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Verfasst am: 13 Jun 2006 10:49 Titel: Dreifacher Genickbruch |
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In einem anderen Forum schrieb ich zu einer der üblichen Kapitalismusdebatten folgendes:
Marktsättigung: Mit zunehmendem Niveau verlangsamt sich das Wirtschaftswachstum zusehends. Das führt zu einer Sättigung der Märkte, deren Anbieter in der Konkurrenzsituation permanent ihre Kosten reduzieren müssen, um bei Beibehaltung zinssatzübersteigender Margen oder eben überhaupt noch am idealerweise polypolen Markt bestehen zu können. Neben einem wünschenswerten effizienteren Einsatz von materiellen Ressourcen, wodurch allerdings wiederum die Lieferanten ins Hintertreffen geraten, Funktionsausweitung und, leider seltener, Qualitätsverbesserung, wird natürlich möglichst am Humankapital gespart. Auslagerung, Arbeitszeitverlängerung, Lohnkürzung, Schlagzahlerhöhung und Automatisierung sind die wenig begehrlichen aber oft unvermeidbaren Folgen, in immer größerem Stil. Hinzu kommt, dass Investitionen und eigene Leistungserhöhung immer weniger erfolgsversprechend sind. Es ist kein Wunder, dass so viele sogenannte Wirtschaftsexperten das Wirtschaftswachstum als Allheilmittel herbeibeten wollen, aber neue Produkte sind immer weniger begehrlich, als die bestehenden Waren die wichtigsten Funktionen erfüllen. Arbeitgebern und sparsamen Kunden ist nicht immer ein Vorwurf zu machen, der Fehler liegt im System und dem Glauben an das Wirtschaftswachstum.
Automatisierung: Dem mangelnden Wirtschaftswachstum konnten bislang bahnbrechende Technologien zumindest entgegenwirken. Der Haken daran ist, dass Fortschritt meist zur Erleichterung und Ersetzung menschlicher Arbeit dient oder zumindest zur Folge hat, abgesehen von einigen Entwicklungen im medizinischen Bereich und des Entertainments. Dieser eigentlich wünschenswerte Effekt wirkt viel gewichtiger auf die Arbeitslosigkeit als die Globalisierung, und setzt die Arbeitnehmer unter zusätzlichen zu dem aus der Marktsättigung resultierenden Druck. Ohne entsprechende Maßnahmen führt dies zur Verarmung breiter Schichten, wobei guter Verdienst nur noch für Spezialisten, Antreiber und Handlanger möglich ist. Der oft beschworene Glaube an neue Branchen, die bislang die Folgen der Automatisierung sehr gut abfedern konnten, wird mit demselben Argument wie die Hoffnung auf Wirtschaftswachstum entkräftet. Je mehr Bedürfnisse erfüllt sind, desto geringer ist die Stärke der Nachfrage nach neuen Produkten. Interessant auch zu beobachten, dass die Verfechter des Branchenglaubens die hohe Bürokratie, für mich übrigens auch nicht gerade erfreulich, für das Verhindern der Entstehung neuer Arbeitsplätze verantwortlich machen. Da stellt sich doch direkt die Frage, was mit den Millionen Bürokraten überhaupt noch anzufangen wäre, wenn diese ihrer Funktionen entledigt sind.
Kapitalakkumulation: Nutznießer im großen Stile der oben aufgeführten Entwicklungen sind die Kapitaleigner, deren Vermögen sich einer zunehmenden Nachfrage von Seiten der immer weniger verdienenden Arbeitnehmer, des die Sozialfälle auffangenden Staates und der zur Automatisierung oder Daseinssicherung gezwungenen Unternehmer erfreut. Was zu steigenden Zinsen führt, die sich in den Preisen wiederfinden, die oben erwähnten Margen unter größeren Druck setzen, und zu einer vermehrten Anhäufung von Kapital in den Händen weniger, und damit immer mächtiger werdenden Menschen führt. Nicht nur wirtschaftliche Macht, sondern auch politischen Einfluss, den sie wiederum zur Verschärfung der oben beschriebenen Entwicklungen einsetzen, von denen sie ja profitieren, wie in den Vereinigten Staaten besonders eindrucksvoll zu beobachten ist. Als Großaktionäre können sie die Arbeitslosigkeit für den Lohndruck nutzen und die Marktsättigung um Lieferanten einzuheizen.
