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21 Gramm

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Gast





BeitragVerfasst am: 26 Feb 2005 10:05   Titel: 21 Gramm Antworten mit Zitat

Sodele, war gestern in ner Kinokneipe (Kann man Pizza essen, bier trinken und oben hängt ne Leinwand wo ein Film nach dem andern läuft) und habe einen mir bisher unbekannten Film gesehen: 21 Gramm. Als er vorbei war hatte ich ein bißchen gemischte Gefühle, ich konnte mich nicht entscheiden, ob ich den Film nun gut finden soll oder nicht. Nach ner Nacht drüber schlafen bin ich aber der Meinung, dass der Film der Hammer ist, nur dass ich leider wohl nicht so ganz alles kapiert habe. Daher die Frage:
Wer kennt den Film 21 Gramm und kann mir vielleicht ein bißchen interpretieren, was manche Dinge sollten?

Was ist die Gesamtmessage?
Was soll das am Ende eigentlich genau mit den 21 Gramm? Soll es die Seele sein, die den sterbenden Menschen verlässt?
Warum steht die Witwe am Schluß am Fenster und schaut raus und der Jeepfahrer kommt hinter ihr aus dem Bad raus und die beiden schauen sich in einer Art harmonischer Szene an obwohl sie ihn die ganze Zeit umbringen wollte?
Warum erschießt Paul sich selbst?
Welche Rolle spielt eigentlich Pauls Frau/Freundin?

usw. usw. usw.
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Gast





BeitragVerfasst am: 26 Feb 2005 10:31   Titel: Antworten mit Zitat

Vielleicht hilft dir dieser Text weiter:


Der todkranke Paul wartet auf ein Spenderherz. Um ihm die letzten Stunden leichter zu machen, ist sogar Ex-Frau Mary zu ihm zurückgekehrt. Allerdings aus egoistischen Gründen - sie will noch ein Kind von ihm. Die einst so labile Cristina wiederum hat den Drogen abgeschworen und erlebt mit Mann und Töchtern ihren zweiten Frühling. Auf dem besten Weg dorthin ist auch Ex-Knacki Jack. Alkohol und kriminelle Eskapaden sind passé. Da verursacht Jack einen Autounfall, bei dem Cristinas Mann und die Kinder sterben. Wie bei seinem Erstling 'Amores perros' verwendet der Mexikaner Alejandro González Iñárritu auch hier eine eigenwilligen Erzählstruktur und erzählt von Menschen, deren Wege sich durch ein tragisches Ereignis plötzlich kreuzen. Dabei empfiehlt sich der 40-Jährige erneut als visionärer Filmemacher, der mit einer unkonventionellen Bildsprache verblüfft, dem Authentizität wichtiger ist als tricktechnischer Firlefanz und der seine Darsteller um Sean Penn und Naomi Watts zu Höchstleistungen anspornt. Für Film-Gourmets ein Muss.

Blickpunkt: Film
Der Mexikaner Alejandro Gonzalez Iñárritu (Welterfolg für 'Amores Perros') präsentierte in Venedig mit seinem in englisch gedrehten Film '21 Grams' ein dramatisches Puzzle über Trauer und Tod, Schuld und Sühne. Das brillante Cast von Benicio del Toro über Naomi Watts bis hin zu Sean Penn, ausgezeichnet mit der Coppa Volpi als Bester Darsteller, machen diesen furiosen Trip am Rande des Abgrunds zu einem aufwühlenden Erlebnis.

