzenteams mithalten zu können.

[& dass Werte, die ein Unternehmen nach außen hin preisgibt, in der Wirtschaft viel Marketing sind, sollte jedem klar sein. Das machen andere Vereine wie Dortmund o.ä. nicht anders]

Schöne Erklärung für das Wort "skrupellos".


Dummkopf.
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PostPosted: 31 Jan 2016 20:01   Post subject: Reply with quote


ledl wrote:
Dummkopf.

Macht dann mal wieder vier Wochen Gelb.
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PostPosted: 1 Feb 2016 09:01   Post subject: Reply with quote


mistap3 wrote:

Determin wrote:
Vermögen und Erfolg begründen keine Verpflichtung. Es wäre Utopia, wenn dies so wäre.

Das ist ernsthaft deine Meinung? Schonmal den Gedanken weitergesponnen, was wäre, wenn du Recht hättest? Wahnsinn.

Die Betonung von mir liegt hier eindeutig auf Verpflichtung, damit meine ich explizit: Der Staat oder eine entsprechende Institution kann dem "Vermögenden und Erfolg-Habenden" dazu zwingen, etwas bestimmtes mit diesem Vermögen zu machen, zB dem Gemeinwohl (was auch immer das sein soll) zu Gute kommen zu lassen. Dies ist wohl de facto nicht so. Um nochmal auf
Art. 14 Grundgesetz zurückzukommen, wie von Muppets angesprochen:
(2) Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.

Hier liegt ja schon die Krux begraben. Mal abgesehen davon, wie weit der Begriff Eigentum gefasst werden kann (hat der Fc Bayern durch den Deal Eigentum gewonnen oder war es vielmehr ein gleichwertiges Tauschgeschäft?) , soll dies Eigentum dem Wohle der Allgemeinheit dienen. Es ist dabei fast egal, was der Fc Bayern mit diesem Geld macht. Entweder taucht es am Ende in der Jahresbilanz als Gewinn auf, der versteuert werden muss oder es wird eingesetzt, um den Konzern wirtschaftlich voranzubringen, was den Gewinn erhöht oder Arbeitsplätze schafft oder was auch immer. In jedem Fall wird dem deutschen Staat geholfen, der wohl dem "Wohle der Allgemeinheit" dient.
Man kann das ganze dann auch ad Absurdum führen und sagen: A beutet B aus und nutzt für das eigene Wohlbefinden. Vorausgesetzt zu A gehören mehr Personen als zu B (Ob nun A und B Staaten, Unternehmen oder Personen sind, ist dabei erstmal vollkommen egal. Im Endeffekt ist das auch schon das klasssische "Fressen und gefressen werden." und die vereinfachte Funktionsweise von Wirtschaft. Eine Partei schließt einen Deal mit einer anderen ab. Beide glauben einen guten Deal gemacht zu haben. Im Endeffekt bereichert sich eine Partei an einer anderen und die berühmte Schere zwischen arm und reich wandert auseinander. Damit das ganze schön weiter praktiziert werden kann, investieren die Parteien mit Eigentum ins Allgemeinwohl und der Kreislauf beginnt von vorn.

Auch auf die Gefahr hin, das ich mich nochmals wiederhole. Natürlich kann man diesen Mechanismus auch als Ausbeutung und Skrupellosigkeit deuten. (Aber dann wäre wirklich jede Art von Transaktion genau das: Selbst wenn man einen Bio-Fairtrade-Apfel bei XYZ kauft, wird irgendeine Partei daran verdienen und hat die anderen Parteien damit ausgebeutet. ) Falls der Fc Bayern durch diesen Deal wirklich etwas gewonnen hat, so könnte man sich doch freuen, dass der Gewinn in den Händen von Bayern ist, statt bei geglaubten Menschenrechtsverletzern. Es wurde noch kein Wort darüber verloren wie dieses Geld eingesetzt werden soll, aber glaubt hier irgendjemand, dass Bayern es vom "Wohle der Allgemeinheit" schadhafter verwendet, als es Katar tun würde, wenn der Deal nicht zustande gekommen wäre? Ich habe hier noch nicht einen Post gelesen, der in die Richtung abzielt: "Wäre der Deal nicht abgeschlossen worden, wäre es besser, weil ..."
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PostPosted: 1 Feb 2016 11:33   Post subject: Reply with quote


Determin wrote:

mistap3 wrote:

Determin wrote:
Vermögen und Erfolg begründen keine Verpflichtung. Es wäre Utopia, wenn dies so wäre.

Das ist ernsthaft deine Meinung? Schonmal den Gedanken weitergesponnen, was wäre, wenn du Recht hättest? Wahnsinn.

Die Betonung von mir liegt hier eindeutig auf Verpflichtung, damit meine ich explizit: Der Staat oder eine entsprechende Institution kann dem "Vermögenden und Erfolg-Habenden" dazu zwingen, etwas bestimmtes mit diesem Vermögen zu machen, zB dem Gemeinwohl (was auch immer das sein soll) zu Gute kommen zu lassen. Dies ist wohl de facto nicht so. Um nochmal auf
Art. 14 Grundgesetz zurückzukommen, wie von Muppets angesprochen:
(2) Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.

