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Harold Pinter vs. USA

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Gast





BeitragVerfasst am: 8 Dez 2005 14:48   Titel: Harold Pinter vs. USA Antworten mit Zitat

Der diesjährige Nobelpreisträger der Literatur hat ganz schön gegen die USA gewettert in seiner aufgezeichneten Rede. (Aufgezeichnet, da er aufgrund einer Krebserkrankung nicht persönlich an der Nobelpreisfeier teilnehmen konnte)

http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,389158,00.html

oder

http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,1807861,00.html

Ich finde es gut, dass jemand, der auch mal gehört wird, klare Worte findet. Ich bin auch mal gespannt auf die Antworten bzw. Reaktionen. Gerade bei dem Thema US Amerikanische Aussenpolitik in Bezug auf lateinamerikanische Diktaturen hat er mir aus der Seele gesprochen.
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Gast





BeitragVerfasst am: 8 Dez 2005 14:54   Titel: Antworten mit Zitat

Respekt so seine Meinung zu sagen , dass hat fast noch einen Nobelpreis verdien

gruß...09
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Gast





BeitragVerfasst am: 8 Dez 2005 15:02   Titel: Antworten mit Zitat

Ich finde es eigentlich eher traurig, dass jmd. die Plattform Nobelpreis nutzt um seiner politischen Meinung Gehör zu verschaffen.

Mochte Pinter seit dem Englisch LK eh nicht, aber das war imo der berühmte Griff ins Klo.

Diese Pauschalisierungen gegen eine Nation die sehr, sehr, sehr viele gute und positive Dinge für die Welt gemacht hat kotzt mich echt an. Heutzutage scheint die Anti-USA These ganzen populär zu sein, denn sonst hätten so Leute wie Pinter oder Polemiker wie Michael Moore keine Plattform.

Klar macht keine Regierung alles richtig oder gar fehlerfrei. Auch die USA nicht. Aber die USA hat viel für die heutige Welt und v.a. auch für Deutschland getan. Dafür müssten gerade wir Deutschen ihnen heute noch dankbar sein (d.h. nicht blind hinterherlaufen), aber die Kritik an diesem Land hinterherfragen!
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Gast





BeitragVerfasst am: 8 Dez 2005 15:32   Titel: Antworten mit Zitat

Das sehe ich anders. Die USA haben uns geholfen, ein demokratisches Land zu werden, in der die Bevölkerungen die Handlungen der Regierung hinterfragt, gerade deswegen muß man Kritik an der US-Regierung üben. Es ist schon beunruhigend, wenn sich die mächtigste Nation der Welt in relativ kurzer Zeit derart negativ entwickelt.

Wenn man das mal auflistet kann man schon ein bißchen Angst kriegen:
1. Führen eines völkerechtswidrigen Angriffkrieges
2. Verstoß gegen die Genfer Konventionen in Guatanamo
3. Folterung von Gefangenen
4. Öffentliches Bekenntnis zur Folter mit dem Argument, dies wäre im "Kampf gegen den Terror notwendig"
5. Verstoß gegen den Atomwaffensperrvertrag
6. Versuch der Einschränkung der Pressefreiheit im eigenen Land
7. Feshalten an der Todesstrafe
8. Wachsender Einfluß der religiösen Rechten auf Justiz und Politik .....................

Wenn man sich dazu noch vor Augen führt, daß die Demokratie in den USA weitaus weniger ausgeprägt ist, als in Europa finde ich es durchaus richtig kritisch Position zu beziehen.
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Gast





BeitragVerfasst am: 8 Dez 2005 15:36   Titel: Antworten mit Zitat


$eanphilip hat folgendes geschrieben:
Ich finde es eigentlich eher traurig, dass jmd. die Plattform Nobelpreis nutzt um seiner politischen Meinung Gehör zu verschaffen.

Mochte Pinter seit dem Englisch LK eh nicht, aber das war imo der berühmte Griff ins Klo.

Diese Pauschalisierungen gegen eine Nation die sehr, sehr, sehr viele gute und positive Dinge für die Welt gemacht hat kotzt mich echt an. Heutzutage scheint die Anti-USA These ganzen populär zu sein, denn sonst hätten so Leute wie Pinter oder Polemiker wie Michael Moore keine Plattform.