Diese Verstrickungen werden selten an den Universitäten gelehrt, sind Professoren doch oft gutbezahlte Arbeitnehmer, und in Politdiskussionen findet man sie höchstens von Links zaghaft angedeutet, wobei die Linken es aus verständlichen Gründen vorziehen, sich dem Populismus der Etablierten anzupassen. Aber wer sich ein bisschen Mühe gibt, kann die Zusammenhänge nachvollziehen, auch wenn es schmerzhaft sein kann, sich vom seinem einfachen Weltbild zu verabschieden, zumal kaum akzeptable Handlungskonsequenzen angeboten zu werden scheinen. Die aber sehr wohl existieren und sich allmählich rumsprechen.
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Verfasst am: 13 Jun 2006 11:13 Titel: |
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und nun ?
Hast du vielleicht ausversehen den antwortbutton verfehlt?
Sehe hier keine frage oder diskussionsstoff.
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Verfasst am: 13 Jun 2006 11:16 Titel: Re: Dreifacher Genickbruch |
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| Malone70 hat folgendes geschrieben: |
Diese Verstrickungen werden selten an den Universitäten gelehrt, sind Professoren doch oft gutbezahlte Arbeitnehmer, und in Politdiskussionen findet man sie höchstens von Links zaghaft angedeutet, wobei die Linken es aus verständlichen Gründen vorziehen, sich dem Populismus der Etablierten anzupassen. Aber wer sich ein bisschen Mühe gibt, kann die Zusammenhänge nachvollziehen, auch wenn es schmerzhaft sein kann, sich vom seinem einfachen Weltbild zu verabschieden, zumal kaum akzeptable Handlungskonsequenzen angeboten zu werden scheinen. Die aber sehr wohl existieren und sich allmählich rumsprechen. |
Und die wären?
Sind ja ganz nette Gedanken, die mit Sicherheit auch einige Wahrheiten beinhalten. Allerdings sind auch einige Aussagen drin, für die ich gerne empirsche Belege sehen würde.
Aber erstmal würden mich die existierenden Alternativen interessieren? Bisher ist es nichts weiter als Populismus, hast Du das geschrieben, oder hast Du es irgendwoher?
Gruß 11
@Ramber:
Naja, ich pesönlich finde sowas hier besser als? Hat wer den Sven gesehen oder 100 andere Threads in diesem Forum
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Gast
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Verfasst am: 13 Jun 2006 11:33 Titel: |
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Ich habe bewusst keine Handlungskonsequenzen erwähnt. Soll sich doch jeder erstmal selbst Gedanken machen
Die empirische Belege empfehle ich zum Beispiel die Lektüre von Rifkin.
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Gast
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Verfasst am: 13 Jun 2006 11:50 Titel: |
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Welches Buch von Jeremy Rifkin kannst Du denn empfehlen?
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Verfasst am: 13 Jun 2006 15:08 Titel: |
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Da steht soviel Schwachsinn drin (und erwiesenermaßen Falsches), dass man da garnicht ernsthaft drauf reagieren kann!
Nimm Dir mal irgendein VWL-Lehrbuch das nicht in Nordkorea oder Osteuropa vor 1990 gedruckt wurde und versuch auch nur einen Punkt davon zu rechtfertigen oder zu verifizieren!
Und die Wortwahl entstammt wohl auch eher einem populistischen Pamphlet der Linkspartei! Außerdem ist die Argumentation inkonsistent - Zinsentwicklung, Kapitaleigner und so weiter, da ist ein Denkfehler!