Hier liegt ja schon die Krux begraben. Mal abgesehen davon, wie weit der Begriff Eigentum gefasst werden kann (hat der Fc Bayern durch den Deal Eigentum gewonnen oder war es vielmehr ein gleichwertiges Tauschgeschäft?) , soll dies Eigentum dem Wohle der Allgemeinheit dienen. Es ist dabei fast egal, was der Fc Bayern mit diesem Geld macht. Entweder taucht es am Ende in der Jahresbilanz als Gewinn auf, der versteuert werden muss oder es wird eingesetzt, um den Konzern wirtschaftlich voranzubringen, was den Gewinn erhöht oder Arbeitsplätze schafft oder was auch immer. In jedem Fall wird dem deutschen Staat geholfen, der wohl dem "Wohle der Allgemeinheit" dient.
Man kann das ganze dann auch ad Absurdum führen und sagen: A beutet B aus und nutzt für das eigene Wohlbefinden. Vorausgesetzt zu A gehören mehr Personen als zu B (Ob nun A und B Staaten, Unternehmen oder Personen sind, ist dabei erstmal vollkommen egal. Im Endeffekt ist das auch schon das klasssische "Fressen und gefressen werden." und die vereinfachte Funktionsweise von Wirtschaft. Eine Partei schließt einen Deal mit einer anderen ab. Beide glauben einen guten Deal gemacht zu haben. Im Endeffekt bereichert sich eine Partei an einer anderen und die berühmte Schere zwischen arm und reich wandert auseinander. Damit das ganze schön weiter praktiziert werden kann, investieren die Parteien mit Eigentum ins Allgemeinwohl und der Kreislauf beginnt von vorn.

Auch auf die Gefahr hin, das ich mich nochmals wiederhole. Natürlich kann man diesen Mechanismus auch als Ausbeutung und Skrupellosigkeit deuten. (Aber dann wäre wirklich jede Art von Transaktion genau das: Selbst wenn man einen Bio-Fairtrade-Apfel bei XYZ kauft, wird irgendeine Partei daran verdienen und hat die anderen Parteien damit ausgebeutet. ) Falls der Fc Bayern durch diesen Deal wirklich etwas gewonnen hat, so könnte man sich doch freuen, dass der Gewinn in den Händen von Bayern ist, statt bei geglaubten Menschenrechtsverletzern. Es wurde noch kein Wort darüber verloren wie dieses Geld eingesetzt werden soll, aber glaubt hier irgendjemand, dass Bayern es vom "Wohle der Allgemeinheit" schadhafter verwendet, als es Katar tun würde, wenn der Deal nicht zustande gekommen wäre? Ich habe hier noch nicht einen Post gelesen, der in die Richtung abzielt: "Wäre der Deal nicht abgeschlossen worden, wäre es besser, weil ..."


Mann, ich hatte einen so schönen langen Post zur Antwort und bin dann rausgeflogen. Long Story short:

1) Danke für den interessanten und vor allem sachlichen Beitrag, auch wenn ich nicht überall deiner Meinung bin.

2) Wäre der Deal nicht zustande gekommen wäre besser, weil... dann in Katar niemand mit dem FC Bayern Werbung machen und Kunden gewinnen könnte. Im Idealfall würde man sich Gedanken machen, welche Umstände man im Land schaffen müsste, um in Zukunft solche Deals zu bekommen.

3) Wäre der Deal nicht zustande gekommen wäre besser, weil... dann ein anderes (moralisch besseres?) Unternehmen Bayerns neuer Platinpartner hätte werden können (vielleicht sogar zum gleichen Preis?)

4) Am besten wäre es gewesen an den Deal konkrete Forderungen zu knüpfen in Sachen Menschenrechte und gemeinsam mit dem katarischen Partner offensiv gegen die zweifelhaften Umstände im Land und das resultierende schlechte Image vorzugehen. Diese verpasste Chance und die scheinbare Gleichgültigkeit der handelnden Personen gegenüber der Thematik ist es, was viele hier so ärgert.
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PostPosted: 1 Feb 2016 11:35   Post subject: Reply with quote

Das greife ich mal auf:

Wenn der Sponsorendeal nicht abgeschlossen worden wäre, weil der FC Bayern z. B. gefordert hätte, dass z. B. die Arbeitsbedingungen der Gastarbeiter, die an den Stadien mitarbeiten, verbessert werden müssen
und Katar hätte diesem Deal nicht zugestimmt, dann wäre Katar eine ganz erhebliche Möglichkeit zur Imagepflege, zur Vermarktung und zur Geldanlage entgangen.

Katar wäre dann also gezwungen, etwas zu verändern, um den Sponsorendeal zu erhalten. Aber diese Standfestigkeit, bzw. dieses Verantwortungsgefühl hatte scheinbar niemand beim FCB.

Im Übrigen: Der FC Bayern kann immer und überall solvente Sponsoren finden und braucht Katar für eine angemessen Finanzierung nicht. Katar ist mit Sicherheit nur deshalb anderen willigen Sponsoren vorgezogen worden, weil dort einfach unanständig hohe Summen zu holen sind, die in der gewöhnlichen Marktwirtschaft für Unternehmen völlig unrentabel wären und betriebswirtschaftlichen Irrsinn darstellen würden. Und das macht das Ganze m. E. nach auch besonders verwerflich, denn die Gelder hinter der Flughafengesellschaft dürften weit überwiegend aus der Ölwirtschaft stammen, in der aufgrund der Abhängigkeit anderer Länder andere Gesetze gelten, als in der gewöhnlichen Marktwirtschaft.

