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Was sind eure Lieblingsserien im TV?

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RedStarsHH
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PostPosted: 31 Jan 2017 10:12   Post subject: Reply with quote

Ich fange mal an mit der Serie, die mich vor Jahren zum Serienjunkie gemacht habe:

Lost

Die erste Staffel dieser Serie habe ich damals zum Geburtstag geschenkt bekommen und mehr aus Langeweile irgendwann mal reingeschaut. Hat mich sofort gefesselt und bis zum Ende nicht mehr losgelassen. Das ganze beginnt spektakulär mit einem Flugzeugabsturz auf einer einsamen, offiziell nicht existenten Insel. Die Überlebenden müssen sich mit der neuen Situation und miteinander befassen und daraus entwickeln sich diverse Geschichts-Stränge, die einerseits immer weiter ausfransen, andererseits aber alle irgendwie miteinander zu tun haben. Dabei hangelt sich die Serie lange Zeit am Mystery-Rand entlang und es ist unklar, ob alles mit rechten Dingen zugeht, logisch und real erklärbar ist oder mit übersinnlichen Mächten zu tun hat. 4 8 15 16 23 42 - jedem, der diese Serie gesehen hat, wird diese Zahlenfolge etwas sagen. Mit zunehmendem Verlauf baut die Serie leider stark ab. Die verschiedenen Handlungsstränge ufern immer mehr aus und man merkt deutlich, dass es den Machern zum Ende hin schwer fällt, alles noch irgendwie halbwegs logisch zusammenzuführen. So fand ich das Ende dann auch enttäuschend und es blieben diverse Fragen offen, manche angefangenen Handlungsstränge wurden einfach nicht zuende erzählt oder recht nebulös im Unklaren gelassen.
Die schauspielerischen Leistungen fand ich sehr unterschiedlich. Mit Matthew Fox, der mit Jack Shephard so etwas wie die Hauptrolle spielt, bin ich nicht so ganz warm geworden. Auch Evangeline Lilly als Kate und Davidoff-Model Josh Holloway als "Sawyer" fand ich eher mittelprächtig. Perfekt besetzt ist dagegen Jorge Garcia als "Hurley" oder auch die Rollen von John Locke, Sayid Jarrah oder auch Böswicht Ben Linus (Michael Emerson).
Insgesamt besticht die Serie vor allem durch Spannung und eine sehr dichte Atmosphäre, untermalt von solider Musik.

Bewertung: **** von ***** (inkl. Nostalgie-Faktor)

Last edited by RedStarsHH on 31 Jan 2017 10:32; edited 1 time in total
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RedStarsHH
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PostPosted: 31 Jan 2017 10:32   Post subject: Reply with quote

Nach der allerersten Serie mache ich mal weiter mit der, die ich als letztes komplett gesehen habe:

Turn - Washington´s Spies

Die Serie spielt Ende der 1770er Jahre zur Zeit des amerikanischen Unabhängigkeits-Krieges. Das Ganze ist historisch schon an bekannten Fakten angelehnt, diverse Orte und handelnde Personen haben tatsächlich tragende Rollen zu der Zeit gespielt. Gerade zum Ende hin wird das Ganze aber auch sehr aufgebläht und entfernt sich von der Historie ein gutes Stück.
Die Ausgangssituation ist einfach: Es stehen sich die britischen Truppen und die Rebellen/Patrioten der Kontinental-Armee unter Führung von General George Washington gegenüber. Erzählt wird die Geschichte des Kohlfarmers Abraham Woodhull, dessen Dorf von den Briten kontrolliert wird. Er hat zwei Freunde (Ben und Caleb) aus Jugendzeiten, die für den Geheimdienst der Kontinental-Armee arbeiten, sowie mit Anna Strong seine Jugendliebe im selben Dorf. Die vier gründen einen Spionage-Ring, der Washington´s Armee über alle Tätigkeiten der Briten informieren soll. Im Verlauf der Serie vermischen sich die persönlichen Geschichten der Hauptprotagonisten mit ihrer Aufgabe, das Land gegen die Briten zu verteidigen. Dabei sind Gut und Böse zunächst klar verteilt: die Rebellen sind die Guten, die Tories die Bösen. Das bleibt grundsätzlich zwar bis zum Ende so, bekommt aber Risse und Schattierungen, insbesondere durch die Figuren von Major Hewlett und Benedict Arnold. Ich hatte das Gefühl, dass sich die Geschichte zeitweise zu sehr um sich selbst dreht. Der Sinn und Zweck der Spionage-Tätigkeiten, die unter größten Mühen und Risiken durchgeführt werden, kommt nicht immer ganz rüber. Mit zunehmender Dauer fand ich auch die albernen Kostüme der Soldaten und Ladies anstrengend - wobei die Liebe zum Detail und der Aufwand, mit dem die Serie durch Bühnenbild und Ausstattung einen vermutlich ziemlich realistisches Bild der damaligen Zeit zeichnet, positiv erwähnenswert ist. Ätzend-nervig aber auch irgendwie genau so gewollt und gespielt ist die Rolle des Serien-Arschlochs John Simcoe, gespielt von Samuel Roukin.
Unterm Strich eine ganz passable Spionage-Serie, die zu einer Zeit spielt, die ansonsten in diesem Genre eher vernachlässigt wird. Spannung ist zumindest meist vorhanden und mit nur wenigen Hängern. Man muss sich aber auf die Serie einlassen können und das blasierte Gehabe - insbesondere der Briten - über sich ergehen lassen.