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Verfasst am: 13 Jun 2006 15:42 Titel: Re: Dreifacher Genickbruch |
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| Malone70 hat folgendes geschrieben: |
| I Aber wer sich ein bisschen Mühe gibt, kann die Zusammenhänge nachvollziehen, auch wenn es schmerzhaft sein kann, sich vom seinem einfachen Weltbild zu verabschieden, zumal kaum akzeptable Handlungskonsequenzen angeboten zu werden scheinen. Die aber sehr wohl existieren und sich allmählich rumsprechen. |
Mich würde interessieren was du vorschlägst, bzw was die deiner Meinung nach die Handlungskonsequenzen sind. Dann kommt hier auch bestimmt eine Diskussion zu Stande.
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Verfasst am: 13 Jun 2006 16:12 Titel: |
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Nein jokoh, es steht überhaupt kein Schwachsinn drin und nichts Falsches. Ich hab übrigens VWL studiert und vor kurzem noch "Volkswirtschaftslehre" von Dubs gelesen. Außerdem habe ich vorgelegt und es wäre an Dir zu falsifizieren. Bin mal gespannt...
#11, "Das Ende der Arbeit" ist sicher am nachhaltigsten.
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Gast
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Verfasst am: 13 Jun 2006 16:28 Titel: |
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In einer Hinsicht hat er natürlich recht. Ich studiere jetzt im 10. Semester Wirtschaftswissenschaften und Alternativen zum gängingen Konzept der Marktwirtschaft hab ich bis jetzt nur in einer sozialwissenschaftlichen Vorlesung angeboten bekommen.
Wen solche Alternativen interessieren, kann sich ja einstiegshalber mal in einer gut ausgestatteten Bibliothek das folgende Buch ausleihen:
Baur, Nina: Soziologische und ökonomische Theorien der Erwerbsarbeit. Eine Einführung, 2001
Oder, wer sich tiefergehend damit beschäftigen möchte:
Beck, Ulrich: Die Zukunft von Arbeit und Demokratie, 1999
Giarini, Orio / Liedtke, Patrick: Wie wir arbeiten müssen. Der neue Bericht an den Club of Rome, 1999
Gorz, Andre: Arbeit zwischen Misere und Utopie, 2000
Rikfin, Jeremy: Das Ender der Arbeit und ihre Zukunkt, 1995
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Verfasst am: 13 Jun 2006 16:39 Titel: Re: Dreifacher Genickbruch |
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| Malone70 hat folgendes geschrieben: |
In einem anderen Forum schrieb ich zu einer der üblichen Kapitalismusdebatten folgendes:
Marktsättigung: Mit zunehmendem Niveau verlangsamt sich das Wirtschaftswachstum zusehends. Das führt zu einer Sättigung der Märkte, deren Anbieter in der Konkurrenzsituation permanent ihre Kosten reduzieren müssen, um bei Beibehaltung zinssatzübersteigender Margen oder eben überhaupt noch am idealerweise polypolen Markt bestehen zu können. Neben einem wünschenswerten effizienteren Einsatz von materiellen Ressourcen, wodurch allerdings wiederum die Lieferanten ins Hintertreffen geraten, Funktionsausweitung und, leider seltener, Qualitätsverbesserung, wird natürlich möglichst am Humankapital gespart. Auslagerung, Arbeitszeitverlängerung, Lohnkürzung, Schlagzahlerhöhung und Automatisierung sind die wenig begehrlichen aber oft unvermeidbaren Folgen, in immer größerem Stil. Hinzu kommt, dass Investitionen und eigene Leistungserhöhung immer weniger erfolgsversprechend sind. Es ist kein Wunder, dass so viele sogenannte Wirtschaftsexperten das Wirtschaftswachstum als Allheilmittel herbeibeten wollen, aber neue Produkte sind immer weniger begehrlich, als die bestehenden Waren die wichtigsten Funktionen erfüllen. Arbeitgebern und sparsamen Kunden ist nicht immer ein Vorwurf zu machen, der Fehler liegt im System und dem Glauben an das Wirtschaftswachstum.Meine Meinung nach sind es gerade die neuen Produkte(wenn ich Produkt in diesem Zusammenhang richtig verstanden habe), die die begehrten sind, gerade von den Verschleiss alter Produkte profitieren neue. Und dass sich das Wirtschaftswachstum verlangsamt sehe ich auch nicht, einzelne Länder mögen zwar Schwankungen, Deutschland durchaus auch einer längeren, unterliegen, aber die Weltwirtschaft wächst.