Der FC Bayern bedient sich hier eines Sponsors, der aufgrund seiner nahezu monopolhaften wirtschaftlichen Stellung über nahezu endlosen Nachschub verfügt und gleichzeitig das vorhandene Vermögen nicht dazu nutzt, die Lebensbedingungen im eigenen Land zu verbessern, sondern dazu, noch mehr Geld anzuhäufen, dass nur einer geringen Vielzahl von einflussreichen Menschen zukommt. Und das ist den Verantwortlichen des FCB scheinbar egal gewesen.
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PostPosted: 1 Feb 2016 11:38   Post subject: Reply with quote


Bärlin27 wrote:

Macht dann mal wieder vier Wochen Gelb.


Kann man zusätzlich zu der Verwarnung solche Posts nicht einfach löschen?
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PostPosted: 1 Feb 2016 13:01   Post subject: Reply with quote

Jetzt wirds aber schon philosophisch, oder?

Die Welt wäre besser, wenn der FCB keinen Werbevertrag gemacht hätte.
Jungs, bleibt am Boden... es ändert sich nichts, wenn der FCB den Vertrag nicht gemacht hätte.

Warum soll Katar alles im Land ändern, nur weil ein Vertrag mit dem FCB nicht zustande kommt?

Das der Vertrag trotzdem scheiße ist, bei dem bleibe ich man sollte aber realistisch bleiben!

P.S.


Quote:
Teil der Kooperation ist laut Rummenigge aber auch, "dass wir gemeinsam soziale Projekte und den Dialog über gesellschaftspolitisch kritische Themen fördern werden".

FC Bayern: Sponsorenvertrag mit dem Flughafen Doha - Lesen Sie mehr auf:
http://www.donaukurier.de/sport/fussball/erstebundesliga/sp-Fussball-Bundesliga-Muenchen-Katar-Werbevertrag-Meldung-FC-Bayern-Sponsorenvertrag-mit-dem-Flughafen-Doha;art154805,3174107#plx1075700659
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PostPosted: 1 Feb 2016 13:43   Post subject: Reply with quote

Edit: Vielen Dank für die Vervollständigung meiner Sätze!

Muppets wrote:
Das greife ich mal auf:
Wenn der Sponsorendeal nicht abgeschlossen worden wäre, weil der FC Bayern z. B. gefordert hätte, dass z. B. die Arbeitsbedingungen der Gastarbeiter, die an den Stadien mitarbeiten, verbessert werden müssen
und Katar hätte diesem Deal nicht zugestimmt, dann wäre Katar eine ganz erhebliche Möglichkeit zur Imagepflege, zur Vermarktung und zur Geldanlage entgangen.

Katar wäre dann also gezwungen, etwas zu verändern, um den Sponsorendeal zu erhalten. Aber diese Standfestigkeit, bzw. dieses Verantwortungsgefühl hatte scheinbar niemand beim FCB.

Im Übrigen: Der FC Bayern kann immer und überall solvente Sponsoren finden und braucht Katar für eine angemessen Finanzierung nicht. Katar ist mit Sicherheit nur deshalb anderen willigen Sponsoren vorgezogen worden, weil dort einfach unanständig hohe Summen zu holen sind, die in der gewöhnlichen Marktwirtschaft für Unternehmen völlig unrentabel wären und betriebswirtschaftlichen Irrsinn darstellen würden. Und das macht das Ganze m. E. nach auch besonders verwerflich, denn die Gelder hinter der Flughafengesellschaft dürften weit überwiegend aus der Ölwirtschaft stammen, in der aufgrund der Abhängigkeit anderer Länder andere Gesetze gelten, als in der gewöhnlichen Marktwirtschaft.

Der FC Bayern bedient sich hier eines Sponsors, der aufgrund seiner nahezu monopolhaften wirtschaftlichen Stellung über nahezu endlosen Nachschub verfügt und gleichzeitig das vorhandene Vermögen nicht dazu nutzt, die Lebensbedingungen im eigenen Land zu verbessern, sondern dazu, noch mehr Geld anzuhäufen, dass nur einer geringen Vielzahl von einflussreichen Menschen zukommt. Und das ist den Verantwortlichen des FCB scheinbar egal gewesen.

Etwas blauäugig wie ich finde, weil:
1. der FCB auch so eine Forderung hätte aufstellen können und der Deal kommt zu Stande.
2. Wenn Katar so astronomisch viel Geld hat, werden sie ihren Deal bekommen, getreu nach dem Motto: Wenn Bayern es nicht für 20Mio. macht, dann vllt. für 200Mio oder Werder Bremen für 20Mio.. Vllt. wurde so auch der Preis in die Höhe getrieben!
3. Wenn die gewöhnliche Marktwirtschaft mit den Angeboten aus Katar nicht mithalten kann, dann ist es doch gut, wenn ein von euch-bisher-gesehener-moralisch-handelnder-FCB dieses zusätzliche Geld bekommt und moralisch zu handeln. Besser so, als dass dieses Geld weiter für unmoralische Zwecke eingesetzt wird.
4. Zum Fettgedruckten: Wer kann es einem wirtschaftlichen Unternehmen verdenken, Profit anzuhäufen. Wenn hier wirklich ein Wirtschaftsmonopol und nahezu unbegrenzte Geldmengen zur Verfügung stehen erscheint hier ein FCB mickrig klein.