Bewertung: ***1/2 von *****
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RedStarsHH
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PostPosted: 31 Jan 2017 10:51   Post subject: Reply with quote

Als nächstes widme ich mich einer Mammut-Serie (allein schon wegen der acht Staffeln...):

Dexter

Die Serie ist das Meisterstück von Michael C. Hall. Die Rolle des komplett verkorksten, traumatisierten und zu keinen normalen Gefühlen fähigen Dexter Morgan ist ihm auf den Leib geschneidert und wird brilliant von ihm gespielt. Dexter ist Blutspurenanalyst bei der Polizei Miami. Hierdurch kommt er ständig mit Morden und anderen Greueltaten in Berührung, die er einerseits von Berufs wegen bearbeitet, ihnen andererseits auf eigene Faust nachgeht und nach "Harrys Kodex" erledigt. Das bedeutet in Kurzform: Er quält und ermordet Menschen, die ihrerseits anderen Menschen Leid zugefügt haben. Und zwar auf teilweise sehr drastische Art und Weise. Interessant ist hierbei das extrem ambivalente Wertesystem, das sich in der gesamten Serie ständig auf Messers Schneide bewegt. Man kann noch so gegen Selbstjustiz und Todesstrafe sein - es lässt sich einfach kaum vermeiden, dass man sich mit Dexter und seinen Taten identifiziert und mit ihm mitfiebert. Das Prinzip ist dabei relativ einfach: In jeder Staffel wird ein Serienmörder gejagt, der mehrt oder weniger mit Dexter und seiner Familie selber zu tun hat. Nebenbei werden diverse andere Gewalttäter gekillt, zersägt und im Meer versenkt. Teilweise ist das auch schon recht starker Tobak und mitunter ziemlich blutig - bei der Konstellation aber natürlich auch zu erwarten.
Parallel zu den Kriminalfällen und Dexters persönlichen Feldzügen werden sein Kampf gegen seine inneren Dämonen, seine Versuche, ein normales Leben zu führen, die Beziehung zu seiner Schwester, die mit ihm im selben Dezernat arbeitet, und die ständige Gefahr, aufzufliegen, behandelt.
Mich hat das Ganze total gefesselt und ich fand auch das - im Netz extrem umstrittene und vielfach zerrissene - Ende gar nicht so schlecht. Dazu kommt mit Miami eine tolle Kulisse für die diversen Schauplätze.
Neben Michael C. Hall brillieren David Zayas als liebenswerter "Angel" Batista, C.S. Lee als Vince Masuka und nach etwas Eingewöhnung auch Jennifer Carpenter als Debra Morgan (im echten Leben war sie mit Michael C. Hall verheiratet).

Bewertung: absolut sehenswert! ****1/2 von *****
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PostPosted: 1 Feb 2017 08:08   Post subject: Reply with quote

Ich habe auch mal wieder ein paar meiner allseits beliebten Serienempfehlungen:

Atlanta
Atlanta hatte ich eine Weile vor mir hergeschoben, weil ich trotz aller Lobeshymnen durch von mir geschätzte Kritiker irgendwie den Eindruck hatte, es sei "Girls mit Rappern" und ich generell nicht so ein riesiger Fan von halbstündigen Dramedies bin. Irgendwann habe ich Atlanta dann aber doch angefangen und es direkt in Rekordzeit geschaut. Es geht um einen wenig erfolgreichen, etwas nerdigen Typen in Atlanta, der auf der Suche nach finanziellem Erfolg Manager seines rappenden Cousins wird. Dieser Plot ist dann die Klammer, die die teilweise sehr unterschiedlichen Folgen zusammenhält. Visuell ist die Serie ziemlich interessant, die Figuren wachsen einem schneller ans Herz als man es merkt und obwohl die Serie oft ziemlich lustig ist, hat sie zum amerikanischen Traum einige ernste Dinge zu sagen. Atlanta ist an vielen Stellen unkonventionell und sicherlich nichts für jeden. Man sollte aber auf jeden Fall mal ein bis zwei Folgen eine Chance geben - für mich eine der besten neuen Serien 2016.

The Good Place
Auf dem Papier ist die Serie bereits wie am Reißbrett für meinen Geschmack entworfen: Comedy von Mike Schur, einem der Macher vom amerikanischen Office, Parks and Recreation und Brooklyn Nine Nine. (TO habe ich nicht geschaut, aber P&R und B99 würde ich ebenfalls sehr empfehlen, auch wenn ich mit beiden noch nicht durch bin...) Die Hauptrollen sind u.a. besetzt mit absoluten Lieblingsschaupielern aus absoluten Lieblingsserien von mir: Ted Danson (aus Cheers) und Kristen Bell (aus Veronica Mars, TomBVB!).
Es geht um Eleanor Shellstrop, die nach ihrem Tod im "good place" (der Begriff "Himmel" fällt nicht explizit, aber darauf läuft es hnaus) aufwacht, in dem nur Leute aufgenommen werden, die moralisch ein besonders gutes Leben geführt haben. Dies wird aufgrund einer individuellen Bewertung nach einer utilitaristischen Punkteskala aller guten und schlechten Taten festgestellt. Eleanor stellt allerdings schnell fest, dass sie zu Unrecht aufgenommen wurde, da sie ein deutlich schlechteres Leben geführt hat, als alle anderen Einwohner. Aus der Prämisse entwickelt sich dann eine interessante Staffel, in der viele ethische Fragen aufgeworfen werden und man einiges über die anderen Bewohner des "good place" erfährt.
Als geschulter Westworld-Zuschauer habe ich natürlich permanent nach Lücken im Plot und Ungereimtheiten geschaut (ja, es gibt einige) - man sollte mit der Bewertung dieser Dinge aber bis zum Ende der Staffel warten. Das Finale ist nämlich das beste Ende einer ersten Staffel, das ich seit ewigen Zeiten gesehen habe. Es überrascht, schließt aber die Staffel logisch ab. Es macht alles bis dahin gezeigte konsistenter, stellt aber gleichzeitig alle Prämissen für die zweite Staffel in Frage. Ich konnte kaum glauben, dass diese Staffel so auf einem Network gelaufen ist und nicht im Kabelfernsehen oder bei einem Streamingdienst.
Insgesamt ist The Good Place eine wahnsinnig lustige, extrem ambitionierte Comedy, die ihre ganze Hintersinnigkeit erst im Rückblick entfaltet. Unbedingte Guckempfehlung (es sind auch nur 13 Folgen) und mein Geheimtipp 2016!
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RedStarsHH
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PostPosted: 1 Feb 2017 13:41   Post subject: Reply with quote