Automatisierung: Dem mangelnden Wirtschaftswachstum konnten bislang bahnbrechende Technologien zumindest entgegenwirken. Der Haken daran ist, dass Fortschritt meist zur Erleichterung und Ersetzung menschlicher Arbeit dient oder zumindest zur Folge hat, abgesehen von einigen Entwicklungen im medizinischen Bereich und des Entertainments. Dieser eigentlich wünschenswerte Effekt wirkt viel gewichtiger auf die Arbeitslosigkeit als die Globalisierung, und setzt die Arbeitnehmer unter zusätzlichen zu dem aus der Marktsättigung resultierenden Druck. Ohne entsprechende Maßnahmen führt dies zur Verarmung breiter Schichten, wobei guter Verdienst nur noch für Spezialisten, Antreiber und Handlanger möglich ist. Der oft beschworene Glaube an neue Branchen, die bislang die Folgen der Automatisierung sehr gut abfedern konnten, wird mit demselben Argument wie die Hoffnung auf Wirtschaftswachstum entkräftet. Je mehr Bedürfnisse erfüllt sind, desto geringer ist die Stärke der Nachfrage nach neuen Produkten. Interessant auch zu beobachten, dass die Verfechter des Branchenglaubens die hohe Bürokratie, für mich übrigens auch nicht gerade erfreulich, für das Verhindern der Entstehung neuer Arbeitsplätze verantwortlich machen. Da stellt sich doch direkt die Frage, was mit den Millionen Bürokraten überhaupt noch anzufangen wäre, wenn diese ihrer Funktionen entledigt sind.Kann ich so zustimmen, abgesehen, von dem oben angesprochenen Wirtschaftwachstum, aber was wäre deine Alternative, die Tatsachen aufzählen ist nicht das Problem
Kapitalakkumulation: Nutznießer im großen Stile der oben aufgeführten Entwicklungen sind die Kapitaleigner, deren Vermögen sich einer zunehmenden Nachfrageerwecken neue Produkte jetzt doch Begehrlichkeiten? von Seiten der immer weniger verdienenden Arbeitnehmer, des die Sozialfälle auffangenden Staates und der zur Automatisierung oder Daseinssicherung gezwungenen Unternehmer erfreut. Was zu steigenden Zinsen führt, die sich in den Preisen wiederfindenOben sprichst du davon, dass Unternehmen die Kosten im konkurrenzkampf senken müssen. Kostensenkungen um mit (den Preisen) der Konkurrenz mithalten zu können(Geiz-ist-geil-Mentalität) führen also zu niedrigeren Preisen für Produkte, die oben erwähnten Margen unter größeren Druck setzen, und zu einer vermehrten Anhäufung von Kapital in den Händen weniger, und damit immer mächtiger werdenden Menschen führt. Nicht nur wirtschaftliche Macht, sondern auch politischen Einfluss, den sie wiederum zur Verschärfung der oben beschriebenen Entwicklungen einsetzen, von denen sie ja profitieren, wie in den Vereinigten Staaten besonders eindrucksvoll zu beobachten ist. Als Großaktionäre können sie die Arbeitslosigkeit für den Lohndruck nutzen und die Marktsättigung um Lieferanten einzuheizen. Dem Stimme ich so zu, wobei hier ein gestärktes Kartellamt wohl zur regulierung in Frage käme.
