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Brief der Ultras Düsseldorf an den DFB bzgl. Choreoanfrage

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Gast





BeitragVerfasst am: 24 Dez 2004 16:36   Titel: Antworten mit Zitat

Empfänger:
Deutscher Fußball Bund (DFB)

Otto-Fleck-Schneise 6
60528 Frankfurt / Main


offener Brief an den DFB Düsseldorf, 23.12.2004


Ihre Anfrage bzgl. der Organisation und Durchführung einer Choreographie der Ultras Düsseldorf 2000 beim Länderspiel Deutschland vs. Argentinien am 09.02.2005

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Erstaunen nahmen wir Ihre telefonische Anfrage Anfang Dezember zur Kenntnis, in dem Sie uns, die Ultras Düsseldorf 2000, darum bitten, eine vom DFB finanzierte Choreographie im Rahmen des Fußball-Länderspiels Deutschland vs. Argentinien am 09.02.2005 in der LTU Arena Düsseldorf durchzuführen.

Solche Anfragen sind uns zwar von anderen Ultra-Gruppierungen aus der nahen Vergangenheit nicht unbekannt, dennoch möchten wir Sie mit diesem Schreiben darüber informieren, dass wir für die Organisation und Durchführung einer Choreographie im Rahmen dieses Länderspiels nicht zur Verfügung stehen.

Die Ablehnung beruht nicht auf der Tatsache, dass wir Gegner der Nationalmannschaft sind. Ganz im Gegenteil! Einige von uns besuchen regelmäßig ihre Spiele und viele andere fiebern in gemütlicher Runde vor den Fernsehgeräten mit.

Die Gründe hierfür sind anderer Natur, die wir Ihnen im folgenden gerne erläutern möchten:

1. Die Ultras Düsseldorf 2000 sind die Ultras von Fortuna Düsseldorf. Dies bedeutet, das es unser größtes Hobby oder sogar inhaltlicher Teil unseres Lebens ist, den Verein Fortuna Düsseldorf mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln zu unterstützen. Folglich möchten wir uns als Gruppierung nicht durch Dritte in der Gestalt instrumentalisieren lassen, dass wir unsere Aktivitäten entgeltlich für andere Vereine (in diesem Fall Verbände) anbieten.

2. Der DFB als größter Fußballverband der Welt unterlässt es seit Jahren sträflich, gegen die internationalen Bestimmungen der Versitzplatzung von Fußballstadien vorzugehen. Dadurch hat bereits in vielen Stadien eine in Jahrzehnten gewachsene Fan-Kultur begonnen zu sterben.
Als Hauptargument sei in diesem Zusammenhang die fehlende Bewegungsfreiheit in nummerierten Sitzplatzblöcken genannt, welche zu abnehmenden Kommunikationsmöglichkeiten unterhalb der Stadionbesucher führt.

3. Einhergehend mit der Versitzplatzung der Stadien sind in den letzten Jahren bei vielen Vereinen auch die überproportional gestiegenen Eintrittspreise zu erwähnen. Mangels günstiger Stehplätze ist es sozialschwachen Gruppen (insbesondere Jugendlichen) immer seltener vergönnt, regelmäßig Fußballspielen beiwohnen zu können.

4. Die Eintrittspreise bei der WM 2006 sowie die Art der Kartenverteilung sind eine Beleidigung für jeden Fußball-Fan in Deutschland. Hunderttausende von Karten gehen an Sponsoren. Die "frei" erhältlichen Karten sind nur über ein kompliziertes Bestellsystem und zu völlig überzogenen Preisen zu erhalten.

5. Viele in Deutschland ausgesprochene Stadionverbote sind eine Farce. Der DFB spricht die Stadionverbote zwar nicht aus, hat aber in seinen Statuten die Grundlage dafür geschaffen, dass die jeweils gastgebenden Vereine diese praktisch willkürlich verhängen können.
Ein einmal verhängtes Stadionverbot wird auch dann nicht automatisch zurückgenommen, wenn die Strafanzeige, welche diesem zugrunde liegt, wegen erwiesener Unschuld eingestellt wurde.
Dies entspricht nicht unserer Rechtsauffassung. Ferner wird in diesen Verfahren auch die allgemein gültige Rechtsnorm, dass dem Schuldigen ein Verbrechen nachgewiesen werden muss, oft umgekehrt.

6. Als freie Bürger dieses Landes sind wir als aktive und organisierte Fußball-Fans Woche für Woche Repressalien ausgesetzt, die oft über das Maß des erträglichen hinausgehen. Wir erwarten in diesem Sachverhalt eine Zusammenarbeit des DFB mit der Polizei, die auf einer offenen Kommunikation zwischen Polizei, Fans und Funktionären aus ist.
Als Stichworte sind hierbei Videoaufzeichnung und Fotographie ohne Erlaubnis und das Recht auf freie Bewegung im gesamten Bundesgebiet genannt.
Der DFB trägt hier gegenüber allen Besuchern seiner Spielstätten eine Mitverantwortung.

