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Gast
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Verfasst am: 22 Jun 2006 23:35 Titel: Allianz macht Milliardengewinn und entlässt Mitarbeiter |
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Alle Monate wieder.
Man hätte denken können, dass die WM was verändert in unserem Land, dass mal alle an einem Strang ziehen, ein neues Selbstbewusstsein und Zusammengehörigkeitsgefühl entsteht, aber denkste, da muss man sowas lesen:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,423093,00.html
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,422890,00.html
Und das ist ja nicht zum ersten Mal. Ich erinner ja nur an Deutsche Bank und Daimler-Chrysler.
Ich hab so die Schnauze voll von diesen Leuten!  Das geht mal so gar nicht. Wie soll es aufwärts gehen, wenn die Leute, die für ne Abfindung 50 Mllionen bekommen, die Arbeiter wie den letzten Dreck behandeln. Ich bin nicht nur wütend sondern einfach nur noch enttäuscht von diesen Leuten.
Bei der nächsten Wahl muss ich wohl ein bißchen radikaler wählen...
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Gast
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Verfasst am: 23 Jun 2006 00:07 Titel: |
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Ja, is scheiße!
Aber mir hat mal mein Politik-LK Lehrer, als ich genauso aufgebracht war wie du, erklärt wie die Zusammenhänge sind bzw. warum die Konzerne das machen!
Hat halt alles mit Börse und Globalisierung zu tun! Und um sich auf dem Markt vor feindlichen Übernahmen zu schützen "müssen" sie so handeln!
Ich weiß auch nicht mehr wie das genau war!
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Gast
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Verfasst am: 23 Jun 2006 00:41 Titel: |
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Klar ist das Scherisse, aber geschmacklos wird es erst dann, wenn sich die Manager den Gewinn (unverhältnismäßig) in die eigene Tasche stecken und nicht wieder investieren. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht macht es nunmal keinen Sinn Arbeitnehmer "durchzufüttern" wenn ihre Arbeitsplätze überflüssig geworden sind.
Der Gewinn kann zum einen als Dividende ausgezahlt werden, wodurch die Kurse steigen würden und die Aktionäre profitieren würden. Arbeitsplätze würden dadurch wenn überhaupt langfristig enstehen. Dafür garantieren hohe Aktienkurse dem Unternehmen eine gewisse Planungssicherheit.
Den Gewinn wieder zu investieren ist dagegen immer mit einem gewissen Risiko verbunden, da sich dieses nur bei Erfolg auszahlt (und hierfür braucht man nun mal gute Manager, die nur durch entsprechendes Gehalt zu bekommen sind).
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Gast
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Verfasst am: 23 Jun 2006 07:33 Titel: |
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Selbstverständlich ist das eine ganz große Scheiße und auch wenn hier einige Ansätze von Erklärungen für diese Unternehmenspolitik erklären kauf ich das Kozernen wie der Allianz einfach nicht ab. Vielmehr habe ich den Eindruck, dass diese Konzerne sich bei Entlassungen schwach reden um zumindest Ansätze von Verständnisse in der Öffentlichkeit zu bekommen (was freilich kaum Aussicht auf Erfolg hat) wenn es aber darum geht sich bei irgendwelche Aktionären zu profilieren hau´n die Konzerne einen raus was für tolle Perspektiven ihre Aktie (und somit der Konzern) doch bieten würden und und und. Sie reden halt immer so wie´s ihnen irgendwo in den Kram passt.
Tut mir leid aber auch wenn ich jetzt Gefahr laufe, als Polemiker abgetan zu werden, kann ich es verstehen wenn eine solche Politik als asozial bezeichnet wird. Ich neige angeischts der bekannten Gewinngröße der Allianz auch dazu es zu tun.
Selbstverständlich gibt es gewisse Regeln des Marktes und ich verstehe ja auch, dass ein Unternehen sich permanent hinterfragen und weiterentwickeln muss wenn es sich langfristig auf dem Markt behaupten will. Aber mal ehrlich. Ist es nicht so, dass die Sprecher der Allianz da völlig übertreiben um ihre Situation schlechter darzustellen als sie ist?
Man muss sich das mal vorstellen. Da macht ein Konzern über 4 Mrd. Gewinn, die wohl kaum wieder investiert werden und behauptet noch die Entlassung von Mitarbeitern sei notwendig um auf dem Markt bestehen zu können. Vielleicht hab ich nicht allzu viel Ahnung von Unternehmensmanagement, vor allem nicht in der Größenordnung, aber ich kann es wirklich gut nachvollziehen wenn der Eindruck entstehe, dass Arbeitsplätze und damit Schicksale von Menschen am Arsch vorbei gehen.
Edit: @Eritrea: Ich kann´s Dir freilich nicht verbieten aber fang bloß nicht deshalb an die Linke oder so ne Kacke zu wählen. Was dort ein Gysi labert stimmt von vorne bis hinten nicht und ist so was von offensichtlich reiner Populismus wo versucht wird auf verdammt schwierige Fragen sehr einfache Antworten zu geben.
Diese ganzen Linksparteien in Deutschland strotzen doch nur so vor Lächerlichkeit.
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Gast
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Verfasst am: 23 Jun 2006 08:05 Titel: |
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| Heier84 hat folgendes geschrieben: |
Edit: @Eritrea: Ich kann´s Dir freilich nicht verbieten aber fang bloß nicht deshalb an die Linke oder so ne Kacke zu wählen. Was dort ein Gysi labert stimmt von vorne bis hinten nicht und ist so was von offensichtlich reiner Populismus wo versucht wird auf verdammt schwierige Fragen sehr einfache Antworten zu geben.