Diese Verstrickungen werden selten an den Universitäten gelehrt, sind Professoren doch oft gutbezahlte ArbeitnehmerMeiner Meinung nachzu recht, und in Politdiskussionen findet man sie höchstens von Links zaghaft angedeutet, wobei die Linken es aus verständlichen Gründen vorziehen, sich dem Populismus der Etablierten anzupassen. Aber wer sich ein bisschen Mühe gibt, kann die Zusammenhänge nachvollziehen, auch wenn es schmerzhaft sein kann, sich vom seinem einfachen Weltbild zu verabschieden, zumal kaum akzeptable Handlungskonsequenzen angeboten zu werden scheinen. Die aber sehr wohl existieren und sich allmählich rumsprechen. |
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Verfasst am: 13 Jun 2006 16:45 Titel: |
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| Malone70 hat folgendes geschrieben: |
Marktsättigung:
Hinzu kommt, dass Investitionen und eigene Leistungserhöhung immer weniger erfolgsversprechend sind. |
---> WARUM DAS???
| Malone70 hat folgendes geschrieben: |
Es ist kein Wunder, dass so viele sogenannte Wirtschaftsexperten das Wirtschaftswachstum als Allheilmittel herbeibeten wollen, aber neue Produkte sind immer weniger begehrlich, als die bestehenden Waren die wichtigsten Funktionen erfüllen. |
----> HÄÄH? Wo kommt das denn her? neue, gute produkte haben sich immer durchgesetzt und werden sich immer durchsetzen.
| Malone70 hat folgendes geschrieben: |
Arbeitgebern und sparsamen Kunden ist nicht immer ein Vorwurf zu machen, der Fehler liegt im System und dem Glauben an das Wirtschaftswachstum. |
---> nette floskel, aber hat
1. nur wenig mit dem rest des absatzes zu tun
2. welches system? immer, wenn irgendwelcher pseudo-interessierten sich zu einem solch komplexen thema äußern, ist unterm strich das "system" schuld
| Malone70 hat folgendes geschrieben: |
Automatisierung: Dem mangelnden Wirtschaftswachstum konnten bislang bahnbrechende Technologien zumindest entgegenwirken. |
---> bahnbrechende technologien SORGEN für wirtschaftswachstum
| Malone70 hat folgendes geschrieben: |
Der Haken daran ist, dass Fortschritt meist zur Erleichterung und Ersetzung menschlicher Arbeit dient oder zumindest zur Folge hat, abgesehen von einigen Entwicklungen im medizinischen Bereich und des Entertainments. Dieser eigentlich wünschenswerte Effekt wirkt viel gewichtiger auf die Arbeitslosigkeit als die Globalisierung, und setzt die Arbeitnehmer unter zusätzlichen zu dem aus der Marktsättigung resultierenden Druck. Ohne entsprechende Maßnahmen führt dies zur Verarmung breiter Schichten, wobei guter Verdienst nur noch für Spezialisten, Antreiber und Handlanger möglich ist. |
---> und für dienstleister, logistiker, it-warenhäuser, ....
dadurch wird der arbeitsmarkt doch nicht kleiner, das anforderungsprofil verschiebt sich nur... und daran kann jeder selbst arbeiten.
| Malone70 hat folgendes geschrieben: |
Der oft beschworene Glaube an neue Branchen, die bislang die Folgen der Automatisierung sehr gut abfedern konnten, wird mit demselben Argument wie die Hoffnung auf Wirtschaftswachstum entkräftet.