weiter gehts mit:

The Bridge - America

Bei The Bridge handelt es sich um die amerikanische Ausgabe der Serie "Die Brücke", die zwischen Dänemark und Schweden spielt. Ich hatte das "Original" vorher nicht gesehen, sodass ich keine direkten Vergleiche anstellen konnte.
"The Bridge" spielt im Grenzgebiet zwischen Mexiko und den USA. Auf der Brücke zwischen beiden Ländern wird eine Leiche gefunden und jeweils ein Cop beider Länder soll sich damit befassen. Die Suche nach dem Täter, der im weiteren Verlauf noch mehr Morde begeht, spielt sich in einem Umfeld aus Drogenkrieg, Menschenhandel, Korruption und weiterem Elend ab und die Protagonisten geraten hier mitten rein. Den Mexikaner Marco Ruiz spielt Demian Bichir. Sein amerikanisches Pendant spielt "unsere" Diane Krüger. Und wie man das aus Serien und Filmen aus diesem Genre und diesem Umfeld kennt, sind beide auf ihre Weise Antihelden, total kaputte Gestalten, die es mit dem von ihnen repräsentierten Gesetz auch nicht immer so eng sehen. Mich haben beide Hauptcharaktere nicht 100% überzeugt. Ruiz agiert oft zu melodramatisch und Krügers Interpretation des autistischen (?) Emotions-Wracks zündet nicht ganz. Speziell aus ihrer Story hätte man mehr als eine gestorbene Schwester, deren Jacke sie aufträgt, holen können.
Insgesamt ist die Serie ziemlich Gewalt-lastig. Kaum eine Folge vergeht ohne Folter- Mord- oder Vergewaltigungs-Szenen. Die Story an sich ist ok, in der ersten Folge kommt mir die Auflösung allerdings viel zu schnell und die Motive des Killers wirken doch recht an den Haaren herbeigezogen. Die zweite Staffel finde ich etwas besser, hier spielt der Drogenkrieg eine wesentlich stärkere Rolle und das Ganze wirkt authentischer.

Bewertung: kann man gucken - muss man aber nicht zwingend gesehen haben; ***1/2 von *****
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PostPosted: 1 Feb 2017 15:34   Post subject: Reply with quote


RedStarsHH wrote:
Bei The Bridge handelt es sich um die amerikanische Ausgabe der Serie "Die Brücke", die zwischen Dänemark und Schweden spielt. Ich hatte das "Original" vorher nicht gesehen, sodass ich keine direkten Vergleiche anstellen konnte.


Wenn man nur die ersten (in allen Variationen sehr ähnlichen) Staffeln nimmt, sieht mein Ranking so aus:

Die Brücke
The Bridge (US)
The Tunnel (UK)

The Tunnel litt aber in der ersten Staffel darunter, dass ich die Handlung bereits zwei mal gesehen hatte. In den späteren Staffeln gefallen mir sowohl Die Brücke als auch The Tunnel recht gut. The Bridge wurde ja nicht so lange fortgeführt.
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RedStarsHH
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PostPosted: 1 Feb 2017 20:31   Post subject: Reply with quote

ok, hab schon von mehreren Leuten gehört, dass "die Brücke" besser, insgesamt aber auch anders sein soll. Werde ich mir demnächst mal zu Gemüte führen.
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RedStarsHH
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PostPosted: 1 Feb 2017 20:45   Post subject: Reply with quote

als nächstes, DIE Serie schlechthin:

Breaking Bad

Was soll man zu dieser Serie noch sagen, was nicht schon tausend Mal gesagt und geschrieben wurde? Die Story rund um den an Krebs erkrankten Berufsschullehrer Walter White, der beginnt mit seinem verkorksten Schüler Jesse Pinkman Cristal Meth herzustellen und zu verkaufen um seiner Familie möglichst viel Geld zu hinterlassen wenn er stirbt, kennt wohl so ziemlich jeder. Die Idee ist so einfach wie genial und die Umsetzung einfach brillant. Wie sich Walter nach und nach in die kriminelle Welt des Drogenhandels verstrickt, selber dabei immer skrupelloser und rücksichtsloser wird, gleichzeitig aber er und seine Familie an seiner neuen Karriere zerbrechen, das ist spannend, emotional und immer wieder überraschend weil unvorhersehbar. Neben dem genialen Bryan Cranston als Walter White gibt es eine unfassbare Vielfalt an tollen Charakteren, die super besetzt und toll gespielt werden: Aaron Paul als Jesse Pinkman (Bitch!), Dean Norris als Hank Schrader, Jonathan Banks als Mike Ehrmanntraut, Giancarlo Esposito als Gus Fring und natürlich Bob Odenkirk als zwielichtiger Anwalt Saul Goodman - das ist einfach megagroßes Serien-Tennis!! Zunehmend genervt hat mich Anna Gunn als Skyler White - aber das geht mir irgendwie oft mit Gattinnen von Serien-Hauptcharakteren so (Dexter, Ray Donovan, Sopranos...).
Die Drehorte in New Mexico / Albuquerque fand ich sensationell, die so erzeugte Stimmung passt extrem gut zur Story.
Die Serie hat quasi keine Schwächen, ist superspannend, gut durchdacht, in sich logisch und hat ein - und das ist beileibe nicht bei allen Serien so - tolles Ende.