Diese ganzen Linksparteien in Deutschland strotzen doch nur so vor Lächerlichkeit. |
Die Linksparteien entsprechen auch auf keinen Fall meinen Vorstellungen über Politik, aber mittlerweile wäre es die einzige Lösung den Regierenden mal einen Warnschuss zu geben. Warum waren die Linken denn so erfolgreich bei der letzten Bundestagswahl? Bestimmt nicht weil auf einmal 10% der Wähler von ihren Argumenten überzeugt waren, dass dürfen sich Ackermann und Co in die Schuhe schieben und ich denk, dass die Allianz die Radikalen (leider die Rechten auch) mit sowas weiter nach vorne bringen, weil sich die Leute einfach nicht mehr wissen zu helfen.
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Gast
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Verfasst am: 23 Jun 2006 08:17 Titel: |
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Das Problem mit dem Warnschuss ist allerdings, dass das einfach nichts bringt. Die Entwicklung, dass Menschen aus Frust ne radikale Partei, sei´s nun links oder rechts, wählen gibt´s ja nicht erst seit gestern. Aber würdest Du sagen, dass die Politik den, wie Du es nennst Warschuss, bisher irgendwann mal positiv umgesetzt hat? Ich glaube kaum.
Das Problem in diesem Zusammenhang ist zudem, dass die Politik auf solche Unternehmensentscheidungen einfach auch nur begrenzt Einfluss nehmen kann. Wir haben nun mal hier ne freie Marktwirtschaft und wenn Du sagst, dass Dir das inhaltliche Programm der Linken keinesfalls zusagt geh ich doch mal prinzipiell davon aus, auch Du es begrüßenswert findest, dass es in Deutschland eine solche Marktwirtschaft und keine staatlich gelenkte gibt
Versteh mich nicht falsch. Ich will Dich hier in keinster Weise irgendwie angreifen aber ich glaube einfach, dass die reaktion schlicht die falscheste ist die man machen kann. So Leuten wie Gysi oder Lafontaine darf man durch solche Entwicklungen einfach nicht in die Karten spielen. Da profitieren definitiv die falschen. Der entlassene Arbeit wird weiterhin auf der Starße sitzen.
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Gast
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Verfasst am: 23 Jun 2006 08:30 Titel: |
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| Heier84 hat folgendes geschrieben: |
Wir haben nun mal hier ne freie Marktwirtschaft und wenn Du sagst, dass Dir das inhaltliche Programm der Linken keinesfalls zusagt geh ich doch mal prinzipiell davon aus, auch Du es begrüßenswert findest, dass es in Deutschland eine solche Marktwirtschaft und keine staatlich gelenkte gibt
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Du hast eigentlich mit allem Recht, bis auf den Satz. Soweit ich mich erinnern kann, haben die Leute, die von 1946-1948 die Verfassung der BRD ausgearbeitet haben, Wert drauf gelegt, dass die Wirtschaft auf einer sozialen Marktwirtschaft beruht. Da ist schon ein Unterschied zu frei. Das "frei" haben sich die Unternehmer erst seit 1990 dazugedacht. Denn bis dahin hat ja auch alles gut funktioniert, weil man immer einen Gegenpol im Osten hatte und man sich nicht trauen konnte, solche Aktionen zu reissen wie heute, denn ansonsten wäre das von der Gegenseite so verhasste System gescheitert gewesen.
Und da es heute so einen Gegenpol nicht mehr gibt, muss man ihn halt selber schaffen. Also ich hab wirklich die Schnauze voll.
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Gast
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Verfasst am: 23 Jun 2006 08:52 Titel: |
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ups, stimmt. Das mit der sozialen Marktwirtschaft is natürlich richtig;-) Schon bisserl peilnlich, freie Marktwirtschaft in meinen Beiträgen lesen zu müssen  Alle voran unsere Angie hat´s ja vor Monaten sogar noch versucht, die soziale Marktwirtschaft neu auszuarbeiten.Freie Marktwirtschaft war Dünnschiss von mir, sorry.
Aber glaubst Du wirklich, dass man einen Gegenpol zu irgendwelchen ich nenn´s jetzt mal kapitalistischen Auswüchsen haben muss? Ich sag ja nix gegen Dein Argument, dass der Osten damalas so ne Funktion eingenommen hat. Find den Gedanken sogar recht nachvollziehbar und interessant obwohl ich da so noch nie drüber nachgedacht habe
Aber trotzdem: Selbst wenn ich mal die These stehen lass, dass wir nen Gegenpol brauchen bezweifel ich gaaaanz stark, dass die Linke den übernehemen könnte.
Um nen wirklichen Gegenpol darzustellen müsste ne Partei wie die Linke ja dann schon so stark werden, dass sie ein deutliches Mitbestimmungsrecht in der Politik Deutschland bekommt. Andernfalls kann sie nun mal nichts machen als im Parlament wie heute, nämlich dumm auße Wäsche zu schauen ohne irgendwo Einfluss nehmen zu können. Man müsste sie also schon mit entsprechender macht ausstatten. und da sage ich nur: Gott bewahre!
Die haben in meinen Augen schlicht gar nicht die Kompetenz um überhaupt mit der Macht umzugeh´n wenn ich mir da mal so die führenden Spezialisten der Partei anschau. Das sind doch alles irgendwelche Egotaktiker, die sich auf irgendein was weiß ich für ne komische politische Meinung eingeschossen haben und die noch nicht mal konsequent vertreten wenn´s für sie selbst mal mit Nachteilen verbunden ist.
Mal ganz davon abgeseh´n davon, dass man dann ne Partei mit viel Macht hat, die die allerwenigsten im Lande überhaupt haben wollen.
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