Wenn Katar wirklich so unbegrenzte Mittel hat, dann wird dagegen kein Unternehmen etwas machen können. Vllt. noch erste Gebote ausschlagen und auf ein überteuertes Angebot "hoffen" (Bsp: 100Mio statt marktgerechten 20Mio.). Dann kann doch ein moralisches Unternehmen diese 100Mio. annehmen, obwohls skrupellos erscheint, sich über die zusätzlichen 80Mio. freuen und diese moralisch wertvoll einsetzen (Meintwegen um Handwerker aus Katar anzuheuern, um das Nachwuchszentrum nach deutschem Lohnstandard in Bayern aufzubauen). Es ist mMn immer noch nicht verwerflich solche AnGebote anzunehmen, wenn man mit dem Geld etwas sinnvolles macht.
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PostPosted: 1 Feb 2016 14:31   Post subject: Reply with quote


Bad Al wrote:
Jetzt wirds aber schon philosophisch, oder?

Die Welt wäre besser, wenn der FCB keinen Werbevertrag gemacht hätte.
Jungs, bleibt am Boden... es ändert sich nichts, wenn der FCB den Vertrag nicht gemacht hätte.

Philosophische Ansätze sind ja gar nicht verkehrt, denn die Ethik ist ein Kerngebiet der Philosophie.

Und ja, die Welt wäre besser, wenn der FCB diesen Deal nicht gemacht hätte. Und sie wäre noch besser, wenn niemand mit den Kataris Deals machen würde.
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PostPosted: 1 Feb 2016 14:40   Post subject: Reply with quote


Bad Al wrote:

P.S.


Quote:
Teil der Kooperation ist laut Rummenigge aber auch, "dass wir gemeinsam soziale Projekte und den Dialog über gesellschaftspolitisch kritische Themen fördern werden".

FC Bayern: Sponsorenvertrag mit dem Flughafen Doha - Lesen Sie mehr auf:
http://www.donaukurier.de/sport/fussball/erstebundesliga/sp-Fussball-Bundesliga-Muenchen-Katar-Werbevertrag-Meldung-FC-Bayern-Sponsorenvertrag-mit-dem-Flughafen-Doha;art154805,3174107#plx1075700659


Dann soll der FC Bayern doch bitte einfach endlich genau benennen, welche sozialen Projekte und welche Dialoge verbindlich gefördert werden sollen. Bisher ist nämlich nichts Konkretes und Verbindliches nach Außen gedrungen. Es ist völlig unklar, ob diese Vorhaben wirklich zum verbindlichen Gegenstand der Vereinbarung gemacht worden sind, oder ob es sich um bloße Absichtserklärungen handelt (die völlig wertlos sind).

@Determin

zu 1.): Dann hätte der FC Bayern aber die Marketingmaschine angeworfen und das ausführlich dargestellt. Zudem wäre das genau das gewesen, was der FC Bayern hätte tun sollen.
zu 2.): Nee, das glaube ich nicht. Manchmal kann Geld den Imageschaden nicht beheben.
zu 3.): Welchen moralischen Zweck verfolgt der FC Bayern denn mit dem Geld aus dem Deal? Dieser Deal wurde m. E. im Rahmen der "Fernsehgelderschlacht" ausgehandelt. Mitlaufen und Nachmachen ist nicht der richtige Weg.

Last edited by Guest on 1 Feb 2016 14:45; edited 1 time in total
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PostPosted: 1 Feb 2016 15:01   Post subject: Reply with quote


W.Zevon wrote:

Aber genau das tun wir aber ja auch. Muss man doch nur mal die Tageszeitungen oder Google mit Stichwörtern füttern. Aber augenscheinlich reicht das manch einem nicht. Stattdessen werden dann einzelne Ausschläge nach oben oder unten stets pauschal als "alle Bayern" konotiert. Und das nervt. Dann hat man einfach auch keine Lust mehr dem Anprangernden und Fingerzeigenden bei jeder sich bietender Möglichkeit Rede und Antwort zu stehen...

Lieber Zevon,

lies dir doch einfach mal diesen Thread mit der dir möglichst neutralen Brille durch. Hier hat bisher niemand, aber auch wirklich niemand irgendetwas pauschalisierend böses über den FCB geschrieben. Es gibt und gab keinerlei Anlass für - zum Beispiel - deine Eingangsposts.

Hingegen sind einige Argumentationsversuche ("dann ist halt die ganze Welt skrupellos" u.ä.) und deine ursprüngliche, völlig unprovozierte Abwehrhaltung wohl als nichts anderes zu deuten als das, was Hahny beschrieben hat.