Klar macht keine Regierung alles richtig oder gar fehlerfrei. Auch die USA nicht. Aber die USA hat viel für die heutige Welt und v.a. auch für Deutschland getan. Dafür müssten gerade wir Deutschen ihnen heute noch dankbar sein (d.h. nicht blind hinterherlaufen), aber die Kritik an diesem Land hinterherfragen!


Ganz meine Meinung!!!

Obwohl Kritik vielleicht auch mal nicht schlecht ist. Aber man darf auch nicht das positive vergessen. Eine Kritik muss ausgewogen sein!!!
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Gast





BeitragVerfasst am: 8 Dez 2005 16:08   Titel: Antworten mit Zitat


rauuul hat folgendes geschrieben:
Das sehe ich anders. Die USA haben uns geholfen, ein demokratisches Land zu werden, in der die Bevölkerungen die Handlungen der Regierung hinterfragt, gerade deswegen muß man Kritik an der US-Regierung üben. Es ist schon beunruhigend, wenn sich die mächtigste Nation der Welt in relativ kurzer Zeit derart negativ entwickelt.

Wenn man das mal auflistet kann man schon ein bißchen Angst kriegen:
1. Führen eines völkerechtswidrigen Angriffkrieges
2. Verstoß gegen die Genfer Konventionen in Guatanamo
3. Folterung von Gefangenen
4. Öffentliches Bekenntnis zur Folter mit dem Argument, dies wäre im "Kampf gegen den Terror notwendig"
5. Verstoß gegen den Atomwaffensperrvertrag
6. Versuch der Einschränkung der Pressefreiheit im eigenen Land
7. Feshalten an der Todesstrafe
8. Wachsender Einfluß der religiösen Rechten auf Justiz und Politik .....................

Wenn man sich dazu noch vor Augen führt, daß die Demokratie in den USA weitaus weniger ausgeprägt ist, als in Europa finde ich es durchaus richtig kritisch Position zu beziehen.



NICHT ZU VERGESSEN:

9. die USA weigern sich seit Jahren (konkret: seit dem Bush an der Macht ist) den Internationalen Strafgerichtshof anzuerkennen und endgültig durchzuwinken. Denn nur wenn sie den Vertrag ratifizieren, kann man sie auch für Kriegsverbrechen vor ein internationales Gericht stellen. Deswegen machen sie es auch nicht, weil dann einige Angehörige der US-Amerikanischen Streitkräfte im selben Knast säßen wie Milosevic.

@DangerDany & SeanPhilip:
passt das auch in eure "logik"???

@SeanPhilip:
ich weiß, ich bin nicht der erste, der dich darauf anspricht. ABER: wenn ich deine signatur sehe, kommt mir echt das kotzen. Das Deutschland in dem mein und dein Vater aufgewachsen sind, das Land unserer Väter, war ein ganz beschissenes Deutschland. Mein Vater ist ´37 geboren. Meine Mutter ´41 und 5 km Luftlinie entfernt von Bergen-Belsen. Natürlich hat keiner was gesehen. Mag sein, dass dein Vater in der Nachkriegszeit groß wurde, aber Deutschland war zu der zeit immer noch nazi-verseucht. Man schaue sich nur alte Interviews mit Passanten an, in denen sie ihre Meinung zu den Studentenaufständen sagen sollten. Der Ausdruck "KZ" fällt mir eindeutig zu häufig. Du solltest dich anscheinend mal ein bischen mehr mit dem Land deines Vaters beschäftigen. Und wenn du meinst, das schon getan zu haben....
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Gast





BeitragVerfasst am: 8 Dez 2005 16:20   Titel: Antworten mit Zitat


rauuul hat folgendes geschrieben:
Das sehe ich anders...



Sitmme rauuul da zu sehe die Entwicklung der USA auch eher schlecht als gut an... Vorallem in jüngster Vergangenheit ist da viel Mist passiert!

@de Kock
Finde die Sig nicht schlimm! Was stört dich daran? Soll erschreiben "Deutschland Nazi-Land" ? Man kann doch wohl zu seinem Vaterland stehen, auch wenn in der Vergangenheit sicher sehr, sehr, sehr viel riesn Mist gelaufen ist. Aber Deutschland hat mittlerweile Weltweit gezeigt das es auch anders und viel besser kann!!!
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Gast





BeitragVerfasst am: 8 Dez 2005 16:30   Titel: Antworten mit Zitat

Nachdem ich mich erst wieder tierisch über eine weitere lächerliche und falsche Entscheidung bei der Literaturnobelpreisvergabe aufgeregt habe, finde ich es jetzt fast wieder richtig. Sicherlich sollte man die USA nicht auf das Verhalten einiger weniger reduzieren, aber es ist enorm wichtig, dass man auch darauf hinweist und sich wehrt und nicht immer alles still hinnimmt. Und wenn der Herr Pinter damit auch nur einen Menschen aufweckt und der die Politik der amerikanischen Regierung hinterfragt, war es das schon wert.