Wie in 'Amores Perros' verweben sich auch in '21 Grams' die Schicksale dreier Hauptfiguren. Über mehrere Monate hinweg bestimmen ihre zufälligen Begegnungen den Handlungsverlauf. Und wie in 'Amores Perros' wird ein Autounfall zum Auslöser einer explosiven Katharsis, der intensiven Betrachtung von Liebe und Hoffnung, Rache und Sühne. Titelgebend ist die Annahme, dass der Mensch 21 Gramm seines Körpergewichts beim Sterben verliert, vielleicht das Gewicht der Seele.
Der Collegeprofessor Paul Rivers (Sean Penn) wartet auf eine Herztransplantation und seine Frau Mary (Charlotte Gainsbourg) möchte ein Kind von ihm durch künstliche Befruchtung, auch auf die Gefahr hin, dass dieses erst nach dem Tod des Erzeugers das Licht der Welt erblickt. Christina Peck (Naomi Watts) lebt mit ihrem Mann und den zwei Töchtern in ausgeglichener Mittelschichtsharmonie, ganz unten auf der sozialen Skala angesiedelt ist Exknasti Jack Jordan (Benicio Del Toro), der sich mit Frau und zwei Kindern durchs schäbige Dasein schlägt und in der Religion einen Halt findet. Als er bei einem Autounfall Christinas Familie auslöscht, gerät die psychologische Balance aller Figuren aus dem Gefüge. Und als Paul mit dem Herzen des Unfallopfers Gefühle für die Witwe entwickelt, steuert das Drama auf einen Höhepunkt zu. Drehbuchautor Guillermo Arriaga kombiniert erneut einen harten Realismus mit dem unerschütterlichen Glauben an die Möglichkeiten des Lebens, 'eine Meditation, die die existenziellen Dinge des komplexen Miteinanders erforscht'. Es gibt keine guten und keine schlechten Menschen, sondern nur Opfer der Verhältnisse, so das Fazit. Inárritu setzt die einzelnen Elemente zu einem nicht ganz einfach zu verstehenden, selbst am Ende noch irritierenden Puzzle zusammen, das sich erst auf dem zweiten Blick erschließt. Anhänger einfacher und linearer Konstellationen bleibt nur Rätselraten. Wenn man sich an die fragmentarische Struktur gewöhnt hat (und das sollte Freunden von Christopher Nolans 'Memento' keine Probleme bereiten), ist es einfacher, die einzelnen Fährten zu verfolgen und auch die Dopplung der Szenen nachzuvollziehen. Die schmutzig ausgebleichten Bilder von Rodrigo Prietos nervöser Handkamera unterstreichen die Verlorenheit der Charaktere, umkreist sie kompromisslos und kommt ihnen schmerzhaft nahe. '21 Grams' ist ein Stück brisante Philosophie, ein wüstes Anrennen gegen Sehgewohnheiten, ein apokalyptischer Ritt durch das Unterbewusstsein. Dem Zuschauer wird einiges abverlangt, aber dafür entschädigen Schauspieler aus Hollywoods Oberliga. Allein Sean Penn als wortkarger mit dem eigenen Tod konfrontierter Intellektueller, Del Toro als wie ein wilder Hund gegen die Schatten der Vergangenheit ankämpfend und sich in Religion flüchtend, sowie eine genial auftrumpfende Naomi Watts, die souverän auf der Klaviatur von lauter Wut, tiefem Leid und leiser Liebe spielt, sind die Kinokarte wert. mk.

Blickpunkt Film Kurzinfo
Collegeprofessor Paul hofft auf eine Herztransplantation, seine Frau auf ein Kind durch künstliche Befruchtung; die junge Christina führt mit Mann und zwei Töchtern ein ausgeglichenes Mittelschichtsdasein; Exknasti Jack schlägt sich mit Frau und zwei Kindern durchs Leben. Als er bei einem Autounfall Christinas Familie auslöscht, gerät das Leben aller Figuren aus der Bahn. Der Mexikaner Alejandro Gonzalez Iñárritu (Welterfolg mit 'Amores Perros') inszenierte mit seinem ersten in Englisch gedrehten Film ein dramatisches Puzzle über Trauer, Tod, Schuld und Sühne. Das brillante Cast von Benicio del Toro über Naomi Watts bis hin zu Sean Penn, in Venedig ausgezeichnet mit der Coppa Volpi als Bester Darsteller, machen diesen furiosen Trip am Rande des Abgrunds zu einem aufwühlenden Erlebnis.

Kurzbeschreibung
Man sagt, dass 21 Gramm das Gewicht ist, das wir verlieren, wenn wir sterben. Das Gewicht von fünf Fünf-Cent-Stücken. Das Gewicht eines Kolibris. Das Gewicht eine Stücks Schokolade. Und vielleicht auch das Gewicht der Menschlichen Seele.
21 Gramm zeigt das Leben dreier Personen, deren Schicksale sich durch einen dramatischen Unfall unwiderruflich verbinden. Der todkranke Paul hofft, dass ein Spenderherz sein Leben retten wird; die Ehefrau und Mutter Christina muss einen großen Verlust verkraften; und dem Ex-Strafgefangenen Jack wird erneut der Boden unter den Füßen weggerissen..
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Gast





BeitragVerfasst am: 26 Feb 2005 10:48   Titel: Antworten mit Zitat

Also, bei mir ist das schon ne ganze weile her, als ich den gesehen habe. Kann mich gar nicht mehr genau dran erinnern, weiss nur noch, dass ich mich voll durchgequält habe, so langweilig fand ich denn. Komisch, idR. stehe ich voll auf solche Filme und gut sein sollte der ja auch....
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Gast





BeitragVerfasst am: 26 Feb 2005 10:53   Titel: Antworten mit Zitat

Vielen Dank dafür. Löst zwar leider nicht alle Rätsel die bleiben, auf, aber war schon einigermaßen hilfreich.