Ein bißchen mehr Differenzierung würde an dieser Stelle sehr gut tun. Dass ich z.B. aus deiner Sicht vermutlich nur ein "Hater" (oder wie auch immer du das nennen willst) bin, ist mir relativ klar. Aber selbst ich bin nicht einfach immer pauschal gegen alles, was mit dem FCB zu tun hat. Es gibt bei euch sogar mittlerweile einige Spieler, die ich sympathisch finde - unglaublich, oder? Und genauso differenziere ich auch "eure" Stimmen, so z.B. dass Bad Al dieses Mal einen kritischen Ton anschlägt. Auf der anderen Seite kritisiere ich aber mit meinen bisherigen Posts die (das ist natürlich meine persönliche Sicht) entlarvend unreflektierten Beiträge von Determin und Ke01. Über ledl und DPausC hüllen wir mal den Mantel des Schweigens.

Ich wäre wirklich sehr interessiert daran, wie du darauf kommst, dass deine Einlassungen hier nötig waren. Ich sehe jedenfalls (in diesem Thread) nullkommanull Veranlassung dazu.
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*Sancho*
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PostPosted: 2 Feb 2016 02:33   Post subject: Reply with quote

So Leute, ich hab jetzt hier wie angekündigt aufgeräumt und Posts, die nicht zum eigentlichen Thema gehören gelöscht.
Jetzt bitte weiter zum Thema.
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PostPosted: 2 Feb 2016 08:35   Post subject: Reply with quote

Danke für den Roomservice, Sancho!

Um der Kritik etwas entgegen zu kommen, frage ich jetzt einfach mal in die Runde: War der FC Bayern u. U. gezwungen den Sponsorendeal abzuschließen, um künftig wettberwerbsfähig zu bleiben? Vor dem Hintergrund der Debatte um Fernsehgelder, könnte man beim FC Bayern ja schon zu dieser Auffassung gelangt sein.

FCA-Boss Hofmann spricht es aus, was andere denken: "Die ersten drei Jahre werden wir durchstehen. Sollte es länger als drei Jahre gehen, wird es akute Folgen haben", meint Hofmann. Dann werde "sicher auch der Schrei nach der Abschaffung der 50+1-Regel laut, weil wir in Europa, außer Bayern München und vielleicht Borussia Dortmund, nichts mehr gewinnen können. Und ich fürchte, dann wird man sich schrittweise von 50+1 verabschieden."

In diesem Zusammenhang ist es jedenfalls wirtschaftlich vollständig nachollziehbar, dass München sich an einen Sponsor wandte, der es mühelos mit den Summen der gezahlten Fernsehgelder aufnehmen kann.
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PostPosted: 2 Feb 2016 09:25   Post subject: Reply with quote


Muppets wrote:

Dann soll der FC Bayern doch bitte einfach endlich genau benennen, welche sozialen Projekte und welche Dialoge verbindlich gefördert werden sollen. Bisher ist nämlich nichts Konkretes und Verbindliches nach Außen gedrungen. Es ist völlig unklar, ob diese Vorhaben wirklich zum verbindlichen Gegenstand der Vereinbarung gemacht worden sind, oder ob es sich um bloße Absichtserklärungen handelt (die völlig wertlos sind).

Warum sollen bloße Absichtserklärungen keinerlei Wert haben? Es soll noch Menschen geben, deren Wort genauso viel Wert ist wie ein schriftlicher Vertrag. Man kann doch weiterhin dem FCB kein skrupelloses Verhalten unterstellen, weil bisher noch nichts nach außen gedrungen ist. Eigene Verträge von der Öffentlichkeit fern zu halten, halte ich für sehr sinnvoll. Es war schon schlimm genug, diese ganzen Guardiola-Vertragsfragen in den Medien mitzubekommen. Sportliche Fragen gab es quasi keine mehr. Ist totale Transparanz wirklich nötig, damit einem nicht Skrupellosigkeit oder ähnliches vorgeworfen wird?


Muppets wrote:

zu 1.): Dann hätte der FC Bayern aber die Marketingmaschine angeworfen und das ausführlich dargestellt. Zudem wäre das genau das gewesen, was der FC Bayern hätte tun sollen.
zu 2.): Nee, das glaube ich nicht. Manchmal kann Geld den Imageschaden nicht beheben.
zu 3.): Welchen moralischen Zweck verfolgt der FC Bayern denn mit dem Geld aus dem Deal? Dieser Deal wurde m. E. im Rahmen der "Fernsehgelderschlacht" ausgehandelt. Mitlaufen und Nachmachen ist nicht der richtige Weg.

1.) Reine Unterstellung: Im Zweifel für den Angeklagten -> kein Vorwurf an FCB oder Katar
2.) Ich möchte und kann dir hier nicht widersprechen. Es ist nur eine Möglichkeit, die in Betracht kommt: Im Zweifel für den Angeklagten -> ...
3.) Da ist man wieder bei der Transparenz. Keiner hier kennt die genauen Details und trotzdem werden die Vertragsparteien als skrupellos hingestellt und angerangert. Das kann nicht der richtige Weg sein. Ich kenne den moralischen Zweck auch nicht, bin aber der Meinung, dass es in den Händen eines jeden deutschen Fussballvereins besser aufgehoben ist, als in Katar.[/b]

@mistap3: Bitte erleuchte mich, welche Beiträge von mir unreflektiert sein sollen. Ich konnte bisher wenig, von deiner Meinung hierzu hören. Deine einzeiligen Statement a la "Nette Umschreibung für skrupellos" oder "Wahnsinn. Sowas mal zu Ende gedacht" helfen mMn keinem weiter. Würde mich freuen, wenn du deine Gedanken, mal etwas ausfürhlicher hier darlegen könntest
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PostPosted: 2 Feb 2016 10:03   Post subject: Reply with quote

Ok, gerne. Nehmen wir mal das hier:

Determin wrote:
Ich kenne den moralischen Zweck auch nicht, bin aber der Meinung, dass es in den Händen eines jeden deutschen Fussballvereins besser aufgehoben ist, als in Katar.