Die USA waren mal ein Symbol für Freiheit, Demokratie, Gleichberechtigung und Ähnliches! Lasst ein paar Idioten wie Bush dies nicht kaputt machen!
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Gast





BeitragVerfasst am: 8 Dez 2005 16:42   Titel: Antworten mit Zitat


Don Chris hat folgendes geschrieben:

rauuul hat folgendes geschrieben:
Das sehe ich anders...



Sitmme rauuul da zu sehe die Entwicklung der USA auch eher schlecht als gut an... Vorallem in jüngster Vergangenheit ist da viel Mist passiert!

@de Kock
Finde die Sig nicht schlimm! Was stört dich daran? Soll erschreiben "Deutschland Nazi-Land" ? Man kann doch wohl zu seinem Vaterland stehen, auch wenn in der Vergangenheit sicher sehr, sehr, sehr viel riesn Mist gelaufen ist. Aber Deutschland hat mittlerweile Weltweit gezeigt das es auch anders und viel besser kann!!!


keine Frage. Deutschland hat sich gemacht und ich kann es auch durchaus akzeptieren, wenn man kundtut, dass man das Land, in dem lebt, liebt, stolz darauf ist, whatever... Wenn man aber von dem Vaterland spricht, dann sollte man sich, imo, darüber Gedanken machen, was das für ein Land war. Und das sei jetzt nur zur expliziten Bedeutung erwähnt.
Auf die implizite, latent mitschwingende Bedeutung will ich jetzt nicht näher eingehen. Erst recht nicht, dass es ein Mod ist, der diesen Spruch propagiert...
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Gast





BeitragVerfasst am: 8 Dez 2005 16:52   Titel: Antworten mit Zitat

Die Leute, die die Methoden der USA gutheißen, haben einen verklärten Blick auf die Tatsachen. Fakt ist, dass Staaten wie der Iran, der Irak und Afghanistan erst von den USA hochgezüchtet wurden und die Konflikte in diesen Ländern finden Ihre Ursache auch zu einem großen Teil in der amerikanischen Außenpolitik wieder.

Der Iran wurde instrumentalisiert als Bollwerk gegen den Kommunismus. Dafür braucht man natürlich einen Diktator mit entsprechender politischen Überzeugung. Diktator deshalb, weil keine Demokratie über längeren Zeitraum ein "verlässlicher" Agressor sein will. Und passenderweise muss er dann auch faschistisch sein. Das war der Schah von Persien. Zweifellos kein Demokrat. Aber solange der den USA gefügig ist, spielt das ja auch keine Rolle. Als das persische Volk dann sich seines Unterdrückers entledigte, nimmt man sich einfach den benachbarten Staat vor, baut ihn zu einer agressiven Diktatur um, mit Saddam an der Spitze, und lässt Ihn auf den bösen Gottesstaat los.

Zack, brennt die Hütte in Arabien.

Afghanistan sollte auch ein Bollwerk gegen die Russen sein. Selbes Schema. Hochzüchten. Land kaputt. Leute laufen religiösen Rattenfängern in die Arme. Kaputt machen.

Deshalb kommt die Region einfach nicht zur Ruhe. Schuld sind die USA.



Ach ja. Man hört ja immer, dass die Amis so viel für uns getan haben. Stimmt auch. Nur tuen die so was nicht aus purer Nächstenliebe. Da Europa den USA ähnlicher ist, als irgendeine andere Region auf der Welt, kann man sich ja gleich mal Absatzmärkte schaffen und Bündnispartner sichern. Es geht immer nur um Sicherung der eigenen Landesinteressen. Die EU erweitert sich auch nur, weil das langfristig für Europa das Beste ist und nicht, weil wir den armen Ostblockländern aus Mildtätigkeit helfen wollen. Das sind Interessen.