Bewertung: geht nicht besser! ***** von *****
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RedStarsHH
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PostPosted: 2 Feb 2017 14:45   Post subject: Reply with quote

Und hinterher weil es so gut passt das Spin-Off zu Breaking Bad:

Better Call Saul

hier sind zwar erst zwei Staffeln gesendet worden und die dritte kommt in diesem Sommer (?), trotzdem lässt sich schon ein erstes Fazit ziehen: Die Serie rockt! Die Macher haben es geschafft, das Niveau von BrBa beizubehalten und trotzdem eine ganz eigene Geschichte zu erzählen, die auch unabhängig vom "großen Bruder" zündet und für sich stehen kann.
Im Zentrum der Handlung steht der Rechtsanwalt Jimmy McGill, der sich als Pflichtverteidiger mehr schlecht als recht über Wasser hält und sich zudem um seinen zwangserkrankten Bruder Chuck, vormals ebenfalls Rechtsanwalt, kümmert. Jimmy hat vor seiner Tätigkeit als Anwalt mit zwielichtigen Geschäften und Tricks sein Geld verdient, möchte es aber nunmehr auf legalem Weg versuchen, was ihm zunehmend weniger gelingt, da er sich im Haifischbecken der erfolgreichen Anwälte, die in der Kanzlei, in der Chuck früher Partner war, mit seinen Mitteln kaum behaupten kann. Nach und nach werden Jimmys Methoden immer unsauberer und er ist nach dem krassen Cliffhanger nach Staffel 2 inzwischen auf dem besten Weg zu dem Saul Goodman zu werden, den wir aus Breaking Bad kennen. Better Call Saul ist kein Schnellzug, das Erzähltempo ist mitunter eher gemäßigt, aber das kennen wir aus BrBa bereits. Dafür wird sich für die massig vorhandenen Perlen viel Zeit genommen, ich erinnere nur an die "Kuchenkavalier"-Szene, ein absolutes Highlight der Serie.
Neben Jimmys Geschichte wird auch die von Mike Ehrmanntraut erzählt, der ebenfalls aus BrBa gut bekannt ist (und von dem wir daher schon wissen, wann es wie mit ihm zuende geht...). Die beiden bilden zunächst eine Zweckgemeinschaft und schließlich ein Team, um gemeinsame Interessen zu verfolgen.
Saul Goodman agiert brillant, er entwickelt die Figur behutsam aber mit Nachdruck. Jonathan Banks hält ebenfalls alles, was er in BrBa versprochen hat. Unschlüssig war ich zunächst bei der Figur der Kim Wexler, gespielt von Rhea Seehorn. Erst hatte ich die Befürchtung, dass Jimmy sie nun die ganze Zeit an seiner Seite hat, inzwischen finde ich gerade das aber sehr passend. Ein toller Charakter, der toll gespielt wird und einfach extrem sympatisch rüberkommt.

Bewertung: ich kann die dritte Staffel kaum erwarten! ***** von *****
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TomBVB
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Joined: 02 Apr 2006
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PostPosted: 2 Feb 2017 17:18   Post subject: Reply with quote


RedStarsHH wrote:
ok, hab schon von mehreren Leuten gehört, dass "die Brücke" besser, insgesamt aber auch anders sein soll. Werde ich mir demnächst mal zu Gemüte führen.


Kann ich nur empfehlen. Habe die ersten zwei Staffeln von "Die Brücke" gesehen und finde die Darstellung ziemlich gut umgesetzt.
_________________
Dedê - DANKE!
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RedStarsHH
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PostPosted: 2 Feb 2017 17:53   Post subject: Reply with quote

gestern hat RTL die nächste Runde im TV-Niveau-Limbo hingelegt und die nächste Staffel des "Bachelor" gestartet. Grund genug für mich folgende Serie vorzustellen:

unReal

Die Serie handelt von der Produktion einer fiktiven (Dating-)Reality-Show namens "Everlasting", welche vom Konzept her stark an den "Bachelor" angelehnt ist. Im Mittelpunkt steht hierbei die Producerin Rachel Goldberg, deren Aufgabe es ist, möglichst gute O-Töne der Show-Teilnehmerinnen und gute Bilder für das Fernsehen zu bekommen. Dafür werden die Kandidatinnen von ihr ausgehungert, alkoholisiert oder Gerüchte unter ihnen gestreut, um Konflikte zu provozieren. Auch vor anderen psychischen Druckmitteln schreckt sie nicht zurück, was sie jedoch unter Gewissensbissen leiden lässt. Rachel selber ist psychisch labil, verheddert sich immer wieder in der on/off-Beziehung zu Kameramann Jeremy und hat auch darüber hinaus quasi dauernd Männer-Stress. Weitere Figuren sind die Produzenten Chet und Quinn, die ihrerseits eine merkwürdige on/off-Beziehung führen.
So interessant das Ganze vom Ansatz her klingen mag und so gut die Bewertungen im Netz auch sind - mir war das in den bisherigen zwei Staffeln insgesamt zu dröge und ich werde mir die nächsten vermutlich nicht mehr antun. Die Hauptrollen agieren recht eindimensional und besonders die Figuren Quinn (Constance Zimmer) und Chet (Craig Bierko) auf Dauer ziemlich nervig. Die Geschichte dreht sich meist um Rachels Eskapaden und die Versuche, da wieder rauszukommen sowie um die Frage, wer nun wie das Sagen hat und der "Bestimmer" ist. Die Hintergründe der Kandidat/innen der Show sind zwar immer wieder Thema, jedoch ohne besonders viel Phantasie und Tiefgang.

Bewertung: Hat mich nicht angeschockt. ** von *****
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2Johannes
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PostPosted: 3 Feb 2017 02:47   Post subject: Reply with quote

Hat hier schon jemand "sneaky pete" angeschaut?

Empfehlen möchte ich noch eine ziemlich qualitativ hochwertige Serie mit Ben Kingsley die ich erst per Zufall entdeckt habe: "Tut"
Ziemlich überschaubar mit 6 Folgen.
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PostPosted: 7 Feb 2017 09:35   Post subject: Reply with quote

Hallo! Das ist meine Liste:
House M.D.
Game of Thrones
The Simpsons
How I Met Your Mother
Scrubs
Breaking Bad
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RedStarsHH
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PostPosted: 13 Feb 2017 11:06   Post subject: Reply with quote

heute stelle ich mal eine Serie aus einem gänzlich anderen Genre vor:

all or nothing

Es handelt sich hierbei um eine Doku-Serie über das NFL-Team Arizona Cardinals, die in der Saison 2014/15 von einem Filmteam begleitet werden. Dabei bekommt man z.T. sehr intensive und intime Einblicke in das Innenleben eines Football-Teams und des Systems NFL. Die Stars der Serie sind logischerweise die Spieler, der Manager und die Coaches der Cardinals. Ich habe ein wenig gebraucht, um in die Serie und die sehr spezielle NFL-Welt reinzufinden, dann hat mich die Serie aber echt gepackt. Auch wenn man (wie ich) mit diesem Sport an und für sich nur wenig anfangen kann, kommt man durch die Macht der Bilder und die toll inszenierte Dramaturgie gut in die Geschichte rein. Einblicke in die Kabine, Teambesprechungen und Trainings-Einheiten wechseln sich ab mit grandiosen Spielszenen und teilweise sehr leisen Tönen aus dem Privatleben der Akteure. Dabei wird es nie langweilig oder eintönig - im Gegenteil, die Spannung steigert sich über den Beginn der Saison über die Playoffs bis zum dramatischen Ende kontinuierlich. Teilweise ist das Ganze so dermaßen "amerikanisch", dass man es sich in einer fiktiven Serie kaum so ausdenken und inszenieren könnte. Ist schon ein wenig Geschmackssache, aber wenn man auf Sport-Dokumentationen steht, wird man diese Serie zu schätzen wissen - egal, ob man nun auf US-Sports steht oder nicht.
Einen kleinen Vorgeschmack gibt der Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=kOWKHX-qsLM

Bewertung: ich fand die Serie wirklich gelungen! ***** von *****
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PostPosted: 15 Feb 2017 10:24   Post subject: Reply with quote

diese Art von "Serie" kann ich auch nur als sehenswert einstufen. Es macht Spaß, Woche für Woche die Fortschritte eines Teams zu beobachten und mal einen Einblick zu bekommen.

neben "all or nothing", gibt es bezüglich des American Football noch "Hard Knocks" von HBO (hier gibt es gerade eine online Abstimmung, welches NFL Team, als nächstes begleitet werden soll) und "Last Chance U" - beim letzteren wird ein College-Team begleitet (Netflix)
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manuvili
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Joined: 03 Jun 2007
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PostPosted: 17 Feb 2017 13:16   Post subject: Reply with quote


2Johannes wrote:
Hat hier schon jemand "sneaky pete" angeschaut?


Ab heute auch mit deutscher Synchro bei Amazon.
Die Hälfte der ersten Folge hatte ich schon gesehen. Könnte n Knüller werden!
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PostPosted: 17 Feb 2017 14:46   Post subject: Reply with quote


manuvili wrote:

2Johannes wrote:
Hat hier schon jemand "sneaky pete" angeschaut?


Ab heute auch mit deutscher Synchro bei Amazon.
Die Hälfte der ersten Folge hatte ich schon gesehen. Könnte n Knüller werden!


Hab auch auf die deutsche Synchro gewartet.