Das ist zum Beispiel eine Aussage, die ich für hochgradig unreflektiert halte. Der FCB ist nicht Robin Hood und klaut den Kataris das Geld, um es unter den Armen zu verteilen. Die Kataris erwarten und bekommen eine Gegenleistung, von der sie sich im Zweifelsfall mindestens ein besseres Image (und damit am Ende noch mehr Geld) versprechen. Also warum nicht das nächste Freundschaftsspiel in Nordkorea austragen? Oder vielleicht im Vorgarten eines Mafiabosses? Immerhin ist das Geld dafür dann ja beim FCB besser aufgehoben...

Und für weitere Beispiele brauchst du nur Austriacos Post weiter oben durchlesen - oder vielleicht gehst du einfach mal darauf ein...?

Determin wrote:
Deine einzeiligen Statement a la "Nette Umschreibung für skrupellos" oder "Wahnsinn. Sowas mal zu Ende gedacht" helfen mMn keinem weiter.

Das wundert mich jetzt auch nicht. Wenn man nicht willens oder in der Lage ist, den Gedanken zu Ende zu denken, hilft das selbstverständlich nicht weiter.
Wenn man aber ernsthaft denkt, dass Vermögen (=Macht) keine Verpflichtung birgt, dann bedeutet das am Ende ganz einfach Mord und Totschlag. Und um ehrlich zu sein, sollte dafür nicht mal ein Einzeiler nötig sein, denn es ist kein Zufall, dass das im Grundgesetz verankert ist.
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PostPosted: 2 Feb 2016 12:50   Post subject: Reply with quote

Vielen Dank für den Beitrag. Auch wenn es überspitzt ist, den Status eines Robin Hood als rechtens oder erstrebenswert zu finden, weiß ich, was du damit meinst.
Mit der Verpflichtungs-Geschichte habe ich etwas weiter oben schon versucht, mich da insoweit zu korrigieren, dass man die Aussage "Vermögen begründet keine Verpflichtung" nicht in den falschen Hals bekommt.
So wie es im Grundgesetz steht, ist der Begriff Eigentum nun einmal sehr weit gefasst und soll zum Allgemeinwohl eingesetzt werden. Natürlich hat jede Person eine gewisse Menge Eigentum und die damit einhergehende Verpflichtung. Die will und wollte ich keinem absprechen. Wenn jetzt aber ein Otto-Normal-Bürger oder Otto-Normal-Unternehmen oder bspw. der FCB nun statt 100Mio. Vermögen auf einmal durch nen Sponsorendeal 200Mio an Vermögen hat, so zieht das für mich nicht eine konkrete Verpflichtung (gegenüber dem Stand mit den 100Mio.) nach sich, die nicht sowieso selbstverständlich ist (zB das als Einnahmen anzugeben und rechtmäßig zu versteuern). Um es anders auszudrücken: Nur weil man sein Vermögen steigert, wird man doch nicht gezwungen, diese Vermögenssteigerung in irgendeiner Art und Weise zum Wohle der Allgemeinheit einzusetzen.
Ich hoffe, ich konnte mich hiermit verständlicher ausdrücken
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PostPosted: 2 Feb 2016 13:19   Post subject: Reply with quote


Determin wrote:
Um es anders auszudrücken: Nur weil man sein Vermögen steigert, wird man doch nicht gezwungen, diese Vermögenssteigerung in irgendeiner Art und Weise zum Wohle der Allgemeinheit einzusetzen.
Ich hoffe, ich konnte mich hiermit verständlicher ausdrücken


Deiner Rechtsauffassung hatte ich oben schon mal zugestimmt, bevor mein Post verloren ging. Keiner kann Bayern (oder ein beliebiges Unternehmen) dazu zwingen soziale Projekte zu unterstützen oder ähnliches.
Ich sehe hier in dem Fall allerdings zwei kritische Punkte:
1) Es ist allein schon aus Marketing Sicht nicht zu empfehlen, sich nur am absoluten Minimum zu orientieren. Nur weil es keine legale Verpflichtung gibt, heißt nicht, dass man als Fan/Bürger/Aktionär nicht mehr von seinem Verein/Regierung/Unternehmen erwarten darf.
2) Kann man das nicht losgelöst vom Kontext ansehen. Wenn Bayern auf Marketingtour durch die USA geht, dort neue Partner, Fans, Kunden und Mitglieder und somit letztlich neues Geld akquiriert, verlangt sicher keiner, dass sie sich dort in soziale oder politische Dinge einmischen sollen. In Katar ist der Kontext eben ein anderer und die Folgerung, dass Bayern mittelbar von den Ausbeutungen im Lande profitiert liegt nicht fern. Das Geld erscheint schmutzig und es bleibt ein Geschmäckle.
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PostPosted: 2 Feb 2016 13:33   Post subject: Reply with quote