Und warum kommen die mittelamerikanischen Schwellenländer nicht auf die Beine? Richtig, sind auch die USA schuld. Die geben nämlich solchen Ländern Kredite für mehr oder weniger schwachsinnige Projekte. Containerhäfen oder Autobahnen, obwohl das jeweils gegeben Wirtschaftsystem der ärmeren Länder damit nichts anfangen kann. Autobahnen machen ja nur dann wirklich Sinn, wenn da auch Autos drauf fahren. Hat da aber keiner. Containerhäfen nur dann, wenn auch Waren zum Export zur Verfügung stehen. Die nationalen Ökonomien in armen Ländern sind aber noch im primären Wirtschaftssektor, also landwirtschaftlich geprägt. In den USA gibts aber Schutzzölle und Subventionen für die heimische Landwirtschaft. Also nix Export für armes Land. Der Kredit muss aber trotzdem zurückgezahlt werden. So kann sich die Wirtschaft natürlich nie entwickeln. Der herrschenden Klasse gehts aber dank amerikanischer Waffen immer noch ganz gut.


Jaja, die USA. Ganz große Menschenrechtler!!!
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Gast





BeitragVerfasst am: 8 Dez 2005 16:54   Titel: Antworten mit Zitat


de Kock hat folgendes geschrieben:

@SeanPhilip:
ich weiß, ich bin nicht der erste, der dich darauf anspricht. ABER: wenn ich deine signatur sehe, kommt mir echt das kotzen. Das Deutschland in dem mein und dein Vater aufgewachsen sind, das Land unserer Väter, war ein ganz beschissenes Deutschland. Mein Vater ist ´37 geboren. Meine Mutter ´41 und 5 km Luftlinie entfernt von Bergen-Belsen. Natürlich hat keiner was gesehen. Mag sein, dass dein Vater in der Nachkriegszeit groß wurde, aber Deutschland war zu der zeit immer noch nazi-verseucht. Man schaue sich nur alte Interviews mit Passanten an, in denen sie ihre Meinung zu den Studentenaufständen sagen sollten. Der Ausdruck "KZ" fällt mir eindeutig zu häufig. Du solltest dich anscheinend mal ein bischen mehr mit dem Land deines Vaters beschäftigen. Und wenn du meinst, das schon getan zu haben....

Was ist denn das für ein Scheiß? Muss man eigentlich gleich immer mit solchen Kommentaren rechnen wenn man mal etwas Stolz für sein Vaterland zeigt?
Hier mal etwas für dich:

Zitat:
Wörterbuch der deutschen Sprache

Va|ter|land [n. 4] Land, in dem jmd. geboren oder aufgewachsen ist; Syn. Heimatland

Und dann denk nochmal drüber nach was du da geschrieben hast!
Ich bin auch stolz Deutscher zu sein und wir können stolz auf unser Vaterland sein! Wirtschaftswunder, vorbildlicher demokratischer Staat in wenigen Jahren, Schiller, Goethe......!
Ich finde deine Aussage gut Sean, weiter so! Mir gehen die Leute auf die Nerven die immer versuchen uns den kleinsten Nationalstolz schlecht zu reden! Unser Vaterland ist die Bundesrepublik Deutschland de Kock und nicht das Deutsche Reich! Denk mal darüber nach!
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Gast





BeitragVerfasst am: 8 Dez 2005 17:00   Titel: Antworten mit Zitat

Naja mal davon abgesehen was der Herr Pinter so erzählt hat muss man leider sagen, dass viele Auszeichnungen leider politisch vergeben werden. Wenn jemand gegen eine Sache ist, gegen die die Mehrheit ist, dann ist diejenige Person gesellschaftlich in ruhigen Gewässern. Das führt auch dazu, dass man in den Vordergrund rückt, denn was man nicht glaubt oder glauben will, dass will man auch nicht hören. Speziell beim Nobelpreis ist das zu erkennen, denn nicht jemand der eine gute Auflage hat wird dort belohnt, sondern derjenige, der die Europäische GesamtMEINUNG teilt.

Das Werk für das er ausgezeichnet wurde liegt so weit ich weiß auch schon eine ganze Zeit zurück und ist somit wie man so sagt "nicht mehr ganz auf nder Höhe der Zeit". Er hat nichts mehr gemacht in letzter Zeit und somit verstehe ich den preis nicht ganz, denn man hätte ihn genauso gut irgendwo anders für sein Lebenswerk ehren können.