Je mehr Bedürfnisse erfüllt sind, desto geringer ist die Stärke der Nachfrage nach neuen Produkten. |
---> die grundbedürfnisse sind essen, trinken und ein dach über dem kopf. die sind in deutschland in der masse schon länger gedeckt
heute werden bedürfnisse GESCHAFFEN.
| Malone70 hat folgendes geschrieben: |
Interessant auch zu beobachten, dass die Verfechter des Branchenglaubens die hohe Bürokratie, für mich übrigens auch nicht gerade erfreulich, für das Verhindern der Entstehung neuer Arbeitsplätze verantwortlich machen. Da stellt sich doch direkt die Frage, was mit den Millionen Bürokraten überhaupt noch anzufangen wäre, wenn diese ihrer Funktionen entledigt sind. |
--->es geht nicht darum, dass zuviele beamte die füße auf den tisch legen und lohn kassieren. es geht darum, dass es in deutschland einfach zu kompliziert ist, vorwärts zu kommen, egal ob als privatperson oder als unternehmen
beispiele:
-steuererklärung
-baugenehmigungen
-arbeitsrecht
-forschung
...und endlich weitere...
und bei der arbeitsmarktvermittlung (recht aktuelles thema) bspw. sind neue instanzen entstanden sind, die nicht mit- , sondern neben oder gar gegeneinander arbeiten. es existieren größtenteils nicht mal einheitliche datensätze. jedes großunternehmen wäre fertig, wenn sie ein solch schlechtes wissensmanagement hätten. die öffentliche meinung ist dementsprechend schlecht, da teuer und (noch) erfolglos...aber es kann ein erster schritt iin die richtige richtung sein. keiner, der ein wenig ahnung hat, ist GEGEN die neu eingestellten beamten (wobei teile ja privatisiert wurden) dieses bereiches, sondern gegen die uneffektivität.
| Malone70 hat folgendes geschrieben: |
Kapitalakkumulation: Nutznießer im großen Stile der oben aufgeführten Entwicklungen sind die Kapitaleigner, deren Vermögen sich einer zunehmenden Nachfrage von Seiten der immer weniger verdienenden Arbeitnehmer, des die Sozialfälle auffangenden Staates und der zur Automatisierung oder Daseinssicherung gezwungenen Unternehmer erfreut. |
---> schonmal was von basel II gehört? oder private equity? mittelständische und kleinunternehmen hatten es noch nie leicht, an kapital zu kommen, dass ist richtig (in gegensatz zur usa). aber es ist nicht schwerer geworden.
---> und was ist jetzt die lösung? den kapitaleignern/gebern das geld wegnehmen?
ich fürchte, ich verstehe schon den ansatz nicht, was mir damit gesagt werden soll..
| Malone70 hat folgendes geschrieben: |
Was zu steigenden Zinsen führt, die sich in den Preisen wiederfinden, die oben erwähnten Margen unter größeren Druck setzen, und zu einer vermehrten Anhäufung von Kapital in den Händen weniger, und damit immer mächtiger werdenden Menschen führt. |
---> wo sind denn die zinsen so hoch? hab ich was verpasst? bei der baufinanzierung? bei der kreditvergabe? wohl eher nicht...
ein gut strukturiertes unternehmen mit gescheiter strategie hat heute durch basel II doch eher bessere chance, an gte kredite zu kommen. und um den leitzins kümmert sich immer noch die ezb.. und uda sitzen auch keine laien.
| Malone70 hat folgendes geschrieben: |
Nicht nur wirtschaftliche Macht, sondern auch politischen Einfluss, den sie wiederum zur Verschärfung der oben beschriebenen Entwicklungen einsetzen, von denen sie ja profitieren, wie in den Vereinigten Staaten besonders eindrucksvoll zu beobachten ist. Als Großaktionäre können sie die Arbeitslosigkeit für den Lohndruck nutzen und die Marktsättigung um Lieferanten einzuheizen. |
---> uns in diesem fall mit den usa zu vegleichen, halte ich eher für lustig denn für furcheinflößend. natürlich haben große unternehmen macht. aber dass die politik dadurch an solcher verliert halte ich für ein gerücht. wirtschaft und politik müssen hand in hand arbeiten. politik kann nunmal keine arbeitsplätze schaffen, das kann nur die wirtschaft... und letztere kann sie eben auch vernichten... und da muss die politik die nötigen rahmenbedingungen zu schaffen, um dies zu verhindern.