Determin wrote:
Vielen Dank für den Beitrag. (Menderes hätte es nicht besser sagen können.)Auch wenn es überspitzt ist, den Status eines Robin Hood als rechtens oder erstrebenswert zu finden, weiß ich, was du damit meinst.
Mit der Verpflichtungs-Geschichte habe ich etwas weiter oben schon versucht, mich da insoweit zu korrigieren, dass man die Aussage "Vermögen begründet keine Verpflichtung" nicht in den falschen Hals bekommt.
So wie es im Grundgesetz steht, ist der Begriff Eigentum nun einmal sehr weit gefasst und soll zum Allgemeinwohl eingesetzt werden. Natürlich hat jede Person eine gewisse Menge Eigentum und die damit einhergehende Verpflichtung. Die will und wollte ich keinem absprechen. Wenn jetzt aber ein Otto-Normal-Bürger oder Otto-Normal-Unternehmen oder bspw. der FCB nun statt 100Mio. Vermögen auf einmal durch nen Sponsorendeal 200Mio an Vermögen hat, so zieht das für mich nicht eine konkrete Verpflichtung (gegenüber dem Stand mit den 100Mio.) nach sich, die nicht sowieso selbstverständlich ist (zB das als Einnahmen anzugeben und rechtmäßig zu versteuern). Um es anders auszudrücken: Nur weil man sein Vermögen steigert, wird man doch nicht gezwungen, diese Vermögenssteigerung in irgendeiner Art und Weise zum Wohle der Allgemeinheit einzusetzen.
Ich hoffe, ich konnte mich hiermit verständlicher ausdrücken

Längst gelesen und verstanden. Es geht aber bei weitem nicht darum, dass 1 oder 100% mehr Vermögen gleich 1 oder 100% mehr Verpflichtungen sind.

Es geht darum, dass man an Vermögende insgesamt andere Erwartungen haben kann als an Arme - in diesem Fall z.B. würde kein Angestellter verhungern, wenn der FCB diesen Deal nicht abschließen würde. Einem Mittellosen kann man nicht vorwerfen, fragwürdiges Geld anzunehmen, um sein Leben zu erhalten.

Die nächste Verpflichtung beruht auf einer gesteigerten gesellschaftlichen Vorbildfunktion, die zumindest auch auf dem Vermögen beruht. Wenn der FCB wirtschaftlich über Leichen geht, warum sollen das dann nicht direkt alle machen, wenn man damit Erfolg hat? Oder warum nicht noch einen Schritt weitergehen (Nordkorea etc.), wenn man dort noch mehr Geld kriegen würde?

Wir reden hier von moralischen Grenzen und zwar nicht deinen oder meinen persönlichen, sondern mehrheitsgesellschaftlich akzeptierten/tolerierten/definierten. Und da rein wirtschaftlich zu argumentieren, ist meines Erachtens sowohl von Hopfner, als auch von dir und Ke01 ein bißchen arg wenig. Denn da sind wir wieder beim Wort "skrupellos". Glücklicherweise haben das viele Bayernanhäger bereits quittiert. Das ändert aber nichts an der Diskussionswürdigkeit zweifelhafter Relativierungsversuche so mancher hier oder auch besagten Hopfners.
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PostPosted: 2 Feb 2016 14:50   Post subject: Reply with quote

... und genau um diesen einen Schritt gehts mir, der hier von einigen so lapidar als selbstverständlich angesehen wird.
Man geht als deutsches Unternehmen einen Deal ein, der rein rechtlich gesehen (auch nach Art 14 aus dem GG) vollkommen legal ist.
Geht man diesen einen Schritt weiter und handelt wie in Nordkorea, Katar oder ähnliches so macht man sich nach deutschem Recht strafbar. Das hat vorerst mit Moral nichts zu tun, das ist eine Rechtsgrenze, die hier überschritten wird und von der man sich als FCB natürlich deutlich distanzieren möchte.
Da macht das "Annehmen von fragwürdigem Geld von einem Mittellosen" für mich nicht wirklich einen Unterschied. Deutschland ist ein Sozialstaat und jeder wird hier abgesichert, sei es über H4, ALGII oder wasauchimmer. Natürlich kann ein Vermögender wie ein FCB mehr tun als ein sozial schwacher, aber auch moralisch gesehen darf hier mMn kein großer Unterschied gemacht werden. Ein Robin Hood kann hier für seine ach so "gerechte" Art gelobt werden, hat allerdings nach heutigem deutschen Standard das Gesetz überschritten.
Es gibt gute Gründe, warum Formulierungen wie "Ein deutsches Unternehmen darf keinen Handel mit ausländischen Unternehmen ausüben, wenn deren moralischen Werte nicht mit denen von Deutschland vereinbar sind." auf irgendeine Art und Weise im Gesetz verankert sind.
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PostPosted: 2 Feb 2016 15:19   Post subject: Reply with quote

Im Titel steht nicht umsonst "skrupellos" und nicht "illegal". Die Legalität ist genauso unbestritten wie die wirtschaftliche Sinnhaftigkeit. Wir reden hier einzig von moralischen Dimensionen.