Der Nobelpreis(der Literatur) sollte besser Leuten verliehen haben, die bedeutsame Bücher geschrieben haben, aber wenn man sich ansieht wer in den letzten 10 Jahren diesen Preis bekommen hat muss man weinen.
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Gast





BeitragVerfasst am: 8 Dez 2005 17:09   Titel: Antworten mit Zitat

Ich hätte es gut gefunden, wenn Roth ihn gekriegt hätte für "Verschwörung gegen Amerika".
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BeitragVerfasst am: 8 Dez 2005 17:10   Titel: Antworten mit Zitat


avilian hat folgendes geschrieben:
Der Nobelpreis(der Literatur) sollte besser Leuten verliehen haben, die bedeutsame Bücher geschrieben haben, aber wenn man sich ansieht wer in den letzten 10 Jahren diesen Preis bekommen hat muss man weinen.


Das ist jetzt aber doch etwas übertrieben. Günther Grass war beispielsweise ein absolut berechtigter Preisträger. Oder Imre Kertesz hat den Preis auch für sein Lebenswerk bekommen - und das war verdient. Lediglich die beiden letzten Entscheidungen (Elfriede Jelinek und jetzt Pinter) sind meiner Meinung nach Fehler gewesen - aber sicherlich keine politisch motivierten.

Wer hätte denn Deiner Meinung nach den Nobelpreis in den letzten Jahren bekommen sollen?
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Gast





BeitragVerfasst am: 8 Dez 2005 17:17   Titel: Antworten mit Zitat

Wieso muss man weinen, wenn man sich die letzten Nobelpreisträger für Literatur anschaut? Die meisten davon sind nach meinen Einschätzungen berechtigt. Abgesehen davon ist es nicht gerade einfach so etwas als einzelner zu beurteilen.
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BeitragVerfasst am: 8 Dez 2005 17:20   Titel: Antworten mit Zitat

Den preis sollte jemand bekommen, den man zumindest mal gehört hat und die ein Werk geschrieben hat, dass weltweit bekannt ist und über das sich jeder einig ist, dass es sich um einen würdigen Preisträger handelt. Kurzum Literaten, die es mit Gerhard Hauptmann, Thomas Mann, Ernest Hemingway oder Jean-Paul Sartre aufnehmen können. Frag mal einen Australier nach Thomas Mann oder Ernest Hemingway und frag dann mal nach Harold Pinter oder Günther Grass.
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BeitragVerfasst am: 8 Dez 2005 17:26   Titel: Antworten mit Zitat

Also Thomas Mann und Ernest Hemingway ist ja auch eher seichte Kost, das dürfte dann auch die höhere Bekanntheit erklären. Die Wahl ist schon ok, wobei Roth auch eine wirklich gute Wahl gewesen wäre.
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BeitragVerfasst am: 8 Dez 2005 17:28   Titel: Antworten mit Zitat


rauuul hat folgendes geschrieben:
Also Thomas Mann und Ernest Hemingway ist ja auch eher seichte Kost, das dürfte dann auch die höhere Bekanntheit erklären.


Da genau liegt der Hase begraben. Das muss nicht bockschwer sein, damit das einen Literaturnobelpreis verdient, sondern es soll die Menschen begeistern beim lesen(das ist zumindest meine Meinung).
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BeitragVerfasst am: 8 Dez 2005 17:28   Titel: Antworten mit Zitat


de Kock hat folgendes geschrieben:

ich weiß, ich bin nicht der erste, der dich darauf anspricht. ABER: wenn ich deine signatur sehe, kommt mir echt das kotzen. Das Deutschland in dem mein und dein Vater aufgewachsen sind, das Land unserer Väter, war ein ganz beschissenes Deutschland. Mein Vater ist ´37 geboren. Meine Mutter ´41 und 5 km Luftlinie entfernt von Bergen-Belsen. Natürlich hat keiner was gesehen. Mag sein, dass dein Vater in der Nachkriegszeit groß wurde, aber Deutschland war zu der zeit immer noch nazi-verseucht. Man schaue sich nur alte Interviews mit Passanten an, in denen sie ihre Meinung zu den Studentenaufständen sagen sollten. Der Ausdruck "KZ" fällt mir eindeutig zu häufig. Du solltest dich anscheinend mal ein bischen mehr mit dem Land deines Vaters beschäftigen. Und wenn du meinst, das schon getan zu haben....