Gebe dem Film 9 von 10 Punkten, allerdings warne ich vor: Das ist schon eher ein anspruchsvoller Film

Wenn jemand noch mehr Infos hat: Her damit
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Gast





BeitragVerfasst am: 26 Feb 2005 11:18   Titel: Antworten mit Zitat

Ich hatte den Film seinerzeit im Kino gesehen und fand ihn grausam. Aber nicht, weil er schlecht wäre, sondern mich irrsinnig mitgenommen hat, was in einer Kneipe vielleicht nicht so rüber kommt Fast unerträglich und deshalb gut.
Da es eine Weile her ist, weiß ich nicht mehr viel davon. Die 21 Gramm dürften allerdings die Seele sein, ja.
An die Fensterszene kann ich mich zwar nicht erinnern, würde das aber darauf zurückführen, dass es ja ständig üble Zeitsprünge gibt.

Der gleiche Regisseur hat noch einen sehr ähnlichen, auch hochgelobten, Film gedreht: Amores Perros.
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Gast





BeitragVerfasst am: 26 Feb 2005 11:35   Titel: Antworten mit Zitat

Habe mir den Film auch schon vor einer Weile angschaut und mir hat er eigentlich sehr gut gefallen. Aber es ist schon zu lange her, das ich mich jetzt an die einzelnen Szenen erinnerne kann. Der Film ist auf jeden Fall nicht leicht zu verdauen und sehr anspruchsvoll. Würde ihm auch 8 von 10 Punkte geben. Im dunkeln Kino kommt er halt wahrscheinlich auch noch ganz anders raus, wie in du ihn gesehen hast
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butcho
Ehrencomunist
Ehrencomunist 

Anmeldungsdatum: 30.12.2002
Beiträge: 1738
BeitragVerfasst am: 26 Feb 2005 11:45   Titel: Antworten mit Zitat


Bucksche hat folgendes geschrieben:
Vielen Dank dafür. Löst zwar leider nicht alle Rätsel die bleiben, auf, aber war schon einigermaßen hilfreich.

Gebe dem Film 9 von 10 Punkten, allerdings warne ich vor: Das ist schon eher ein anspruchsvoller Film

Wenn jemand noch mehr Infos hat: Her damit


darf ich fragen, welchem film du 10 von 10 punkten geben würdest?
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Gast





BeitragVerfasst am: 26 Feb 2005 12:22   Titel: Antworten mit Zitat

Schwierig, 10 Punkte vergebe ich sehr selten und mir fällt spontan keiner ein, werde aber mal drüber nachdenken.
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Gast





BeitragVerfasst am: 26 Feb 2005 14:41   Titel: Antworten mit Zitat

Auch schon was länger her, dass ich den Film gesehen habe, wusste vorher nichts von dem Film und war die ersten 20 minuten doch sehr verwirrt...
Nachdem ich das "Strickmuster" des Films urchschaut hatte, stieg die Faszination mit jeder Szene.
Meiner Meinung nach ein sehr anspruchsvoller Film, der nicht jedermanns Sache sein wird, aber gerade auf grund dessen ein sehr guter Film.
Kann dir leider aber keine Antworten geben, da ich die Szenen
gerade mit einem anderen Film durcheinander bringe, falls ich in nächster Zeit, Zeit finde werde ich mir den Film nochmal ansehen, vielleicht kann ich dir dann weiter helfen...
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Gast





BeitragVerfasst am: 10 Apr 2005 14:39   Titel: Antworten mit Zitat

(spoiler)
hab den film grade gesehen und fand ihn wie auch amores perros sehr gut. richtig verstanden habe ich viele szenen auch nicht, aber das kennt man ja von vielen filmen . jedenfalls hat er mich ziemlich mitgenommen und ich bin in eine melancholische stimmung verfallen. eine der überschriften des films ist "how much does love weight?", was doch darauf schliessen lässt, dass die liebe und die seele des menschens mit dem tod den körper verlassen. es ist allerdings nicht klar, wohin diese 21 gramm gehen. wurden die 21 gramm mit der herztransplantation an paul weitergegeben? liebten sich deshalb cristina und paul?
weiter weiss ich nicht mehr...
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Gast





BeitragVerfasst am: 10 Apr 2005 21:03   Titel: Antworten mit Zitat

Die 21 Gramm sind nicht die Seele. Beim Eintreten des Todes entspannt sich der Schliessmuskel und der Betreffende entlädt sich. Im Schnitt sind das 21 Gramm. Ist kein Witz. Seele? Wenn man es so interpretieren möchte....
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