Nehmen wir noch ein anderes Beispiel: Wenn ein Millionär bei Kik eine Jeans kauft, kann man ihm das mitunter deutlich eher vorwerfen, als wenn jemand am Monatsende nur 8 Euro hat und das gleiche tut. Legal ist auch das, wirtschaftlich sinnvoll vielleicht auch. Aber hat es der Millionär nicht deutlich einfacher, eine moralisch einwandfreie Alternative zu finden und damit auch seiner evtl. vorhandenen Vorbildfunktion gerecht zu werden? Besonders haarig wird es dann, wenn der Millionär immer wieder öffentlich proklamiert hat, bestimmte Werte zu vertreten, um dann wirtschaftliche Aspekte und Gesetzeskonformität als einzige Argumente ins Feld zu führen.
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PostPosted: 2 Feb 2016 16:39   Post subject: Reply with quote

Um bei deinem Bsp zu bleiben. Natürlich kann der Millionär eine moralisch einwandfreiere Alternative finden, wenn er es denn möchte. Ihm eine mangelnde Vorbildfunktion zu unterstellen, wenn ers nicht tut halte ich für fragwürdig, wenn er sich vorher nicht gegen die Werte von Kik ausgesprochen hat.
Um den Haken zum FCB zu schlagen: Jedem steht es frei, sich seine Vorbilder selbst auszusuchen und dem FCB durch Klubaustritte oder ähnliches klar zu machen, dass solche Schritte nicht geduldet werden. Der FCB schlägt sein Traininglager jetzt schon einige Zeit in Katar auf, da kann man den Deal mit Katar jetzt nicht unbedingt als "entgegen der öffentlichen Proklamation" werten. Ob es nun moralisch richtig ist, dieses Trainingslager "immer noch" in Katar aufzuschlagen, ist eine andere Sache, aber wenn man den FCB da moralisch iwie von abbringen will, müssten Fans schonentsprechende Schritte einleiten, sei es nun Klubaustritte, Fernbleiben vom Trainingslager oder wasauchimmer. Aber einen solchen Deal nach einigen Jahren der Zusammenarbeit einzuschlagen, kann mMn nicht als unerwartet eingestuft werden.

Das wars dann aber auch von mir zu dem Thema
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PostPosted: 2 Feb 2016 17:12   Post subject: Reply with quote


Determin wrote:
Um bei deinem Bsp zu bleiben. Natürlich kann der Millionär eine moralisch einwandfreiere Alternative finden, wenn er es denn möchte. Ihm eine mangelnde Vorbildfunktion zu unterstellen, wenn ers nicht tut halte ich für fragwürdig, wenn er sich vorher nicht gegen die Werte von Kik ausgesprochen hat.
Um den Haken zum FCB zu schlagen: Jedem steht es frei, sich seine Vorbilder selbst auszusuchen und dem FCB durch Klubaustritte oder ähnliches klar zu machen, dass solche Schritte nicht geduldet werden. Der FCB schlägt sein Traininglager jetzt schon einige Zeit in Katar auf, da kann man den Deal mit Katar jetzt nicht unbedingt als "entgegen der öffentlichen Proklamation" werten. Ob es nun moralisch richtig ist, dieses Trainingslager "immer noch" in Katar aufzuschlagen, ist eine andere Sache, aber wenn man den FCB da moralisch iwie von abbringen will, müssten Fans schonentsprechende Schritte einleiten, sei es nun Klubaustritte, Fernbleiben vom Trainingslager oder wasauchimmer. Aber einen solchen Deal nach einigen Jahren der Zusammenarbeit einzuschlagen, kann mMn nicht als unerwartet eingestuft werden.

Das wars dann aber auch von mir zu dem Thema


Naja der Verein Bayern München proklamiert schon zu einem gewissen Maße bestimmte moralische Werte.
Vor allem UH, aber auch andere nutzen jede Gelegenheit um öffentlich als bsonderes "moralisch" handeln zu agieren.
Da wird alles - für eben jenes Image - ausgeschlachtet. Zuletzt die "selbstlose Spendenaktion" für die Flüchtlinge.
Die Vergangenheit, fast ja Grundungszeit in der NS-Zeit darf man auch nicht vergessen. Das ist ja elementarer Teil der Vereinshistorie. Daran kann man sich als Verein auch gut orientieren, statt mit den Kataris Werbedeals einzugehen.

Klar, der Deal kam jetzt nicht völlig unerwartet, die Kontakte zu Katar sind ja seit Jahren offenaichtlich.
Aber nur weil es nicht unerwartet kam, ändert es doch nichts an der Bewertung der Sache.
Fast im Gegenteil könnte man behaupten. Eigentlich wissen die Verantwortlichen diesen Deal genau einzuschätzen, sie haben deshalb jahrelang peu a peu darauf hingearbeitet, um nicht mit dem Holzhammer zu viele Fans zu verschrecken.
Dazu passt dann auch die Absichtserklärung etwas in Katar bewirken zu wollen, statt wirklich klare Maßnahmen, Forderungen oä zu präsentieren.
Wenn man will, kann man das nämlich genauso so interpretieren, dass alles nur dazu dient, den Deal halbwegs schmackhaft zu machen, bzw. die Fans zu besänftigen bis Gras über die Sache gewachsen ist.
Wie gesagt, wenn man das so lesen will.
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