Solche Leute wie dich liebe ich ja. Ok, mir ist klar, dass dir nur der Begriff Vaterland missfällt, aber dennoch ist das absoluter Schwachsinn! Laut Wikipedia ist das Vaterland eine "Bezeichnung für das Land, aus dem man selbst bzw. die Vorfahren stammen". Weiterhin wird geschrieben: "Diese Bedeutung kann mit politischen bzw. ideologischen Wertungen verknüpft sein, und bietet sich somit zu Propagandazwecken an: Vaterlandsliebe (siehe auch: Nationalismus, Patriotismus)."
Womit nimmst du dir also das Recht heraus Sean quasi als Nazi hinzustellen? Man kann auch Stolz auf Deutschland sein und dabei nicht mit Hitlergruß durch die Stadt laufen!
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Gast





BeitragVerfasst am: 8 Dez 2005 17:34   Titel: Antworten mit Zitat


avilian hat folgendes geschrieben:

rauuul hat folgendes geschrieben:
Also Thomas Mann und Ernest Hemingway ist ja auch eher seichte Kost, das dürfte dann auch die höhere Bekanntheit erklären.


Da genau liegt der Hase begraben. Das muss nicht bockschwer sein, damit das einen Literaturnobelpreis verdient, sondern es soll die Menschen begeistern beim lesen(das ist zumindest meine Meinung).


Nee, du so einfach geht das nicht, dann könnte es für Harry Potter ja auch nen Preis geben . Ich find schon, daß es bei den Werken darauf ankommt, daß sie literarisch herausragend sind. Und Hemingway erzählt zwar nette Geschichten aber sein Stil ist eher so in Richtung Schüleraufsatz.....

Aber eigentlich ist hier mittlereile eh alles OT, der eine redet von Mann der andere vom Vaterland, ich dachte, wir hacken auf den Amis rum
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Gast





BeitragVerfasst am: 8 Dez 2005 17:34   Titel: Antworten mit Zitat

Sorry gerade keine Zeit

Ist ein sehr interessanter Thread und ich werde mich hier im laufe des Abends noch zu äußern.

Gleiches gilt zu meiner Signatur. Hatte Geschichte-LK und bin nicht ganz uninteressiert an Geschichte. Insbesondere mit der Deutschen Geschichte habe ich mich recht gut befasst.
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BeitragVerfasst am: 8 Dez 2005 17:43   Titel: Antworten mit Zitat


avilian hat folgendes geschrieben:
Frag mal einen Australier nach Thomas Mann oder Ernest Hemingway und frag dann mal nach Harold Pinter oder Günther Grass.


Kenne leider keine Australier, aber könnte mit ganz vielen Amerikanern dienen. Und die kennen eher Günther Grass als Thomas Mann. Hemingway kennt hier natürlich fast jeder, aber den lasse ich mal außen vor. Pinter habe ich noch nicht nachgefragt. Aber wenn man nur danach geht, wer bekannt ist braucht man es auch nicht mehr Literaturnobelpreis nennen. Dafür gibt es genug Preise für populäre Bücher. Denn so gerne ich auch schon mal Dan Brown oder von mir auch Joanne K. Rowling lese - einen Literaturnobelpreis haben sie wahrlich nicht verdient.
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BeitragVerfasst am: 8 Dez 2005 19:18   Titel: Antworten mit Zitat

Hui, hier werden ja viele Dinge gleichzeitig diskutiert... Auf das Thema USA gehe ich mal nicht ein, das ufert bestimmt eh wieder aus
Auch zur politischen Gesinnung von Sean mag ich hier mal keine Meinung äußern, ich kenne ihn ja nicht.

Aber zum Nobelpreis geb ich dann doch mal meinen Senf ab
Also, zuallererst möchte ich mal anmerken, dass es ziemlich schwierig ist, jedes Jahr einen Preis zu verleihen, dem so viel Bedeutung beigemessen wird. Da wird dann am Ende irgendwas prämiert, worauf sich die Jury einigt und beim Nobelpreis ist das ja die "Svenska Akademien". Die kennt sich schon ganz gut mit Sprache und Literatur aus [/untertreibung]

Sicherlich kann man darüber diskutieren, ob da nicht der eine oder andere bisher übergangen wurde, aber das Problem ist doch einfach, dass es für die Bewertung von Literatur keine objektive Messung gibt. Es gibt nur einen Kanon und selbst der ändert sich ständig. Wer sich mal eine Anthologie in einer Auflage von vor 30 Jahren und in der Auflage von heute angeguckt hat, weiß was ich meine. Und natürlich spielen da auch politische Kriterien eine Rolle. Aber Gottseidank wird ja auch jede Preisvergabe schön begründet

Trotzdem geht der Preis an Pinter imo in Ordnung und auch die letzten Jahre wars ok. Günther Grass hat immerhin die Blechtrommel geschrieben, was unbestritten ein ziemlich wichtiger Roman ist. Und JM Coetzee war zB auch so jemand, wo man immer gedacht hat "wär endlcih mal dran" und dann hats doch noch Jahre gedauert, obwohl es einer der bedeutendsten zeitgenössischen Autoren ist.