7. Seit Jahren wird über die Problematik der Zweitvertretungen von Profi Clubs in den unteren Ligen diskutiert. Durch die Tatsache, dass diese nahezu willkürlich bis zu 3 Profis einsetzen können, ergibt sich in der Praxis eine enorme Wettbewerbsverzerrung. Bis heute hat sich daran aber leider nichts geändert. Hierdurch wird der Fortbestand von Traditionsvereinen zugunsten von Regularien für die Ausbildung neuer „Superstars“ des deutschen Fußballs riskiert.

In allen o.g. Punkten stellt sich der DFB unserer Meinung nach entweder durch aktives Handeln oder durch passives Dulden ein schlechtes Zeugnis aus. So lange diese Punkte nicht mit größter Priorität versehen sind, haben wir und sicherlich auch viele Fans anderer Vereine Probleme uns mit der Institution DFB zu identifizieren.

Der guten Ordnung halber möchten wir aber darauf hinweisen, das wir uns durchaus bewusst sind, das der DFB auch viel positives bewirkt.

Trotz unserer Ablehnung die Choreographie auszurichten wünschen wir der Nationalmannschaft für das Spiel gegen Argentinien viel Erfolg. Darüber hinaus freuen wir uns auf viele unterhaltsame Spiele bis zur WM 2006, welche hoffentlich im Berliner Olympiastadion vor 70.000, die Gesellschaft repräsentierenden Fans, mit dem Titel für die deutsche Nationalmannschaft endet.

Mit freundlichen Grüßen


ULTRAS DÜSSELDORF




Finde den Brief sehr interessant und imo setzt er mal ein positves Signal und hoffentlich erkennt der DFB mal ein paar eigene Fehler!
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Gast





BeitragVerfasst am: 24 Dez 2004 16:52   Titel: Antworten mit Zitat

Seh ich genauso! Gute Aktion von den Ultras Düsseldorf!
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Gast





BeitragVerfasst am: 24 Dez 2004 16:56   Titel: Antworten mit Zitat

glaub ich weniger. Die schreiben einfach andere Ultragruppierungen an und nur dann wenn alle eine feste bank bilden merken sie was los ist. Sonst geht denen das doch am arsch vorbei...

aber schön geschrieben der brief, widerlegt das fussballfans nur dumm sind, denn die ausdrucksweise und rechtliche schreibweise ist nahezu genial
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Gast





BeitragVerfasst am: 24 Dez 2004 17:24   Titel: Antworten mit Zitat

finde den brief sehr gut!
finde die aktion dieser ultras sehr gut,hoffe,dass sie damit ein signal setzen können!!!
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Gast





BeitragVerfasst am: 24 Dez 2004 17:25   Titel: Antworten mit Zitat

haben die ultras düsseldorf wahre punkte angesprochen!
hoffe trotzdem, dass es eine gruppierung gibt die unser elf eine ordentliche choreo auf die beine stellt! das wär schon super! andere länder kriegen sowas doch auch hin! hätten unsere jungs verdient!
die düsseldorfer haben da aus einer einfachen anfrage ja einen richtigen beschwerden katalog gemacht!
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Gast





BeitragVerfasst am: 24 Dez 2004 17:35   Titel: Antworten mit Zitat

Zum Brief : Echt gut geschrieben - sind nen paar gute Argumente dabei.

Zur Choreo : Wieso macht das nicht der "Fanclub Nationalmannschaft?!
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Gast





BeitragVerfasst am: 24 Dez 2004 18:27   Titel: Antworten mit Zitat


Zitat:

Aende schrieb am 2004-12-24 17:35 :
Zum Brief : Echt gut geschrieben - sind nen paar gute Argumente dabei.

Zur Choreo : Wieso macht das nicht der "Fanclub Nationalmannschaft?!


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Also wenn die von uns Gladbachern verlangen, das wir eine Choreo gegen Russland machen, werd ich nicht helfen!
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Gast





BeitragVerfasst am: 25 Dez 2004 11:06   Titel: Antworten mit Zitat

Finde den Brief auch gut, glaube aber nicht, dass er was bewirkt. So viel ich weiß, war bei den letzten Spielen doch immer ne Choreo vorhanden, also scheinen die Fanclubs/Ultras-Gruppierungen nicht einheitlich dagegen zu sein. In Köln gegen Belgien war doch auch ne Choreo, oder war die vom Fanclub Deutsche Nationalmannschaft?
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Gast





BeitragVerfasst am: 25 Dez 2004 13:40   Titel: Antworten mit Zitat


Zitat:

Beckz7 schrieb am 2004-12-24 17:25 :
die düsseldorfer haben da aus einer einfachen anfrage ja einen richtigen beschwerden katalog gemacht!


hab ich mir beim lesen auch gedacht
zwar gut,dass die düsseldorfer da wahre probleme ansprechen,aber dass es was bringt wage ich zu bezweifeln.
dann wird halt der nächste gefragt,irgendwer macht es schon.
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Gast





BeitragVerfasst am: 25 Dez 2004 16:03   Titel: Antworten mit Zitat

Seit wann sind Jugendliche ne sozialschwache Gruppe???

Son Quatsch.
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