| Malone70 hat folgendes geschrieben: |
Diese Verstrickungen werden selten an den Universitäten gelehrt, sind Professoren doch oft gutbezahlte Arbeitnehmer, und in Politdiskussionen findet man sie höchstens von Links zaghaft angedeutet, wobei die Linken es aus verständlichen Gründen vorziehen, sich dem Populismus der Etablierten anzupassen. |
---> du wirst keinen VWL-prof finden, der dieses thema nicht anspricht oder es meidet, darüber zu sprechen.
| Malone70 hat folgendes geschrieben: |
Aber wer sich ein bisschen Mühe gibt, kann die Zusammenhänge nachvollziehen, auch wenn es schmerzhaft sein kann, sich vom seinem einfachen Weltbild zu verabschieden, zumal kaum akzeptable Handlungskonsequenzen angeboten zu werden scheinen. Die aber sehr wohl existieren und sich allmählich rumsprechen. |
---> was will der autor damit sagen? dass er in diesem dreizeiler die welt erklärt hat? welches einfache weltbild?
sorry, aber in meinen augen ist dieser text, von wem er auch sein mag, völliger dünnpfiff...
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Gast
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Verfasst am: 13 Jun 2006 19:26 Titel: |
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Malone, also erstmal möchte ich mich dafür entschuldigen, falls ich meine Kritik in etwas zu direkter Sprache geäußert habe! Ich find es immer gut, wenn man die bestehende Theorie anzweifelt oder hinterfragt. Das gehört ja wohl auch zur Wissenschaft und ist während ich studiert habe (und zwar auch VWL / Köln) auch manchmal zu kurz gekommen!
Allerdings rein fachlich fand ich den Text echt gruselig! Besonders die Passage über die Zinstheorie ist eigentlich ideologieübergreifend nicht haltbar. Nur um mich jetzt von dem Verdacht frei zu machen, die neoliberale Schule von Köln hat mich gehirngewaschen. Also folgender TEil:
Kapitalakkumulation: Nutznießer im großen Stile der oben aufgeführten Entwicklungen sind die Kapitaleigner, deren Vermögen sich einer zunehmenden Nachfrage von Seiten der immer weniger verdienenden Arbeitnehmer, des die Sozialfälle auffangenden Staates und der zur Automatisierung oder Daseinssicherung gezwungenen Unternehmer erfreut. Was zu steigenden Zinsen führt, die sich in den Preisen wiederfinden, die oben erwähnten Margen unter größeren Druck setzen, und zu einer vermehrten Anhäufung von Kapital in den Händen weniger, und damit immer mächtiger werdenden Menschen führt.
1. Wer soll diesen Satz verstehen? Zumindest beim ersten Lesen!
2. Enthält dieser Abschnitt keinen Beleg dafür, dass es zu Zinssteigerungen kommt. Vielleicht muß man sich da noch mal vor Augen führen, wie sich die Grenzproduktivität des Kapitals (Zins) zum Grenzproduktivität der Arbeit (Lohn) verhält, vergleiche Solow Modell.
3. Steigende Preise, sprich Inflation führt zwar nach z.B. der Erwartungstheorie zu höheren Zinsen, entwertet aber natürlich auch das immaterielle Vermögen der Vermögenden (negativ verlaufende NAchfrage nach Geld in Abhängigkeit vom Preisverhältnis (nach Keynes) - war doch so, oder so ähnlich oder?).
Ich würde sagen, dieser Text trifft eher so allgemeine Zukunftsangst und Globalisierungsfurcht, ist aber nicht wissenschaftlich (ich maße mich mal an das bewerten zu können) sondern eher so populärökonomie! damit kann man bei Sabine Christiansen auftreten!
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