Prinzipiell finde ich es gut, dass die Nobelpreise sich im Allgemeinen nicht so sehr nach dem momentanen Buzz richten, sondern eher Zeit verstreichen lassen, bevor jemand nen Preis bekommt
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Gast





BeitragVerfasst am: 8 Dez 2005 19:28   Titel: Antworten mit Zitat


de Kock hat folgendes geschrieben:
Erst recht nicht, dass es ein Mod ist, der diesen Spruch propagiert...


Will mich jetzt mal etwas ausführlicher zu meiner Signatur äußern, da ich keinem zu Nahe treten will!
Erst mal finde ich es schade, dass du so einseitig an diese Sache rangehst und auch das du extra heraushebst das ich Mod bin. In erster Linie bin ich ein ganz normaler User dieses Forum und meine Meinung zählt genausoviel oder wenig wie deine oder die eines anderen Users.

Wie einige User wissen, habe ich das Schuljahr 2002/03 in Pennsylvania (Ostküste der USA) verbracht und war somit jeden morgen dabei, wenn die "Pledge of Allegiance" (das amerikanische Gelöbnis der Treue zur Flagge) gesprochen wurde. Berührt hat mich auch das Abspielen bzw. das Singen der Nationalhymne vor jedem Spiel (egal ob Profi oder Amateur, Leistungs- oder Schulsport) und ich habe teilweise echt eine Gänsehaut bekommen. Auf Grund dieser Erfahrungen; dem Zusammenhalt nur auf Grund der Tatsache das meiner Nationalität angehört hat mich echt mitgenommen und ich wünschte mir das es hier in Deutschland ähnlich wäre.
Früher habe ich soetwas wie Nationalstolz kaum gekannt. Bei der Europameisterschaft 2000 in Holland und Belgien habe ich mich noch gefreut das wir in der Vorrunde ausgeschieden sind und das die Underdogs weitergekommen sind.
Bei der WM 2002 habe ich mich leicht gefreut, aber mehr als Fußballfan und mittlerweile würde ich mich echt als Patriot bezeichnen! In Amerika habe ich gelernt, dass man, wenn man als Nation auftritt deutlich stärker ist, als wenn man teilweise gegeneinander spielt.

Das ist auch meine Überleitung zur deutschen Geschichte Man braucht sich nur mal eine Karte anzugucken wie das heutige Deutschland 1870/71 ausgesehen hat. Fürstentümer, etc. aufgeteilt in über 2.000 "Staaten". Ohne Frage war Preussen der Größte und militärisch stärkste Staat und greift auch Frankreich. "Großdeutsche" Bestrebungen kamen auf und im Januar 1871 wird das Deutsche Reich neugegründet.

Das man beide Weltkriege nicht gutreden kann steht außer Frage. Es sind damals viele Fehler gemacht worden und meine Urgroßeltern haben durch den ersten Weltkrieg auch ihr ganzes Hab und Gut verloren. Meine Eltern (beide von 1952) sind allerdings erst in der Nachkriegszeit aufgewachsen. Ein Großvater ist jedoch an einer Kriegsverletzung gestorben...

Wie oben schon erklärt, habe ich miterlebt was Nationalstolz heissen kann und das man auch auf sein Land stolz sein kann.

Ich bin stolz auf Deutschland! Stolz auf unsere Wirtschaft, die zu den besten der Welt zählt; stolz auf unsere Dichter und Denker die noch heute die Literatur prägen; stolz darauf, dass wir relativ wenige Rassenprobleme haben; stolz darauf das wir offen mit unserer Geschichte umgehen; stolz das wir Religions- und Meinungsfreiheit haben, usw.