Die Tage habe ich 2 Folgen von Forever gesehen und kann nur jedem empfehlen die Finger davon zu lassen. Schauspielerisch ok aber sowohl Idee (Highlander + Sherlock/Quincy/Castle) als auch Drehbücher sind nicht besonders gut.
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RedStarsHH
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Joined: 26 May 2016
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PostPosted: 18 Feb 2017 21:17   Post subject: Reply with quote


eisen05 wrote:
neben "all or nothing", gibt es bezüglich des American Football noch (...) "Last Chance U"


okay, wenn wir schon dabei sind, dann ist das meine nächste Serienvorstellung:

Last Chance U

Ähnlich wie bei all or nothing wird hier ein Football-Team durch die Saison begleitet. Hier geht es jedoch nicht um die NFL (bzw. nur am Rande als Ziel der meisten Spieler), sondern um College-Football. Dokumentiert wird das Football-Team "Lions" des East Mississippi Colleges. Neben dem sportlichen Geschehen rund um das Ziel, die nationale College-Meisterschaft zu gewinnen, geht es stärker noch als bei a o n um die persönlichen Geschichten und Schicksale der Spieler und Studenten. Einen starken Fixpunkt nimmt dabei Miss Wagener ein, eine Angestellte der Uni, deren Job es ist, die Spieler zu guten Unterrichts-Leistungen zu motivieren und sie zu unterstützen, damit sie als Sportler für das Football-Team tätig sein können. Miss Wagner ist eine starke und warmherzige Persönlichkeit, die für die muskelbepackten Spieler eine Art Mutter-Ersatz ist. Ganz im Gegenteil zum Coach des Teams. Ich fand ihn extrem unsympatisch, teilweise unangemessen autoritär und aggressiv. Überhaupt muss ich sagen, dass der Spirit im Team nicht besonders positiv rüberkommt - ganz anders, als bei a o n. Die Spieler sind alles Einzelkämpfer, die auf die Uni und das Team mehr oder weniger pfeifen, jeder will nur irgendwie weiterkommen, am besten in die NFL. So ist auch besonders das Ende der Serie ziemlich "unschön" - ohne zuviel spoilern zu wollen... Die erzählten Geschichten der Spieler sind mehr oder weniger interessant. Eine Art Hauptrolle nimmt Defensive Tackle Ollie ein, der in meinen Augen einzige wirklich sympathische Charakter des Teams. Ansonsten ist aber auch viel Leerlauf und eher belangloses Blabla.

Bewertung: Um einen guten Einblick in die Welt des College-Footballs zu bekommen, eignet sich die Serie durchaus. Komplett überzeugen konnte sie mich aber nicht, besonders im Vergleich zu all or nothing. Daher nur *** von *****
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RedStarsHH
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PostPosted: 23 Feb 2017 15:42   Post subject: Reply with quote

weiter im Text:

Startup

Bei Startup handelt es sich um eine ganz neue Serie aus dem Hause Amazon. Es gibt erst eine Staffel, die auch noch nicht so lange bei Amazon Prime verfügbar ist, trotzdem will ich schon Mal ein paar Worte drüber verlieren.
Im Zentrum der Serie stehen vier Protagonisten, die auf den ersten Blick nichts gemeinsam haben: Ein schnöselig wirkender Banker aus reichem Hause, eine andauernd mit ihrer Familie streitende Hackerin, ein Gangster aus einem haitianischen Slum in Miami sowie ein korrupter FBI-Agent. Im Kern geht es um eine App, die als digitale Währung das Finanzwesen revolutionieren und herkömmliche Zahlungsmittel (angeblich) ablösen könnte. Um immens viel Kohle also. Hackerin Izzy braucht jedoch Investoren, um ihre Idee auf den Markt zu bringen. Hierfür lässt sie sich mit Banker-Sohn Nick ein, der das dafür benötigte Geld von seinem Vater veruntreut, der es wiederum aus anderen krummen Geschäften hat und verstecken muss. Gangster Ronald gerät über Umwegen in die Geschichte und beteiligt sich daran, um der Gewalt und dem Elend seines Viertels zu entfliehen. Der korrupte FBI-Agent Phil Rask, dessen Spezialität es ist, von ihm überführte Finanz-Gauner zu erpressen, kommt den dreien auf die Schliche, hat dabei aber selber so viel Dreck am Stecken, dass er bald selber zum Gejagten wird.
Die Serie hat was! Ich fand die Story der ersten Staffel nach ein bisschen Anfangs-Schwierigkeiten (wer ist hier wer und mit oder gegen wen??) echt gut durchdacht, wenig vorhersehbar und spannend umgesetzt. Miami als Schauplatz geht irgendwie immer (Dexter...) und die jeweiligen Charaktere sind gut ausgedacht und gut gespielt. Herausragend ist vor allem Martin Freeman als verkrachte FBI-Existenz, der sich immer weiter in die Sch***e reitet. Eine Rolle, die er schon in "Fargo" herausragend gespielt hat. Es gibt ja Serien (auch gute), die kann man mal ein paar Tage oder Wochen zur Seite legen und dann weiterschauen. Hier ist das nicht so, die einzelnen Folgen bauen immer aufeinander auf und erreichen ihren Spannungshöhepunkt i.d.R. ganz am Ende, man "cliffhangert" sich also durch die Serie und ehe man sich´s versieht ist sie durch - und die Zeit flöten.

Bewertung: Tolle Serie, mehr davon! ****1/2 von *****
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RedStarsHH
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PostPosted: 28 Feb 2017 15:06   Post subject: Reply with quote

Heute wirds mafiös:

The Sopranos

Bei der Serie the Sopranos handelt es sich um einen Meilenstein der TV-Serien-Geschichte. Erzählt wird die Geschichte der italo-amerikanischen Mafia-Familie Soprano, die in New Jersey lebt. Zentrale Figur ist Familienvater "Tony" Soprano, gespielt von James Gandolfini in der Rolle seines Lebens. Tony ist so etwas wie der Boss der Mafia-Familie und hat sowohl im "Job" als auch mit den diversen Familienangehörigen seine liebe Mühe und Not. Der extreme Stress äußert sich u.a. in Panikattacken, weswegen Tony heimlich eine Psychiaterin aufsucht, die im Verlauf der Serie eine immer größere Rolle spielt. Tony hat einen extrem ambivalenten Charakter. Er wirkt teilweise sehr sensibel, möchte liebender Ehemann und Vater sein und wirkt in seinem Haus, oftmals nur bekleidet mit Unterhemd oder Bademantel, manchmal wie ein tapsiger Bär. Andererseits ist Tony äußerst brutal und rücksichtslos, wer sich ihm gegenüber nicht loyal verhält, muss dran glauben - oft auf sehr drastische Art und Weise. In der Serie geht es häufig um die Themen Vertrauen, Verrat, Loyalität, Familie. Dabei wechseln die Protagonisten häufig die Seiten, verbrüdern sich mal mit diesem, mal mit jenem. Besonders verzwickt wird das Ganze in der Auseinandersetzung mit einer mächtigen Mafia-Familie aus New York, mit der die Sopranos zeitweise Geschäfte machen, latent aber immer im Clinch liegen.
Neben Tony gibt es in der Serie reihenweise weitere tolle Charaktere, die auch überwiegend sehr gut gespielt werden. Spitze sind auch die Namen wie Christopher Moltisanti als Tonys drogensüchtiger Cousin, Salvatore Bonpensiero, auch genannt "Big Pussy", Bobby Baccalieri oder "Johnny Sack" Sacramoni. Das sind doch mal Namen!
Die Atmosphäre der Serie ist düster und teilweise bedrückend. Die Mafia-Familie "erwirtschaftet" mit ihren Machenschaften zwar immer wieder viel Geld und lebt auch auf großem Fuß, es kommt aber nie rüber, dass sie diesen Reichtum in irgend einer Art und Weise genießen könnten. Im Vordergrund stehen immer die diversen vielschichtigen Konflikte und Tonys immer verzweifeltere Versuche, die Familie zusammenzuhalten. Das Schauen der immerhin sechs Staffeln flutscht manchmal nicht ganz so leicht wie bei manch anderen Serien, da sie einen schon "mitnimmt". Zu Recht gehört "the Sopranos" aber zu den besten Serien, die jemals das Licht der Welt erblickt haben.

Bewertung: ****1/2 von *****
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Downfall86
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PostPosted: 1 Mar 2017 15:48   Post subject: Reply with quote

@RedStarsHH: Ich lese deine Zusammenfassung. Cool, dass du dir die Mühe machst.

Bei Sopranos bin ich nie reingekommen, habe mehrfach die erste Folge gesehen xD
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PostPosted: 1 Mar 2017 16:50   Post subject: Reply with quote

Mir geht es da ähnlich. Ich habe die Sopranos immer auf meiner Liste von Serien, die ich unbedingt mal schauen will, aber bei Serien, die lange gelaufen sind, ist die Überwindung wegen der vielen Folgen immer ein Stück größer, als bei neuen Serien.

Nachdem ich inzwischen aber im Besitz von TV (The Book) bin, in dem Alan Sepinwall und Matt Zoller-Seitz eine Rangliste der besten 100 amerikanischen Serien aller Zeiten erstellt haben, habe ich den Vorsatz noch mal erneuert. Für alle Interessierten hier die Top 20:

1) The Simpsons
2) The Sopranos
3) The Wire
4) Cheers
5) Breaking Bad
6) Mad Men
7) Seinfeld
I love Lucy
9) Deadwood
10) All in the Family

11) M*A*S*H
12) Hill Street Blues
13) The Shield
14) The Twilight Zone
15) Arrested Development
16) The Larry Sanders Show
17) The Honeymooners
1 Louie
19) The Mary Tyler Moore Show
20) The X-Files

The Shield habe ich aufgrund des Buchs (und Sepinwalls anderen Buchs) kürzlich angefangen, und auch recht zügig weggeguckt, allerdings habe ich nur ungefähr drei Staffeln geschafft, bevor SkyGo es aus der Bibliothek entfernt hat. Bisher höchst sehenswert, manchmal für meinen Geschmack aber etwas zu reißerisch.

Außerdem habe ich gerade Legion angefangen, der neuen Serie von Noah Hawley. Sie ist im X-Men-Universum angesiedelt und handelt von David Haller, der zu Beginn der Serie wegen einer Schizophrenie in Behandlung in der Psychatrie ist. Allerdings wird recht schnell in Frage gestellt, ob seine Symptome nicht eher auf seine unkontrollierten telepathischen und telekinetischen Superkräfte zurückzuführen sind.
Das Ganze ist als Serie noch ein ganzes Eck schräger und verzwickter, als es in meiner Beschreibung klingt. Da ich aber riesiger Fan beider Staffeln Fargo bin, werde ich die erste Staffel definitiv bis zum Ende schauen und dann hier noch mal berichten.
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DP.Ghost
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PostPosted: 1 Mar 2017 18:02   Post subject: Reply with quote

da ich gerade hier zufällig abhänge... Sneaky Pete ist einfach genial!!!!
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RedStarsHH
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PostPosted: 2 Mar 2017 14:03   Post subject: Reply with quote


DP.Ghost wrote:
da ich gerade hier zufällig abhänge... Sneaky Pete ist einfach genial!!!!


du sagst es, Dude! Daher gleich mal meine nächste Vorstellung:

Sneaky Pete

nachdem es die erste Folge quasi als Pilot schon eine Ewigkeit OmU bei amazon prime zu sehen gab, ist nun die komplette erste Staffel in deutscher Synchronfassung verfügbar. Und was die erste Folge versprach, das hält die gesamte Staffel: eine wirklich raffinierte Gauner-Geschichte rund um den Trickbetrüger Marius Josipovic, grandios gespielt von Giovanni Ribisi.
Als Marius nach drei Jahren aus dem Knast entlassen wird, nimmt er die Identität seines Zellengenossen Pete Murphy an, um sich in dessen Familie, die im Kautionsgeschäft arbeitet, einzuschleichen und sich vor dem Gangster Vince Lonigan, der ein illegales Spielcasino betreibt, zu verstecken. Marius schuldet Vince - gespielt von "Heisenberg" Bryan Cranston, der u.a. die Idee zu der Serie hatte und an ihr mitwirkte - eine Menge Kohle und Vince schnappt sich Marius´ Bruder Eddie und droht damit, ihm nach und nach diverse Körperteile abzuschneiden, wenn Marius nicht bezahlt. Die Familie Bernhardt hat Pete Murphy seit dreißig Jahren nicht gesehen, sodass es Marius gelingt, sich als den verschollenen Cousin / Enkel auszugeben. Dabei muss er sich neben den Anstrengungen, seine wahre Identität geheim zu halten, seinen Bewährungshelfer ("willst du ei Adler sein oder ein Kackvogel?" ) nicht zu verprellen und Geld für die Freilassung seines Bruders aufzutreiben, auch mit um das Kautionsgeschäft seiner neuen Familie kümmern, die ihrerseits in allerhand Schwierigkeiten steckt. Die beiden Leben des Hauptprotagonisten vermischen sich - wenn auch teilweise arg konstruiert - immer mehr miteinander wobei es ständig neue Wendungen gibt und kontinuierlich an der Spannungs-Schraube gedreht wird. Mich hat der gesamte Plot etwas an die großartigen Filme "Bube, Dame, König, Gras" sowie "Snatch" erinnert. Trickbetrug, Gangster-Gewalt und Glücksspiel, das passt halt auch immer wie Arsch auf Eimer.
Giovanni Ribisi interpretiert die Rolle des Marius/Pete hervorragend. Er wirkt latent verschlagen und hinterlistig, gleichzeitig aber auch unsicher und hoch intelligent. Wie er nach und nach Teil der Familie wird, sie zugleich hintergeht und ihnen hilft, das ist schon toll gemacht. Ich bin froh, dass eine zweite Staffel bereits in Auftrag gegeben wurde. Einen entsprechenden Cliffhanger hat die letzte Folge schon Mal zu bieten.

Bewertung: ****1/2 von *****
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RedStarsHH
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PostPosted: 9 Mar 2017 16:31   Post subject: Reply with quote

so, nachdem ich kürzlich The Sopranos vorgestellt hatte, geht es heute auch wieder mafiös zu - wenn auch gänzlich anders:

Lillyhammer

Lillyhammer ist auf den ersten Blick eine Krimi- bzw. Mafia-Serie. Auf den zweiten und nachhaltigeren Blick handelt es sich aber fast um eine komödiantische Serie, zumindest überwiegen die witzigen Anteile deutlich und in wirklich brutale Abgründe der Mafia-Welt schaut man hier nicht.
Aber der Reihe nach: Hauptfigur der Serie ist Frank "The Fixer" Tagliano, gespielt von Steven Van Zandt, der auch schon bei den Sopranos mit Silvio Dante eine tragende Rolle spielte. Van Zandt ist schon vom Äußeren her und mit seiner Gestik und Mimik der geborene Mafiosi-Darsteller, er bedient rein äußerlich einfach jedes noch so platte Klischee vom schmierigen Mafia-Boss. Frank Tagliano kommt in den USA zum Schutz vor anderen Mafia-Banden in ein Zeugenschutz-Programm. Dieses verschlägt ihn in das verschlafene Städtchen Lillehammer in Norwegen. Und hier prallen naturgemäß Welten aufeinander, die unpassender nicht sein könnten. Auf der einen Seite der machtgewohnte Gangster "von Welt" aus New York, auf der anderen Seite die kauzigen Bewohner Lillehammers mit ihren diversen Spleens und Macken. Frank versucht sich in Lillehammer eine Existenz aufzubauen und greift dabei schon bald auf seine Erfahrungen aus dem Mafia-Geschäft zurück. Er lässt ein paar Kleinkriminelle für sich arbeiten und bringt es dabei schnell zu Bekanntheit und Geld. Parallel dazu versucht er, sich ein Privatleben aufzubauen indem er sich mit der Lehrerin Sigrid einlässt. Er muss dabei die ganze Zeit über aufpassen, dass seine wahre Identität nicht ans Licht kommt und ihn seine ehemaligen Mafia-Kollegen nicht finden - was naturgemäß nicht immer gelingt.
Die Serie hat wie gesagt viele komödiantische Anteile. Vor allem wird sie geprägt von den schrägen Charakteren und deren Geschichten, die immer im Hintergrund mitlaufen, wie z.B. Torgeir, Roar oder der völlig neben jeder Spur laufende Jan Johansen. Schräge Typen, die aber gleichzeitig irgendwie liebenswert sind und ihr Leben aus verschiedenen Gründen nicht auf die Reihe kriegen. Ich habe mehrfach schallend gelacht.
Als ernsthafte Krimi-Serie kann man "Lillyhammer" nicht bewerten, auch wenn die Grundstory entsprechende Elemente hat und auch gut durchdacht ist. Als schrullige Freak-Show mit gut gespielten Charakteren taugt das Ganze umso mehr.

Bewertung: **** von *****
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