Übrigens einen sehr interessanten Artikel findest du Hier


MDR hat folgendes geschrieben:
Stolz auf Deutschland?
"Ich liebe unser Land", sagt Bundespräsident Köhler. Damit hat er eine Debatte über das deutsche Nationalbewusstsein angestoßen. Sollen schon Grundschüler die deutsche Nationalhymne lernen? Oder wollen wir gar keine Patrioten sein? Die erregte Diskussion darüber zeigt: Deutschland ist ein schwieriges Vaterland.


Das zeigt, dass es nicht ganz einfach ist. Man muss sich jedoch nur mal vorstellen, wie wir den Tag der Dt. Einheit (03. Oktober) zelebrieren. Man muss nur mal miterlebt haben wie dieser Tag in Amerika oder auch in Frankreich gefeiert wird. Nur bei uns werden dann wieder ethische und moralische Fragen gestellt und das finde ich traurig.
Bei älteren Leuten kann ich es gerade noch verstehen. Zum Glück ist die Nazi-Zeit Vergangenheit und mit dieser müssen wir offensiv umgehen. Ich kann nix für einen Mann namens Adolf Hitler und auch für die anderen Leute damals an der Macht kann ich nix. Deshalb finde ich schade, dass gerade so junge Leute wie du nicht ganz offensiv mit der Sache umgehen.

So jetzt zu den Farben von unser Nationalfarbe. Früher waren die Farben im Dt. Reich "Schwarz-Weiss-Rot" und heute sind sie "Schwarz-Rot-Gold"
Das die Farben die Farben des heiligen römischen Reiches seien ist jedoch nur ein Gerücht, welches weit verbreitet ist.
Seit Karl dem Großen war Rot ein Symbol der Herrschaft. Nach den Befreiungskriegen (1813 - 1815) trugen die Burschenschaften, in denen sich in Jena viele Lützower befanden, ihre Waffenröcke als Bundeskleidung weiter. Daraus entstanden ihre Bundesfarben Rot und Schwarz mit Gold durchwirkt, ebenso ihre Fahne.

Deshalb sind die Farben unserer Flagge "Schwarz-Rot-Gold" und auf Grund dieser Tatsache habe ich sie auch mit in meine Signatur genommen und um meinen Nationalstolz zu zeigen. Das sprichwörtliche "Flagge zeigen" sozusagen und hat nix mit brauner Scheisse zu tun. Ich hoffe du verstehst was ich dir sagen will und verstehst auch warum ich stolz auf Deutschland bin.

Heute Nacht werde ich auch noch Stellung zu Amerika beziehen, aber das schaffe ich jetzt leider nicht mehr Sorry!
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BeitragVerfasst am: 8 Dez 2005 19:33   Titel: Antworten mit Zitat


rauuul hat folgendes geschrieben:
Das sehe ich anders. Die USA haben uns geholfen, ein demokratisches Land zu werden, in der die Bevölkerungen die Handlungen der Regierung hinterfragt, gerade deswegen muß man Kritik an der US-Regierung üben. Es ist schon beunruhigend, wenn sich die mächtigste Nation der Welt in relativ kurzer Zeit derart negativ entwickelt.

Wenn man das mal auflistet kann man schon ein bißchen Angst kriegen:
1. Führen eines völkerechtswidrigen Angriffkrieges
2. Verstoß gegen die Genfer Konventionen in Guatanamo
3. Folterung von Gefangenen
4. Öffentliches Bekenntnis zur Folter mit dem Argument, dies wäre im "Kampf gegen den Terror notwendig"
5. Verstoß gegen den Atomwaffensperrvertrag
6. Versuch der Einschränkung der Pressefreiheit im eigenen Land
7. Feshalten an der Todesstrafe
8. Wachsender Einfluß der religiösen Rechten auf Justiz und Politik .....................

Wenn man sich dazu noch vor Augen führt, daß die Demokratie in den USA weitaus weniger ausgeprägt ist, als in Europa finde ich es durchaus richtig kritisch Position zu beziehen.


Hinzufügen könnte man noch:
- Größte Umweltverpester der Welt, sperren sich seit Jahren gegen die Unterzeichnung des Kyoto-Protokolls.
- Erste Symptome eines Polizeistaates, wenn man sieht, wie weitgehend Bürgerrechte in den letzten Jahren beschnitten wurden.
- Internationaler Strafgerichtshof wurde schon genannt.

Natürlich haben wir den USA einiges zu verdanken, aber deshalb kann das nicht heißen, dass wir keine Kritik üben dürfen. Hoffe deshalb, das Merkel ihre unkritische Haltung Bush und den USA gegenüber aufgibt.
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